Donnerstag, 23. Oktober 2014

IL-20 war 600 Meter in Estland

Meine Herren, was für ein Bohei: "Nato-Jets fangen russischen Spionageflieger ab" schlagzeilte gestern Springes "Welt".

Selbst dieses Blatt muß dennoch verschwurbelt den richtigen Fakt melden: Ein IL-20 (hier die Aufklärungsversion der IL-18) betreibt rd. 4 Stunden Aufklärung über der freien Ostsee. Dabei wird sie - wie üblich -  abwechselnd von Jagdflugzeugen der NATO begleitet. Alles normal und wie schon im Kalten Krieg üblich. Offenbar am Ende der Mission kurvt die Maschine "nahe der Insel Sarema" für eine Minute nach Süden und gelangt dadurch rd. 600 Meter in den estnischen Luftraum.
 
Da hat der Aufklärer den NATO-Maschinen nur mal kurz den Finger gezeigt, mehr nicht. Wenn das mit den "600 Metern" überhaupt stimmt (eigentlich sollen es "0,3 Meilen" gewesen sein). Nach russischen Angaben habe am 21. Oktober 2014 das russische Militärflugzeug einen geplanten Trainingsflug von der Khrabrovo Militäbasis in Kaliningrad über die neutralen Gewässern der Ostsee durchgeführt.
 
Solche "kuriosen" Propaganda-Schlagzeilen hatten wir in der letzen Zeit häufiger:
09.06.2014 - "Waffen-Koloss Russland: So demütigt Aggressor Putin den schwachen Obama ... Auch wenn die Bomber den nationalen Luftraum der USA nicht berührt hatten"
19.09.2014 - "Schottland: Britische Jagdflugzeuge fangen russische Kampf-Bomber ab ... Die russischen Jets waren im internationalen Luftraum unterwegs."
 
Solche herbeigeschriebenen Luftraumverletzungen sollten ins Verhältnis gesetzt werden mit:
 - aktuellen Einsätzen von Aufklärungs- und Kampfdrohnen über fremden Gebieten ohne jede Legitimation
 - Einsätzen von RB-66, U-2 und SR-71 über fremden Staaten in der Vergangenheit
 
Danke an die Anregungen durch die Texte von Fefe und Monitor.

Sonntag, 19. Oktober 2014

DDR im Internet

Vom 17.10.2014 bis 18.10.2014 fand in Weimar das "13. Internationale Symposium der Stiftung Ettersberg" in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen mit dem Thema "Das Bild der DDR in der Literatur und den audiovisuellen Medien - 25 Jahre Erinnerung und Deutung" statt. Ein Vortrag vom gestrigen Samstag hatte das Thema:

"Die Präsenz der DDR im Internet zwischen Ostalgie und kritischer Aufarbeitung"
von Dr. Irmgard Zündorf (Potsdam) mit Lena Eggers, Carolin Raabe, Julia Wigger (Studentinnen des Masterstudiengangs Public History der FU Berlin).

Die Thüringer Landeszeitung hat nun Frau Zündorf interviewt und diese fürte u.a. aus, daß die Ostalgie "eher nur in den Foren und sozialen Netzwerken" stattfände und bei "der Darstellung des Geschichtsablaufs auf Internetseiten kann man meist von einer kritischen Aufarbeitung sprechen; da haben wir kaum Ostalgie-Seiten gefunden." Frau Zündorf verrät dankenswerterweise auch warum: "Eine gute Geschichtsdarstellung kostet Geld. Und für eine ostalgische Seite, die gut gemacht ist, kriegt man keine öffentlichen Gelder. So waren alle komplexeren Geschichtsdarstellungen definitiv der kritischen Aufarbeitung zuzurechnen."

Und sie hat intelligente Studenten: "Die DDR wird dort sehr häufig im Spiegel der Bundesrepublik dargestellt. Die Bundesrepublik ist das Positivbeispiel, und die DDR ist das Negativbeispiel. Ihnen war das zu sehr schwarz-weiß."
http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/1416656711

Sonntag, 12. Oktober 2014

Entwicklung der Kraftstoffpreise 2014

Ich verschaffe mir hin und wieder einen Überblick über die Entwicklung der Kraftstoffpreise in der BRD:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2010/03/entwicklung-der-kraftstoffpreise.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2012/03/vor-zwei-jahren-hatte-ich-mir-bereits.html

Es gibt insoweit gute Nachrichte. Nach den Berechnungen des ADAC sind die Preise für Super (E10) im Jahr 2013 durchschnittlich auf 1,549 EUR pro Liter und 2014 nach meinen Berechnungen auf knapp 1,521 EUR pro Liter gefallen. Da der staatliche Anteil (Steuern) am Benzin nach Angaben von ARAL etwa gleich blieb, sanken die Benzinpreise vor Steuern nach 2012. Der Referenzwert, das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP), stieg in 2013 leicht weiter. Wie stark die Inflation diesen Wert beeinflußt, kann ich nicht sagen.

