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Donnerstag, 18. August 2011

"Tunnel der Aggression" und andere Geschichten

Dieser Tage entpuppten sich die russische und südkoreanische Marine als Weicheier und verschoben wegen schlechten Wetter eine Marine-Anti-Terror-Übung, die für den 9. August 2011 bei Wladiwostok vorgesehen war. Wobei eher spannend ist, daß die Zusammenarbeit beider Staaten bereits soweit gediehen ist, daß gemeinsame Übungen überhaupt angesetzt werden.

Schon am nächsten Tag soll der ehemalige Verbündete Rußlands, Nordkorea, während einer Übung schnell Schüsse in Richtung Südkorea abgefeuert haben. Natürlich hat es sich Südkorea nicht nehmen lassen, daß Feuer zu "erwidern". Schauplatz war mal wieder die Insel Yeongpyeong.

Ein paar Tage später bombardiert Israel mal wieder das größte Gefängnis der Welt, den Gaza-Streifen, natürlich nur als "robuste Reaktion" auf einen Terroranschlag. Und was hat der Gaza-Steifen mit diesem zu tun? »Auch wenn es bisher keine Belege für diese Vermutung gibt, könnten die Täter über den Grenzübergang Rafah im Süden Gazas nach Ägypten gelang sein.«

Bei diesen Nachrichten (Korea, Gazastreifen und dessen Tunnel) kam die Erinnerung an die "vier Tunnel der Aggression" in Korea wieder hoch, die angeblich »vom Norden aus unter der DMZ in den Süden gegraben wurden, um im Kriegsfall Militäreinheiten unbehelligt durch die DMZ zu transportieren.« In der engl. Wikipedia, ist der "dritte Tunnel der Aggression" wie folgt beschrieben:

Er sei "riesige" 1,7 km lang und je 2 m hoch und breit. Lediglich der heutige Besuchereingang ist nach dem dortigen Foto deutlich überdimensioniert. Dennoch sollte es die Koreanische Volksarmee schaffen, allein hier eine Division mit 30.000 Mann und leichten Waffen in einer Stunde (sic) durchzuschleusen! Das scheint nicht nur ein enormes Marschtempo vorauszusetzen :-D Woher hat nun Wikipedia diese Info? Klar, aus einem Blog-Eintrag des Shanghai-Korrespondenten des Telegraph aus 2009. Wem dieser nun wieder diese Angabe zu verdanken hat, weiß ich nicht. Ich tippe auf das unabhängige und objektive Besucherinformationszentrum der Republik Südkorea oder einen Shanghaier Taxifahrer.

Die nordkoreanische "Ausrede" es seien Kohleschächte, obwohl der Besucher nur Granit sehe, erinnerte mich an den offenbar "angeblichen" Kalibergbau entlang unserer Staatsgrenze sowohl von Ost als auch von West aus.

Eine andere Geschichte waren die "sowjetischen" U-Boote, die jahrelang die schwedischen Hocheitsgewässer unsicher gemacht haben sollen. »Weinberger [damaliger US - "Verteidigungs"minister; Veith] gab in dem Interview [im Jahr 2000; Veith] überraschend zu, dass amerikanische U-Boote „regelmäßig“ und „häufig“ in schwedische Gewässer eingedrungen seien, während sowjetische U-Boote dazu nicht in der Lage gewesen seien. Das Eindringen habe allerdings mit Wissen und in Absprache mit dem schwedischen Militär stattgefunden.« »Der Anteil der Schweden, die sich direkt durch die Sowjetunion bedroht fühlten, wuchs in diesen Jahren in Umfragen von 7 % auf 45 %.« »Die Regierung Palme stand Anfang der 1980er Jahre mit ihrer Weiterführung und Intensivierung der Entspannungspolitik in direktem Gegensatz zur Regierung Reagan, die entschlossen war, den Kalten Krieg durch verschärfte Konfrontation auf wirtschaftlichem und militärischem Gebiet zu gewinnen.«


Aber, alles Zufälle ;-)

Dienstag, 22. März 2011

Libyen - F-15 der USA abgestürzt

Eine F-15E der USA soll bereits in der Nacht (am 21.03.2011, geg. gegen 22.30 Uhr MEZ) über einem unbewohnten libyschen Gebiet namens "Ghut Sultan" (auch als "Gut ..." oder "Ghot ..." bezeichnet) südöstlich von Bengasi abgestürzt sein, welches zum Rebellengebiet gehöre. Die Besatzung sei unverletzt geblieben. Die beiden Besatzungsmitglieder hätten sich mit dem Schleudersitz retten können, vgl.: Focus (Meldung von 11.02 Uhr). Die Maschine soll von der US-Luftwaffenbasis "Dal Molin" in Vicenza, Italien gestartet sein.

