Dienstag, 30. Juni 2015

Ukraine: Holocaust-Gedenkstätten

Wir werden alle älter und darum hören wir zum Abendbrot im Radio gern "endlich deutsche Hits", was auch Nachrichtensendungen mit einschließt. Nachrichten hört man in der BRD aber nicht mehr ungestraft. 

Eine Meldung lautete heute Abend sinngemäß, daß nun in der Ukraine erstmals Holocaust - Gedenkstätten errichtet würden, gleich fünf.

Nanu, Nazis die Holocaust-Gedenkstätten errichten, statt sie zu schänden? Und, ausgerechnet in einer ehemalige Sowjetrepublik, soll es keine Stätten des Gedenkens geben, nicht zuletzt weil dort die Bandera-Leute gegen ihre jüdischen Mitmenschen gewütet haben?!

Also, als erste Anlaufstelle ist Wikipedia immer gut. Siehe da: Für die Ukraine werden sogar 25 Gedenkstätten für die Opfer des Faschismus, der hier natürlich "Nationalsozialismus" heißt, aufgelistet. So die Denkmale zur Erinnerung an die ermordeten Juden in KertschKamjanez-PodilskyjMohyliw-Podilskyj. Natürlich fehlt auch die Denkmalanlage Babyn Jar nicht in der Aufzählung.

Was soll die Meldung?

Das Geheimnis lüftet mir der Deutschlandfunk, wenn auch etwas verquast. So behauptet auch er fälschlicherweise: "Erst jetzt beginnt man in der Ukraine mit der Aufarbeitung des Holocaust." Immerhin erfahre ich, daß am 29.06.2015 tatsächlich "in der Nähe von Lemberg, genau in Rava Ruska und Kysylyn sowie morgen in Ostroschets, Bachiv und Prochid insgesamt fünf Gedenkstätten eröffnet" wurden. Offenbar fünf weitere.

Und wer bezahlte die Errichtung der Gedenkstätten? Die ukrainische Regierung?

Mitnichten: "Bislang erfolgt die Finanzierung durch die Bundesregierung: Sie gab 1,3 Millionen Euro". Aber, das stört Geoffrey Pyatt, den US-Botschafter in Kiew (quais der direkte Vorgesetzte der Putschisten-Regierung), nicht, wenn er meint: "Wenn die Ukraine jetzt beginnt, die Massengräber kenntlich macht, nimmt sie ihre historische Mitverantwortung wahr" ... ja, meine ich, wenn sie mal begönne.

Foto: Wikipedia

Sonntag, 28. Juni 2015

Spaß mit Flaggen

Leider hat bekanntlich Sheldon, aus "The Big Bang Theory", beschlossen, seinen Video-Podcast über die Welt der Flaggenkunde: "Sheldon Cooper präsentiert Spaß mit Flaggen" einzustellen. Hätte er es mal nicht, denn dann wäre der CNN-Reporterin Lucy Pawle nicht ein schwerer Lapsus passiert.

Die Gute hat ganz aufgeregt eine Flagge der Terrororganisation "Islamischer Staat" ausgerechnet auf der diesjährigen Schwulen- und Lesbenparade in London entdeckt:
Dummerweise waren auf dem schwarzen Stoff - zum verwechseln ähnlich - "nur" Dildos und anderes Sexspielzeug abgebildet. Wie meinte einst Dr. George Benjamin Clémenceau so arrogant und antiamerikanisch: "Amerika - die Entwicklung von der Barbarei zur Dekadenz ohne Umweg über die Kultur".

Link

Kameradentreffen des FAG-15

Einundzwanzig ehemalige Kameraden des FAG-15 trafen sich am 30. Mai 2015 zum achten Kameradentreffen auf dem Museumsgelände des Flugplatzes Rothenburg OL.

Wie immer fand ein reger Gedankenaustausch statt, wo man an vielen Begebenheiten aus vergangener Zeit erinnert wurde. Auch bei diesem Treffen konnten drei neue Kameraden aus alten Dienstzeiten in unserer Runde begrüßt werden. 



Das Gruppenbild entstand vor dem Strahltrainer Aero L-39 ZO Albatros. 

Links:

Zeitgenössisches Video zum FAG-15 "Heinz Kapelle":



Der Kanonier Nr. 69 erschienen

Die 69. Ausgabe des "Kanoniers" ist erschienen. Wer auf den 13. Familientreffen der Gemeinschaft der 13er  nicht die Gelegenheit hatte, die gebundene Gesamtausgabe bis einschließlich dem Jahr  2013 zu erwerben, kann hier Ausgaben herunterladen:
http://home.snafu.de/veith/kanonier.htm

Die aktuellen Ausgabe gibt es über diesen Link:
http://home.snafu.de/veith/Texte/Kanonier69.pdf

Das komplette Inhaltsverzeichnis von der ersten bis zur 69. Ausgabe findet sich hier:
http://home.snafu.de/veith/Texte/Inhalt.pdf

Simpler Grund für die Direktlinks: Ich habe technische Schwierigkeiten mit der Website und die sind nicht so "über Nacht" lösbar .... daher erste einmal nur über diesen Blog.