Hier das aktualisierte Schaubild von 1950 bis 2013
(anklicken zum Vergrößern)
 

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Kubanische Streitkräfte in Angola

Fidel Castro meldet sich in der "Granma" hin und wieder zu Wort. Am 2. Oktober schrieb er über "Helden unserer Zeit". Der Artikel wurde auf der Website der "Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V." in deutsch veröffentlicht. Zu den Kämpfen 1975 und 1982 in Angola, schreibt er u.a:
 
»Der rassistische Staat Südafrika und die korrupte Regierung des ehemaligen Belgisch-Kongo bereiteten sich mit Unterstützung der europäischen Verbündeten sorgfältig auf die Eroberung und Aufteilung von Angola vor. Kuba, das seit Jahren mit diesem Volk in dessen Kampf zusammenarbeitete, wurde von Agostinho Neto gebeten, seine Streitkräfte auszubilden, die, in der Hauptstadt Luanda stationiert, für die offizielle Amtsübernahme bereit sein sollten, die für den 11. November 1975 vorgesehen war. Die Sowjets hatten sie, ihren Verpflichtungen getreu, mit militärischer Ausrüstung versorgt und warteten nur auf den Tag der Unabhängigkeit, um Ausbilder zu schicken. Kuba stimmte seinerseits der Entsendung der von Neto angeforderten Ausbilder zu.

Das von der Weltöffentlichkeit verurteilte und verachtete rassistische Regime von Südafrika entschied, seine Pläne vorzuverlegen und sandte motorisierte Kräfte in gepanzerten Fahrzeugen, ausgestattet mit leistungsfähiger Artillerie. Nachdem sie die Grenze überschritten hatten und Hunderte von Kilometern eingedrungen waren, attackierten sie das erste Trainingslager, wo mehrere kubanische Ausbilder im heldenhaften Widerstand starben. Nach einigen Tagen anhaltender Kämpfe gelang es den mutigen Ausbildern zusammen mit den Angolanern, den Vormarsch der Südafrikaner in Richtung Luanda, der Hauptstadt von Angola, zu stoppen. Dorthin war ein Bataillon von Spezialtruppen des Innenministeriums von Havanna aus in den alten Britannia-Flugzeugen unserer Fluggesellschaft ausgeflogen worden.

So begann jener epische Kampf in diesem von weißen Rassisten tyrannisierten Land Schwarzafrikas, bei dem Bataillone motorisierter Infanterie und Panzerbrigaden, Brigaden gepanzerter Artillerie und geeignete Kampfmittel die rassistischen Streitkräfte Südafrikas abwehrten und zum Rückzug bis zur Grenze zwangen, von wo sie hergekommen waren.
 
Das Jahr 1975 war nicht die einzige äußerst gefährliche Phase dieses Kampfes. Die gefährlichste fand etwa zwölf Jahre später im Süden Angolas statt.

So war das, was das Ende des rassistischen Abenteuers im Süden Angolas zu sein schien, nur der Anfang, aber wusste man jetzt, dass diese revolutionären Kräfte von Kubanern, Weißen, Mulatten und Schwarzen zusammen mit den angolanischen Soldaten in der Lage waren, die vermeintlich unbesiegbaren Rassisten den Staub der Niederlage schlucken zu lassen. Vielleicht hatten sie sich zu sehr auf ihre Technik, ihren Reichtum und die Unterstützung des herrschenden Imperiums verlassen.
 
Obwohl es nie unsere Absicht war, kam es aufgrund der souveränen Haltung unseres Landes auch zu Widersprüchen mit der UdSSR selbst, die so viel für uns getan hatte ...

In entscheidenden Momenten des Kampfes gegen den Imperialismus und den Rassismus in Angola entstand einer dieser Widersprüche, der sich aus unserer direkten Teilnahme an dieser Aktion und der Tatsache ergab, dass unsere Streitkräfte nicht nur kämpften sondern auch jedes Jahr Tausende von angolanischen Kämpfern ausbildeten, die wir in ihrem Kampf gegen die rassistische und Pro-Yankee Armee Südafrikas unterstützen. Ein sowjetischer Militär war der Regierungsberater und er plante den Einsatz der angolanischen Armee. Unsere Meinungen gingen jedoch in einem, aber gleichwohl wichtigen Punkt auseinander: Die Hartnäckigkeit, mit der der irrtümliche Standpunkt verteidigt wurde, in jenem Land die am besten ausgebildeten angolanischen Truppen in fast 1.500 km Entfernung von der Hauptstadt Luanda einzusetzen.
 
