Donnerstag, 7. April 2011



»Eine Armee, der ganz Europa zu Dank verpflichtet sein sollte Traditionsverband der NVA wirkt im Sinne der Friedensbeschützer

Erstmals in der deutschen Militärgeschichte gab es von 1956 bis 1990 mit der NVA eine deutsche Armee, auf welche die Völker Europas mit Vertrauen blickten. Sie besitzt einen bedeutenden Anteil daran, daß es auf unserem Kontinent nach dem Zweiten Weltkrieg eine 50jährige Friedensperiode gab.

Die Nationale Volksarmee war eine gut ausgebildete, gefechtsbereite Truppe, die im Bestand des Warschauer Vertrages in vorderster Linie das militärstrategische Gleichgewicht mit garantiert hat. Damit gebührt auch ihr das Verdienst, daß im Atomzeitalter die todbringenden Vernichtungswaffen in den Arsenalen blieben und bei den Regierungen nüchterner Realismus die Oberhand behielt.

Im Einklang mit der militärwissenschaftlichen Erkenntnis aller Bündnispartner waren wir uns dessen bewußt, daß alles getan werden mußte, einen Krieg zu verhindern, der – einmal begonnen – zwangsläufig zu einer atomaren Auseinandersetzung eskaliert wäre. Ganz folgerichtig wurde deshalb von den Staaten des Warschauer Vertrages am 5. Januar 1983 festgestellt: „In einem Kernwaffenkrieg, würde er entfesselt, kann es keine Sieger geben. Er würde unausweichlich zum Untergang ganzer Völker, zu kolossalen Zerstörungen und katastrophalen Folgen für die Zivilisation und das Leben auf der Erde überhaupt führen.“

Auf dieser Erkenntnis beruhten die Vorschläge des Warschauer Vertrages Anfang der 80er Jahre zur Rüstungsbegrenzung sowie zur Eindämmung und Beseitigung von Konfliktherden durch vertrauensbildende Maßnahmen. Von großer Bedeutung waren die Versicherung der UdSSR vor der UNO, nicht als erste Kernwaffen einzusetzen, und die Vorschläge der DDR, in Deutschland eine nuklearwaffenfreie Zone zu schaffen. Leider erfolgten keine entsprechenden Reaktionen der NATO auf einseitige Abrüstungsmaßnahmen unserer Seite in Form äquivalenter Gegenleistungen.

Solange sich die NATO und der Warschauer Vertrag im Zentrum Europas mit der Trennlinie in Deutschland unversöhnlich gegenüberstanden, gebot es die Logik, neben konkreten Schritten zum Abbau der Konfrontation keinen Augenblick die Gefechtsbereitschaft der Truppen zu vernachlässigen.

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Mit dem Ende der staatlichen Existenz der DDR schlug auch für die NVA die letzte Stunde. Sie leistete in ihrer 34jährigen Geschichte das maximal Mögliche für das Volk und den Frieden.


Inzwischen hat sich der Traditionsverband Nationale Volksarmee e. V. konstituiert und seine Tätigkeit aufgenommen. Im Unterschied zum Versteckspiel, zur Anpassung und zum Zurückweichen anderer zeigt er Flagge und bekennt Farbe. Das wurde auch bei der Kranzniederlegung zu Ehren der Volksmarinedivision auf dem Friedhof der Märzgefallenen in Berlin-Friedrichshain anläßlich des 50. Jahrestages der Namensverleihung an die Volksmarine sowie bei der Zusammenkunft am 5. März in der Cafeteria des Berliner Tierparks, die den besonderen Haß von DDR-Gegnern aller Schattierungen hervorrief, deutlich.


Links:
http://www.rotfuchs.net/Zeitung/Aktuell/RF-159-04-11.pdf
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2011/03/spate-aufregung.html

Kommentare:

  1. Per E-Mail mit der Bitte um Einstellung als Kommentar erhalten:

    »Die Nationale Volksarmee war eine Armee zur Landesverteidigung, keine Armee für den Auslandseinsatz. Sie hat keinen Krieg führen müssen. Mit einem gewissen Stolz bekenne ich: 38 Jahre gehörte ich dieser Armee des Friedens an. Dass jedoch die Völker Europas mit Vertrauen auf uns blickten und ganz Europa uns zu Dank verpflichtet sei, halte ich einfach für weltfremd.

    Natürlich ist die Erkenntnis richtig, dass es in einem Raketenkernwaffenkrieg keine Sieger geben kann. Das führten uns Chruschtschow und Kennedy vor Augen, als sie einen solchem 1962 durch die politische Lösung der Kubakrise gerade noch verhinderten. Daraus entwickelten vor allem Philosophen der MAK und auch ein wenig der OHS der LSK/LV das "Neue Denken". Aus meiner Sicht propagierte unsere Politische Hauptverwaltung bis in die 80er Jahre hinein entgegen dieser Erkenntnis den Sieg in jedem uns aufgezwungenen Krieg, mühte sich dabei mit allen Mitteln, das Neue Denken zu unterbinden.

    Wenn ein ehemaliger Stellvertreter des Chefs für org.-pol. Arbeit der PHV und jetzt wahrscheinlich Präsidialratsmitglied des Traditionsverbandes sich in seiner Wertschätzung für unsere Armee auf dieses lange auch von seiner Seite bekämpfte Denken bezieht, ohne ein Wort zum Ursprung in den eigenen Reihen zu sagen, verhalte ich mich dem Traditionsverband gegenüber wohl lieber vorsichtig.

    Oberst a.D. Dr. Herbert Bellanger, Kamenz«

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