Donnerstag, 23. Oktober 2014

IL-20 war 600 Meter in Estland

Meine Herren, was für ein Bohei: "Nato-Jets fangen russischen Spionageflieger ab" schlagzeilte gestern Springers "Welt".

Selbst dieses Blatt muß dennoch verschwurbelt den richtigen Fakt melden: Ein IL-20 (hier die Aufklärungsversion der IL-18) betreibt rd. 4 Stunden Aufklärung über der freien Ostsee. Dabei wird sie - wie üblich -  abwechselnd von Jagdflugzeugen der NATO begleitet. Alles normal und wie schon im Kalten Krieg üblich. Offenbar am Ende der Mission kurvt die Maschine "nahe der Insel Sarema" für eine Minute nach Süden und gelangt dadurch rd. 600 Meter in den estnischen Luftraum.
 
Da hat der Aufklärer den NATO-Maschinen nur mal kurz den Finger gezeigt, mehr nicht. Wenn das mit den "600 Metern" überhaupt stimmt (eigentlich sollen es "0,3 Meilen" gewesen sein). Nach russischen Angaben habe am 21. Oktober 2014 das russische Militärflugzeug einen geplanten Trainingsflug von der Khrabrovo Militäbasis in Kaliningrad über die neutralen Gewässern der Ostsee durchgeführt.
 
Solche "kuriosen" Propaganda-Schlagzeilen hatten wir in der letzen Zeit häufiger:
09.06.2014 - "Waffen-Koloss Russland: So demütigt Aggressor Putin den schwachen Obama ... Auch wenn die Bomber den nationalen Luftraum der USA nicht berührt hatten"
19.09.2014 - "Schottland: Britische Jagdflugzeuge fangen russische Kampf-Bomber ab ... Die russischen Jets waren im internationalen Luftraum unterwegs."

Dazu gehört auch der Schweden - U-Boot - Quatsch.
 
Solche herbeigeschriebenen Luftraumverletzungen sollten ins Verhältnis gesetzt werden mit:
 - aktuellen Einsätzen von Aufklärungs- und Kampfdrohnen über fremden Gebieten ohne jede Legitimation
 - Einsätzen von RB-66, U-2 und SR-71 über fremden Staaten in der Vergangenheit
 
Danke an die Anregungen durch die Texte von Fefe und Monitor.

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