Dabei ging man von einem eigenen Konzept von Kriegsführung aus, das keine Ähnlichkeit mit dem hatte, das der subversive und guerillatypische Charakter der angolanischen Konterrevolutionäre aufwies. In Wirklichkeit gab es keine Hauptstadt der UNITA und Savimbi hatte auch keinen festen Punkt, von dem aus er Widerstand leistete. Es handelte sich dabei nur um einen Köder des rassistischen Südafrika, der einzig und allein dem Zweck diente, die besten und am besten ausgestatteten angolanischen Truppen dorthin zu locken, um sie nach Belieben zu schlagen. Deswegen widersetzten wir uns diesem Konzept, das mehr als einmal angewandt worden war, bis zuletzt, als es erforderlich war, den Feind mit unseren eigenen Truppen zu schlagen, was zur Schlacht von Cuito Cuanavale führte. Ich würde sagen, dass diese verlängerte militärische Auseinandersetzung mit dem südafrikanischen Heer sich aufgrund der letzten Offensive gegen die angebliche „Hauptstadt Savimbis“ ergab – ein abgelegener Winkel an der Grenze zwischen Angola, Südafrika und dem besetzten Namibia. Nach dorthin brachen die tapferen angolanischen Truppen von Cuito Cuanavale aus auf, einer ehemaligen, nicht mehr benutzten NATO-Basis. Mit den neuesten gepanzerten Fahrzeugen, Panzern und anderem Kriegsgerät ausgestattet, begannen sie ihren 100 Kilometer langen Weg zur vermeintlichen konterrevolutionären Hauptstadt. Unsere kühnen Kampfpiloten unterstützten sie mit den Mig-23, solange sie sich noch in deren Aktionsradius befanden.

Als sie dieses Limit überschritten hatten, sahen sich die tapferen Truppen der FAPLA heftigen Angriffen des Feindes mit seinen Kampfflugzeugen, seiner schweren Artillerie und seinem gut ausgerüsteten Heer ausgesetzt, der ihnen zahlreiche Verluste an Toten und Verletzten zufügte. Aber dieses Mal schlug der Feind bei der Verfolgung der geschlagenen angolanischen Brigaden die Richtung auf die ehemalige NATO-Militärbasis ein.

Die angolanischen Einheiten zogen sich auf einer Linie von einigen Kilometern Breite zurück, wobei sich zwischen ihnen kilometerbreite Lücken bildeten. Wegen der Schwere der Verluste und der damit verbundenen Gefahr würde sicherlich die in solchen Fällen übliche Bitte um Beistand an den Präsidenten Angolas gerichtet werden, damit dieser seinerseits um kubanische Unterstützung ersuche, und so geschah es auch. Dieses Mal war die klare Antwort, dass einem solchen Gesuch nur stattgegeben werden würde, wenn alle Streitkräfte und Kampfmittel Angolas an der Südfront dem kubanischen Kommando unterstünden. Das sofortige Ergebnis war, dass man die Bedingung akzeptierte.

Schnell wurden die Streitkräfte für die Schlacht von Cuito Cuanavale mobilisiert, wo die südafrikanischen Invasoren und ihre hochmodernen Waffen auf die gepanzerten Einheiten, die konventionelle Artillerie und die mit den mutigen Piloten unserer Luftwaffe bemannten Mig-23 prallten. Die Artillerie, die Panzer und anderes angolanisches Kriegsgerät, das sich an diesem Ort befand, für dessen Bedienung aber kein Personal zur Verfügung stand, wurde von den Kubanern gefechtsbereit gemacht. Die angolanischen Panzer, die auf ihrem Rückzug das Hindernis des wasserreichen Flusses Queve im Osten der ehemaligen NATO-Basis nicht überwinden konnten, dessen Brücke Wochen zuvor von einem unbemannten südafrikanischen, mit Sprengstoff beladenen Flugzeug zerstört worden war, wurden getarnt und von Anti-Personen- und Anti-Panzer-Minen umgeben. Die südafrikanischen Truppen stießen auf ihrem Vormarsch in kurzer Entfernung auf eine unüberwindbare Barriere, wo sie aufgerieben wurden. So wurden mit einem Minimum an Verlusten unsererseits und unter vorteilhaften Bedingungen die Streitkräfte Südafrikas in diesem Teil Angolas vernichtend geschlagen.
 
