Montag, 23. Juni 2008

Die Fahnenweihe

Wenn der "Spiegel" nicht einem Fake aufgesessen ist, hat die bundesdeutsche Nachrichtensendung "Tagesthemen" am 21. Juni 2008 abends die deutschen Nationalfarben durcheinander gebracht.

Spiegel-Zitat: "Während Buhrow einen Bericht über das bevorstehende EM-Halbfinale anmoderierte, waren zwei Fahnen eingeblendet - eine rote mit Stern und Halbmond und daneben eine rot-schwarz-gelbe. Rot-schwarz-gelb? Welches Land war das doch gleich?" Während die Sendung angeblich gleich aus der ARD-Mediathek entfernt wurde, sei bei Youtube noch ein Schnipsel des Beitrages online: http://de.youtube.com/watch?v=NIlW25XFtus

Da fiel mir doch - auch angesichts der EM-beflaggten Pkws - ein Gedicht des Publizisten, Landwehroffiziers, Barrikaden-Kämpfers und subversiven Elementes August Braß mit dem Titel "Die Fahnenweihe" ein (aus dem Gedächtnis):

"Auf Schwarz - Rot - Gold, da hofften wir,
das sollt die Freiheit tragen.
Da schlugen wir, da siegten wir,
hoch flatterte das Reichspanier -
in jenes Märzes Tagen.

Oh, Schwarz - Rot - Gold, in Nacht und Graus,
mußt sich dein Schimmer trüben.
Das Gold der Freiheit, stahl man uns daraus,
das Schwarz, werfen wir selbst heraus -
das Rot ist nur geblieben.

Drum laßt uns denn, mit frischem Mut,
das Banner neu uns färben,
wir färben echt, wir färben gut,
wir färbens mit Tyrannenblut -
diesmal, soll`s nicht verderben!"

Das nun ausgerechnet die Tagesthemen den ersten Schritt gehen sollte, will mir aber nicht so recht einleuchten .... ;-)

1 Kommentar:

  1. Die Fahnenweihe von August Braß gibt es in dem Buch "Lieder, die man auf der Staße singt" vollständig:
    https://books.google.de/books?id=EwU7AAAAcAAJ&pg=PP3.

    Es orientiert sich vielleicht an dem Gedicht "In Kümmerniß und Dunkelheit" von Ferdinand Freiligrath aus dem Jahr 1848, vgl.: http://www.liederlexikon.de/lieder/in_kuemmernis_und_dunkelheit/editiona.

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