P.S. Wer sich Gedanken darüber macht, um welchen LKW-Typ es sich auf Seite 2 des aktuellen Kanoniers handeln könnte, dem möchte ich meinen Tipp nennen: Vermutlich ein "Robur Garant 30k" der NVA. Hier u.a. bei einer "Militärparade" 2011:

Samstag, 23. Mai 2015

FAUST Gubkow - ein Besuch & ein Erlebnis!


















Vorbemerkung:
Am Tag der offenen Tür TRADI SANITZ am 01.03.2014 waren u.a. auch drei Bilderrahmen zu sehen gewesen, neben Blumen und Pflanzen und nebeneinandergereiht: alle Bilder dokumentierten einen 30. Jahrestag – Verleihung des VVO in Gold an die 43.FRBr „Erich Weinert“, Bezug der Kaserne Prangendorf durch die FRAG 431 mit dem Waffensystem S-200 und schließlich Einberufung zum Wehrdienst für Thomas Stibbe, zur TA SANITZ. Ursprünglich sollte sich damals den vielen & intensiven Gesprächen sowie dem obligatorischen Erbseneintopf ein Abstecher nach Prangendorf anschließen. Die Idee von Barbara wurde aber nicht zur materiellen Gewalt, die Gründe lagen nicht bei uns. Diesmal klappte es, wir sind sehr dankbar und haben uns gefreut. Am 28.02.2015, dem diesjährigen Tag der offenen Tür TRADI SANITZ, lag eine Übersicht/Anmeldung für den Besuch der PATRIOT-Stellung Gubkow aus, wo sich jeder Interessierte eintragen konnte. Am Mittwoch, den 20.05.2015, war es dann soweit…

Treffpunkt um 09.45 Uhr auf dem Parkplatz vor der „Graf Yorck-Kaserne“ in Prangendorf  bei Sanitz. Laut Ablaufplan war nämlich 10.00 Uhr Beginn der Veranstaltung und 10.05 Uhr Abfahrt mit dem Bus zur Stellung. 

14 Teilnehmer hatten sich eingefunden und wurden durch die Staffel-Chefin, Frau Major Semkat, und den Infomeister der FlaRakGrp 21, Hauptfeldwebel M. Dorfmüller, begrüßt. Die weitere Führung übernahm dann die stellv. Staffel-Chefin und E-Offz., Frau Hauptmann Tyransky mit einem Vortrag über das Waffensystem, auch mit Fotos aus dem Türkei-Einsatz, mit Fragen der Besucher und Antworten. Danach eine Rundfahrt durch das weiträumige Gelände der Stellung,  Friedensausbildungsstellung bzw. FAUST genannt. Auch die alten  Bunker der S-200 waren noch zu sehen. Für die zwei Ehemaligen, die in Prangendorf bis 1990 gedient hatten, war es schon ein emotionales Wiedersehen. Aber vieles ist natürlich auch neu und auf das Waffensystem PATRIOT ausgerichtet. Die Besichtigung / Vorstellungen der einzelnen Stationen/Bestandteile des Waffensystems vor Ort waren für alle Teilnehmer interessant. Durch die Fragen während bzw. nach dem Vortrag hatte sich der Zeitplan etwas verschoben, die Stationen waren zwar entfaltet, aber die Soldaten bereits zum Mittag abgerückt. Das tat der Sache aber keinen Abbruch/Schaden.

Mit dem Bus ging es dann nach 12.00 Uhr zurück in die Kaserne nach Prangendorf. Auch beim Mittagessen ein reger Gedankenaustausch. Zum Abschluss übergab Barbara ein Dankeschön: eine Flasche Wein mit dem Wappen der 43.FRBr „Erich Weinert“. Dass Burghard Keuthe aus Wulfsahl das erste Dankeschön erhielt, war erst einmal eine kleine Überraschung. Eine kurze Erklärung gab es aber dazu: Burghard hatte am Tag der offenen Tür TRADI SANITZ am 28. Februar diesen Jahres einen interessanten Vortrag zum aktuellen Stand der russischen Fla-Raketensysteme gehalten. Als Dank sollte er bereits damals diese Flasche  erhalten, was aber im Trubel unterging. Nun erfolgte es offiziell, nachträglich und in dieser Runde. Etwas ungewöhnlich, passte aber zum großen Thema Fla-Raketensysteme. Danach erhielten Frau Hauptmann Tyransky und Hauptfeldwebel M. Dorfmüller das Erinnerungsgeschenk übergeben. Barbara bedankte sich ganz herzlich im Namen der Teilnehmer für die Möglichkeit des Besuches, für das Engagement, für die lockere Atmosphäre, die interessante und gelungene Veranstaltung.