Aber der Kampf war noch nicht zu Ende. Der Imperialismus hatte mit der Komplizenschaft Israels Südafrika in ein Land mit Nuklearwaffen verwandelt. Unsere Armee ging zum zweiten Mal das Risiko ein, das Ziel einer solchen Waffe zu werden. Aber dieser Punkt und viele andere dazugehörige Beurteilungskriterien müssen noch ausgearbeitet werden und vielleicht kann man in den kommenden Monaten darüber schreiben(Hervorhebungen und Verlinkungen von mir)

Link:
www.cubafreundschaft.de/Fidel-RedenIIab2012/Fidel-RedenIIab2012.html

Samstag, 20. September 2014

MH17: Ergebnis russischer Untersuchungen

Der erste offizielle Untersuchungsbericht zum Absturz des Fluges MH17 war erwartungsgemäß äußerst faktenarm und wurde dennoch durch die westlichen Massenmedien spekulativ ausgebeutet. Zu meiner Überraschung hatten die Flugsicherheitsexperten die Trümmerteile nur anhand von Fotos "ausgewertet". Diese Form der "Auswertung" erfolgte bereits vorher ausgiebig durch Laien, aber auch Fachleuten der Fla-Raketentruppen, mit anderen Ergebnissen.

Nun hatte sich der "Verband russischer Ingenieure" dem Absturz angenommen, die Trümmer-Fotos sowie die bekannten Informationen ausgewertet. Dabei werden die bekannten Fakten genannt und auf einzelne, kursierende Theorien angewandt.
 
Fazit:
"Die Boeing 777 wurde infolge der Anwendung der Raketen- und Kanonenausrüstung eines anderen Flugzeuges (bzw. mehrerer Flugzeuge) zerstört."

Der 16-seitige Untersuchungsbericht ist auf der Verbandsseite auf russisch, englisch und deutsch im PDF-Format als download erhältlich. Die hierzulande in Politik und Medien favorisierte Variante, die Boeing 777 sei mittels des Flugabwehrraketensystems "Buk-M1" abgeschossen worden, wird von den Experten angezweifelt, weil:
 
- »Bisher gibt es keine glaubwürdigen Beweise für den Start einer „Boden-Luft“-Rakete, welcher ... von erheblichen visuellen- sowie Lärmeffekten begleitet wird« und der »Flug der Flugabwehrrakete wird von einem durchdringenden Geräusch begleitet. Ihre Flugbahn kann aufgrund des Kondensstreifens infolge der Treibstoffverbrennung visuell nachverfolgt werden«, denn die »Explosion des Sprengkörpers hat ein typisches Erscheinungsbild, was bei gutem Wetter vom Boden aus zu sehen ist.«
- Kein Feuer.
- Wäre die Boeing-777 von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden, hätte die Besatzung bei einer Explosion der Rakete durch Annäherungszünder Zeit gehabt, über die entstandene Situation zu informieren.
(Meine Kurzfassung)
 
Unter Punkt "9. Rekonstruktion der Ereignisse" heißt es: »Basierend auf dem oben Dargelegten kann man zu den folgenden Schlüssen kommen:

9.1. Bezüglich der Umstände des Absturzes der Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines.
Das Flugzeug Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines flog am 17.07.2014 die Route Amsterdam — Kuala Lumpur entsprechend dem von Fluglotsen festgelegten Korridor. Hierbei ist es am wahrscheinlichsten, dass die manuelle Steuerung abgeschaltet war und das Flugzeug vom Autopiloten entsprechend der am Boden festgelegten Route gesteuert wurde, welche von ukrainischen Fluglotsen korrigiert wurde.

Um 17:17 - 17:20 Uhr befand sich die Boeing 777 in ukrainischen Luftraum in der Region der Stadt Donetsk in 10.100 m Höhe. Ein unerkanntes Flugzeug (vermutlich Su-25 oder Mig-29), das sich in einem Luftkorridor darunter befunden hat, gewann rasch an Höhe, tauchte unvermittelt aus den Wolken vor dem Passagierflugzeug auf und eröffnete das Feuer auf die Pilotenkabine (Cockpit) mittels Kanonenbewaffnung mit 30-mm oder kleinerem Kaliber. Diese Aktionen konnten sowohl von einem Piloten eines Kampfflugzeugs in „freier Jagd“ ausgeführt werden (unter Verwendung eines Bordradars), als auch von einem Flugzeugnavigationssystem unter Verwendung der Daten über die Luftlage durch ein Boden-Radars.

Das Cockpit ist infolge zahlreicher Durchbrüche von Geschossen beschädigt worden, dadurch ist es ist abrupt zu einem Druckverlust gekommen. Dies und daneben mechanische Einflüsse zogen den sofortigen Tod der Besatzung nach sich. Der Angriff war unerwartet und dauerte Bruchteile einer Sekunde, die Besatzung konnte aufgrund dieser Umstände keine für solche Fälle vorgesehenen Signale aussenden, da der Flug in einem normalen Modus verlief und kein Angriff erwartet wurde.

Da weder der Motor noch das hydraulische System noch andere für das Fortführen des Fluges wichtige Anlagen außer Betrieb gesetzt wurden, hat die vom Autopiloten gesteuerte Boeing 777 (was zum Regelfall gehört) den Horizontalflug fortgeführt und möglicherweise gleichmäßig an Höhe verloren.

Der Pilot des unidentifizierten Kampfflugzeugs vollführte ein Manöver und näherte sich der Boeing 777 aus der hinteren Hemisphäre. Anschließend nahm das unidentifizierte Flugzeug einen Kampfkurs an, der Pilot initiierte mit der Bordausrüstung die Zielverfolgung, nahm das Ziel ins Visier und veranlasste den Start der Rakete R-60 bzw. R-73.

Als Folge des Raketeneinschusses entstand ein Druckverlust in der Kabine, das Steuerungssystem des Flugzeuges wurde zerstört, der Autopilot wurde abgeschaltet, das Flugzeug stellte den Horizontalflug ein und und geriet ins Trudeln. Die daraus resultierende Überlastung führte zu einem mechanischen Versagen in großen Höhen.

Entsprechend den Flugschreibern zerbrach das Flugzeug in der Luft, was nur bei einem vertikalen Fall aus der Höhe von ~10.000 m möglich ist, dies kann nur bei Überschreiten der maximalen zulässigen G-Kräfte geschehen. In der Regel bedeutet ein solches Trudeln eine Unfähigkeit der Besatzung das Flugzeug zu steuern, etwa infolge eines Ausnahmefalles in der Kabine und nachfolgendem Luftdruckabfall in der Piloten- sowie in der Passagierkabine. Das Flugzeug wurde in großer Höhe zerstört, was die Tatsache erklärt, dass Flugzeugtrümmer über ein Territorium über 15 km² zerstreut wurden.

9.2. Bezüglich der Partei, die den Tod der 283 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder verantwortet.

Die Streitkräfte der selbsternannten Volksrepublik Donetsk verfügten zum 17.07.2014 weder über entsprechenden Kampfflugzeuge, welche in der Lage wären, ein Luftziel wie die Boeing 777 zu zerstören, noch über ein Netzwerk von Flugplätzen, noch über Mittel der Radarerfassung, Zielverfolgung und des Anvisierens.

Kampfflugzeuge der Streitkräfte der Russischen Föderation haben den Luftraum der Ukraine nicht verletzt, was sowohl von der ukrainischen Seite als auch von Dritten Seiten bestätigt wird, welche die Lage auf dem ukrainischen Gebiet aus dem Weltraum beobachten.

Zur Feststellung der wahren Sachlage ist es notwendig, objektiv und unparteiisch alle Umstände des Absturzes der malaysischen Boeing 777 zu untersuchen, tausende von Bürgern zu befragen, die etwas beobachtet haben konnten. Selbstverständlich sollten diese Befragungen von erfahrenen Fachleuten durchgeführt werden. Die richtigen Fragen zu stellen ist eine exakte Wissenschaft und zugleich eine große Kunst der Annäherung an die Wahrheit. Wichtige Informationen sind in den Trümmern und Fragmenten des abgestürzten Flugzeuges zu finden, jedoch ist diese Information leicht zu zerstören, zu verfälschen und zu verschleiern. Und es gibt viele Mitwirkende, die an der Verschleierung einer jeden realen Tatsache interessiert sind. Dies wird von der Tatsache belegt, dass die Ukraine, die Niederlande, Belgien und Australien am 8. August eine Vereinbarung unterzeichnet haben, dass Informationen über die Untersuchung des Absturzes nur bei Zustimmung aller Parteien weitergegeben werden dürfen. "Im Zusammenhang mit der Untersuchung werden immer noch Expertisen und andere Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt“, verkündete der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine Yuri Boychenko, „die Ergebnisse werden nach dem Abschluss der Untersuchung bei Zustimmung aller Parteien, die eine entsprechende Vereinbarung getroffen haben, bekannt gegeben."

Verzögerungen und ausweichendes Verhalten bzgl. einer vollständigen und objektiven Untersuchung unter Teilnahme von renommierten internationalen Organisationen lassen zweifeln, ob die beteiligten Parteien wahre Umstände des Absturzes der Boeing 777 der Fluggesellschaften Malaysia Airlines bekannt geben werden.

Erster Vizepräsident der Gesamtrussischen öffentlichen Organisation „Verband der Ingenieure Russlands “,
Vorstandsvorsitzender des Maschinenbauunternehmens „2K“
Ivan Anatoliewitsch Andriewskij
«

P.S. Die Meldung ist vom 15. September 2014 und wurde als PDF ab 17. September d.J. verbreitet.

Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Verband_der_Ingenieure_Russlands
http://www.российский-союз-инженеров.рф/
www.российский-союз-инженеров.рф/de.pdf
http://www.mmnews.de/index.php/politik/20994-mh17-untersuchung-abschuss-durch-Kampfjet
 

Donnerstag, 18. September 2014

Nachruf zum Ableben von Oberst a.D. Peter Prottengeier



  
 

                         Nachruf


Am 14.09.2014 verstarb nach schwerer Krankheit der langjährige Kommandeur der 43.Fla-Raketenbrigade „Erich Weinert“ Sanitz, unser Genosse, Freund und langjährige Weggefährte Oberst a. D. Peter Prottengeier im Alter von 83 Jahren.

„Protti“, wie er von seinen Unterstellten inoffiziell genannt wurde, war ein Soldat mit Herz und Verstand - geachtet und anerkannt in der Truppe. Als Kommandeur korrekt und fordernd, was die Gefechtsbereitschaft, Ausbildung und Disziplin betraf. Aber immer ein Mensch bleibend, bodenständig, gerecht, einfach und fürsorglich. Einer, der sich der Verantwortung für die ihm anvertrauten Soldaten-egal welchen Dienstgrades-immer bewusst war und sich dem sowohl im militärischen als auch im zivilen Alltag stellte. Er stand ein für die Sache und blieb ihr bis zum Schluss treu. 

Der militärische Werdegang von Peter Prottengeier begann 1951 bei der KVP, zunächst in Suhl, ab 1953 dann in Bärenstein/Erzg. - Ausbildung und Einsatz als Gruppenführer bei den Aufklärern, später dann Zugführer und KC einer 45 mm Pak- Bttr. und Übernahme einer Lehrbatterie. Es folgten die Dienststellungen  Kommandeur einer 76 mm Abteilung, Stabschef im Flak-Regiment 13 in Eggersdorf und ab 01.01.1961 Kommandeur des Flak-Regiments 15 in Wolfen. Nach dessen Auflösung am 10.10.1961 übernahm Hauptmann Peter Prottengeier im Zuge der Formierung der Fla-Raketenregimenter  der Luftverteidigung der NVA den Aufbau des Fla-Raketenregiments 13 in Parchim,  war dessen Kommandeur von 1962 bis 1965 und  - nach einem Studium an der Militärakademie „Friedrich Engels“ in Dresden -  von 1968 bis 1971. Die dabei gemachten Erfahrungen, die Erfolge und Ergebnisse in der Aufgabenerfüllung sowie seine Art der Führungstätigkeit waren Grund und Anlass, ihn erneut mit einer schwierigen Aufgabe zu betrauen - das Fla-Raketenregiment 18 in Sanitz zu einer Fla-Raketenbrigade zu formieren. Am 01.09.1971 übernahm er das FRR-18.

Am 01.12.1971 übergab Oberst Weißleder Befehl, Urkunde und Ehrenschleife zur Aufstellung der 43.Fla-Raketenbrigade als taktischen Verband an den Kommandeur, Oberstleutnant Prottengeier. Der ersten Fla-Raketenbrigade der Luftverteidigung der DDR überhaupt. Die hohen Anforderungen an Mensch und Technik, die persönlichen Entbehrungen sowie die zeitlichen Vorgaben, die es beim Bau der neuen Feuerstellungen in Truppeneigenleistung, bei der Einführung, Ausbildung, Gefechtsbereitschaft und Sicherstellung des DHS des Fla-Raketensystem S-125M NEWA zu erfüllen galt,  erforderten viel Kraft, Einsatzbereitschaft, Aufopferung und Disziplin. Eine harte Zeit nicht nur für die eingesetzten Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere und die Familien der Berufssoldaten. Als Kommandeur war er oft vor Ort, er kümmerte sich, half, traf Entscheidungen zu auftretenden Problemen nach intensivem Gedankenaustausch und Anhören. Er war gerade in solchen schwierigen Zeiten stets Ruhepol und eng verbunden mit der Truppe. 

Unter seiner Führung gelang es, in relativ kurzer Zeit die Geschlossenheit der 43.FRBr von der Insel Poel bis zur Insel Rügen mit einem automatisiertem Führungssystem, einer integrierten Funktechnischen Abteilung zur Funkmeßsicherstellung und den Fla-Raketenkomplexen WOLCHOW und NEWA herzustellen, zuverlässig und in hoher Qualität die Aufgaben im täglichen Diensthabenden System bei der Sicherung des Luftraumes entlang der Ostseeküste zu erfüllen und bei den jährlichen Gefechtsschießen auf dem Polygon ASHULUK bei Astrachan gute und sehr gute Ergebnisse zu erreichen. Er blieb in der Truppe, obwohl er mehrmals Angebote für den Einsatz in höheren Stäben der Luftverteidigung der NVA erhalten hatte. Dies sagt eigentlich alles aus.