Das Echo bei den Besuchern: ein erlebnisreicher Tag, mit interessanten Einblicken, die Angehörigen der FlaRakGrp 21 sehr aufgeschlossen , nett und bemüht, alle gestellten Fragen zu beantworten. Was einige Teilnehmer sichtlich überraschte. In den Gesprächen bei dem Besuch haben auch die Bundeswehrangehörige, bestätigt durch eigene Aussagen, Interessantes erfahren und mitnehmen können. Also, allen hat es gefallen! 

Hansi Radke und Franko Zerfowski, die noch 1990 in Prangendorf bei der FRAG 431 bzw. FRA 4351 gedient hatten, sahen ihre alten Wirkungsstätte wieder. Für die Demener war es auch ein Ereignis und was Besonderes. Helmut Helmke als Vorsitzender des Militärhistorischen Vereins Demen e.V. und Roland Woiciechowski, übergaben einen USB-Stick über die 5.RBr der LaSK der NVA als Erinnerung. Und Burghard Keuthe von der Parchimer „Gemeinschaft der 13er“ e.V. eine Broschüre über die Konferenz „50 Jahre FRT der NVA“ aus dem Jahre 2012. Im KANONIER hatte er auch schon über den PATRIOT-Einsatz in der Türkei geschrieben gehabt, einen Beitrag über „Sinn und Unsinn“ des Einsatzes.

Alles Gute und ein entspanntes Pfingstfest!


Mittwoch, 25. März 2015

Schulaufsatz - Das Jahr 2000

In den Schulen der DDR war in der 5. Klasse ein beliebtes Aufsatzthema, wie sich die Schüler das Jahr 2000 vorstellen. Bei mir lautete es im Jahr 1974 konkret:

Interessanterweise findet sich im Aufsatz nichts vom weltweiten Sieg des Sozialismus, mit keinem Wort wurde der dann 88. Geburtstag des Generalsekretärs des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und Staatsratsvorsitzenden der Deutschen Demokratischen Republik sowie Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates, Genossen Erich Honecker, erwähnt! Keine fliegenden Autos oder Goldbroiler werden im Aufsatz bewundert.

Das obige Bild habe ich dann auch erst in der 8. Klasse gemalt, vielleicht eine Übung mit Tusche und Feder. Bitte beachte die darin zum Ausdruck kommende "Sehnsucht nach der Ferne", die Satellitenschüssel und Antennen sogar am Auto! Klar, fürs Westfernsehen ;-) 

Wer übrigens den Fehler im Bild findet, also etwas, was es auch in tausend Jahren nicht geben wird, kann die Auflösung in die Kommentarfunktion schreiben ...

Aber zum eigentlich banalen, sachlichen Aufsatz aus dem Jahr 1974. Bitte meine Rechtschreib- und andere Künste mit Nachsicht begegnen:


Ostdeutscher Politiker bedankt sich bei der Stasi!

Faketicker:

+++ Der ostdeutsche Politiker Wynfreth Wirth findet es voll korrekt, dass er in jüngeren Jahren vom MfS beobachtet wurde. "Bei Lektüre meiner Akte sind mir viele schöne Erinnerungen gekommen. Die wären ohne die Stasi - Spitzel unrettbar verloren gewesen. Insgesamt also eine super Sache", sagte Wynfreth Wirth im Gespräch mit der Presse. +++ 

Der Politiker meint, daß "die Genossen vonne Firma so den Friedens-, Umwelt-, und sonstwas - Gruppen das lästige Protokollschreiben abgenommen haben. Bis heute mag bei Vereinsversammlungen niemand diesen öden Job übernehmen" und attestiert sich rückblickend "Verbohrtheit" und "Verblendung" als Teil einer sogenannten Umwelt-Gruppe. Er frage sich selber: "Wie kommt es, dass man als gebildeter Mensch auf einmal in so einer Sekte landet? Dass man die Welt nur noch durch einen Tunnelblick sehen kann?" Wenn er heute am Bahnhof an den Zeugen Jehovas mit ihrem Wachtturm vorbeilaufe, denke er: "Ja, so hast du mit einem Ormig-Abzug vor irgendeinem VEB gestanden."

Trotz der Beobachtung durch das MfS konnte Wirth später als Biologie-Lehrer an einer EOS arbeiten, ehe er Ende der Achtzigerjahre die Grüne Partei in der DDR mitbegründete und in die Politik wechselte. Die Tschekisten, so der Politiker, seien zu dem Schluss gekommen: "Der Unsinn  wächst sich bei dem Wirth schon noch aus."

Dass er als Student Mitglied in einer oppositionellen Umweltbibliothek war, bezeichnet Wirth inzwischen als „fundamentalen politischen Irrtum“. Heute ist der Vater dreier erwachsener Kinder im Aufsichtsrat von BASF. Seine Bodenständigkeit macht ihn auch im Braunkohleabbaugebiet der Lausitz für eine breite Bevölkerung wählbar.

Vor einer Verklärung der Stasi warnt jedoch der Zivilhistoriker Hermann Wegener: "Es gibt bereits einen ethischen Unterschied, ob jemand von einer liberalen, freiheitlichen Ordnung oder einem diktatorischen Regime bespitzelt wird."

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