Nach zehn Jahren, am 18.11.1981 übergab Oberst Prottengeier die Truppenfahne und die 43.Fla-Raketenbrigade „Erich Weinert“ an seinen Nachfolger, Oberstleutnant Spakowski. Oft war er bei Reservistentreffen dabei und verfolgte aufmerksam die weitere Entwicklung der Brigade. So die Einführung der Fla-Raketensysteme S-200 und S-300. Soldat für den Frieden zu sein, das war sein Leben, das nun zu Ende gegangen ist. Wir möchten seiner Familie unsere Anteilnahme und unser aufrichtiges Beileid aussprechen. 

Ein Urgestein der Fla-Raketentruppen der Luftverteidigung der DDR ist von uns gegangen. Wir werden Dich nicht vergessen, Du warst und bleibst für immer ein Teil von uns. Nicht nur in der Erinnerung, auch im TRADI SANITZ bist Du es. Vielen Dank, Peter!
Deine Genossen, Freunde und Mitstreiter  aus der 43.Fla-Raketenbrigade…

Bernd Kirchhainer, Sanitz,  im September 2014


Anhang mit kurzer Übersicht zum militärischen Werdegang:

a) Orte/Stationen
Suhl, Bärenstein/Erzg., Oranienburg, Potsdam, Strausberg/Eggersdorf, Brandenburg/Havel, Frankenberg/Sa., Wolfen, Parchim, Sanitz

b) Funktionen/Dienststellungen
Gruppenführer Aufklärer, Zugführer 45 mm Pak-Bttr., Kompaniechef 45 mm Pak-Bttr., Stellv. Kommandeur einer 76 mm Artillerie - Abteilung, Kommandeur einer 76 mm Artillerie-Abteilung, Stabschef Flak-Regiment 13, Kommandeur Flak-Regiment 15, Kommandeur Fla-Raketenregiment 13, Kommandeur 43.Fla-Raketenbrigade

Quelle: Archiv TRADI SANITZ 



Gedanken und Meinungen zum Ableben (Auszug):

Wir hatten Peter Prottengeier am Freitag, den 12.09.2014, in der Pflegeeinrichtung in Graal-Müritz besucht. Und ihm dabei u.a. Grüße von Kurt Kronig und Detlef Merten alias Resi Otto übermittelt, vom letzteren schriftlich anbei. Die Nachricht vom plötzlichen Ableben zwei Tage später hat uns tief getroffen und erschüttert.

„…Sehr geehrter Herr Oberst, da ich erfahren habe, dass es Ihnen gesundheitlich nicht gut geht, ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen von meiner Familie und mir die besten Genesungswünsche zu senden! Da ich leider zu Zeit nicht so weit fahren kann, ist es mir nicht möglich,  persönlich bei Ihnen vorbei zu kommen. Wir sind beide 1981 entlassen worden, ich war immer stolz, unter Ihnen gedient zu haben. Sie sind für mich immer noch ein Mensch, eine Person, zu dem ich aufschaue, Sie waren während der Dienstzeit immer menschlich und dabei dienstlich korrekt. Ich erzähle meinen Freunden heute noch mit Hochachtung von Ihnen und dem Dienst in der 43.Fla-Raketenbrigade. Diese Zeit werde ich nie vergessen! Es tut mir von Herzen leid, Ihnen dieses nicht persönlich sagen zu können. Die besten Wünsche zur Genesung wünscht Ihnen Detlef Udo Merten. Gedient unter Oberst Prottengeier 1980/81, Resi Otto…“

von Detlef Merten, Grundwehrdienst/Funkorter in der ehemaligen FRA 4322, am Donnerstag, den 11.09.2014, zur Weiterleitung an Peter Prottengeier erhalten. 

„…obwohl ich Peter Prottengeier im Dienst leider nicht begegnet bin, erinnere ich mich an viele Ereignisse um seine Person, die mir aus Erzählungen  und Niederschriften anderer bekannt wurden. Deshalb hat beim Lesen Deiner Nachricht auch mich die Trauer um sein Ableben erfasst.Nimm deshalb bitte mein Beileid entgegen und übermittle es, obwohl unbekannt, den Angehörigen. Sie sollen in der Gewissheit gestärkt werden, dass sein Wirken nicht nur auf seine unmittelbare Umgebung positiv ausstrahlte, sondern auch darüber hinaus mit großem Respekt im Gedächtnis bleiben wird. Sicher bin ich, dass alle Kameraden ihn in ehrenvoller Erinnerung behalten werden. Da ich gern einen kleinen Beitrag zum Schmuck seiner letzten Ruhestätte  leisten möchte, sende mir bitte die Kontodaten für eine Überweisung…“ Bernd Graupner

„…Protti hat mich 1980 gut aufgenommen, ich war noch Hauptmann und wurde als Parteiinstrukteur eingesetzt. Er war "Mensch" geblieben als Oberst und hat sich immer um "seine Soldaten" gekümmert, als Kommandeur ein "Soldatenvater" eben. In diesem Sinne und Gedenken…“ Peter Ganß

„…
Peter Prottengeier hat mich als damaliger Wehrpflichtiger in seiner Eigenschaft als K-FRR 13 auf dem Marktplatz in Parchim vereidigt. Schiet, die Einschläge kommen immer näher…“. Gunter Helmer

„… das ist wirklich keine gute Nachricht. Ein fähiger und menschlicher Kommandeur ist von uns gegangen. Er hatte sehr entscheidend das Wirken vieler Offiziere der 43.FRBr bestimmt, unser militärisches Denken und Handeln. Danke Peter Prottengeier! Was ich als Offizier geworden bin, bin ich maßgeblich durch sein Auftreten als Brigadekommandeur geworden…“ Reiner Bergmann

„…Ich möchte hiermit mein tiefempfundenes Beileid zum Ableben eines Urgesteins der Fla-Raketentruppen der Luftverteidigung der DDR bekunden. Der Name Prottengeier ist mir nicht nur aus den Berichten des "Kanoniers" ein Begriff. Zeitzeugen der ersten Stunden gehen von uns. Der Verlust an Erfahrung und Wissen ist unersetzlich. Aber so ist der Weg des Lebens. Und wir, die wir noch ein wenig länger über Mütterchen Erde wandeln, haben die Pflicht zum Sammeln und Weitersagen. Mit allem Respekt vor der Lebensleistung…“. Roland Woiciechowski

„…vielen Dank für Deine, wenn auch nicht so gute, Information. Du hattest schon Recht mit Deiner Annahme, dass ich im direkten Unterstellungsverhältnis nie mit Peter P. zusammen getroffen bin. Ich kam ja erst 1974 nach Parchim, da war er aber schon weg. Durch seine menschliche Art ist er mir aber immer in guter Erinnerung geblieben. Er hatte Wesenszüge an sich, die ich bei vielen anderen Vorgesetzten manchmal leider vermisst habe. Also vielen Dank für Deine Mitteilung und ehre ihn im Auftrag aller früheren Mitstreiter entsprechend…“. Jochen Bössenrodt

„…Wahnsinn. Das ging ja plötzlich schnell. Auf der einen Seite gut, das er nicht so lange leiden musste, aber auf der anderen Seite sehr, sehr traurig...“. Peter Kraus

„…Peter Prottengeier war in seiner verantwortungsvollen langjährigen Funktion
immer ein bescheidener, pflichtbewusster Offizier. Er war sich seiner besonderen Verantwortung gegenüber den  anvertrauten Menschen stets bewusst und hatte so ein hohes Ansehen bei allen Unterstellten. Er sah seinen Platz und sein Wirken stets an der Basis und blieb dem bis zu seiner Entlassung aus dem aktiven Dienst treu…“.
Joachim Pauls

„…Danke für die traurige Nachricht. Euch und den Angehörigen mein tiefes Mitgefühl. Viele Strausberger werden sich bestimmt noch gerne an Oberst Peter Prottengeier erinnern, genauso wie ich es tue. Wenn ich auch Oberst Prottengeier nur episodenhaft durch Kontrollen und Inspektionen kennengelernt habe – ich habe ihn dabei nur in guter Erinnerung…“. Martin Tesky

„…Danke für die Info. Das Leben ist leider so, auch wenn es in diesem Moment grausam erscheint. Ich verdränge den Gedanken ständig. Ansonsten könnte man dies nicht lange ertragen. Ich habe wenig Wissen über sein Leben nach der Armeezeit. Habe ihn trotz seiner großen Verantwortung als Kommandeur immer als gerechten und offenherzigen Menschen in meiner Dienstzeit kennengelernt…“. Reinhard Herbort


„… Ich bedaure sehr seinen Tod, weil ich eng mit ihm zusammengearbeitet habe. Peter Prottengeier war mein Förderer und hat einen großen Einfluss auf meine Entwicklung genommen. Ich habe ihn sehr geschätzt als Mensch, als Kommandeur und Vorgesetzter. Er hat sich immer voll eingesetzt, um die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Peter war ebenso auch ein vorbildlicher Jäger, er war ein prima Freund und Kamerad…“. Walter Winter