Die beiden Piloten seien von Hubschraubern der vor der libyschen Küste stationiert USS Kearsarge abgeholt worden. Einer kurz nach dem Katapultiervorgang, der andere wurde von Rebellen geborgen und von den USA später geholt. Lese ich das übrigens richtig, das die Amis bei der "Rettungsaktion" wild ballernd aus dem Hubschrauber gesprungen sind, durch Bordwaffen von Flugzeuge unterstützt, und bei der Rettung des ersten Piloten schlicht sechs Dorfbewohner verwundet haben ... wobei z.T. noch keiner gestorben sei?! In den Propaganda liest sich das so: »einer der Amerikaner sei auf offenem Feld in der Nähe der Stadt Benghasi von einem Libyer entdeckt worden. Der Libyer habe den Soldaten in die Arme geschlossen und für seinen Einsatz gedankt.« Widerlich. Nunmehr wurden beide sich widersprechende Meldungen zu einer rührseligen Propagandageschichte zusammengerührt.

"Natürlich" soll die Maschine aufgrund eines technischen Defektes und nicht durch Feindeinwirkung niedergegangen sein. Eine Behauptung, die mir auch beim Krieg gegen Jugoslawien stets begegnet ist ... was schicken die jedes Mal für "Mühlen" in den Krieg?! Vielleicht auch wieder "friendly fire" der Rebellen? Eine "Flugunfalluntersuchung" wird es nicht mehr geben: »Die US-Luftwaffe hat in der Nacht zum Mittwoch [den 23.03.2011; Veith] in Libyen das Wrack eines verunglückten amerikanischen Flugzeugs komplett zerstört. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen im US-Militärkommando« rian.ru.

Zwischenzeitlich wurde berichtet, daß es sich um eine Maschine der 492 Fighter Squadron der 48. Fighter Wing USAF, stationiert in Großbritanien, mit der Registrierung "91-0304/LN" handele. Wenn das stimmt, gibt es u.a. hier ein Foto dieserF-15E aus "besseren Tagen":
http://www.flugzeugbilder.de/show.php?id=105659

Die Maschine sieht jetzt übel aus: telegraph.co.uk

Übrigens, zeigte SPON am 18. März 2011 bereits das Foto einer am Boden brennenden MiG-21, mit folgenden Text: »Dieses Flugzeug der libyschen Lufftwaffe stürzte in der Nähe von Bengasi ab - angeblich aus mechanischen Gründen.« Nun vermisse ich die Vokabel "angeblich" und mich stört auf dem Foto der geöffnete Bremsschirmbehälter und ich sonst nichts gehört habe, außer jene Bildstrecke. Dieser "Absturz" vom letzten Freitag könnte alledings tatsächlich komplett gefakt sein, um die "westliche" Invasion zu rechtfertigen.

P.S. Den Rebellentruppen unter der Fahne des alten Königs ist es trotz Luftunterstützung durch westliche Kampfbomber nicht gelungen, die Stadt Ajdabiya im Osten Libyens zu erobern. Dagegen bombardiert Israel im "Schatten" des Libyen-Krieges wieder den Gaza-Streifen. Da die USAF als Absturzort nicht ein unbekanntes Gebiet "südöstlich von Bengasi" sondern allgemein den "Nordosten" Libyens angibt, könnte der Abschuß^^^sturz im Rahmen der Luftunterstützung beim Kampf um Ajdabiya erfolgt sein.

Die Frage des Absturzortes sollte im Auge behalten werden. Eine Zeitschrift aus der Schweiz berichtet: "Der Journalist Rob Crilly der Zeitung «The Telegraph» twittert: «Ich habe gerade ein abgestürztes US-Kriegsflugzeug auf einem Feld gefunden. Ich glaube an einen technischen Defekt.» Die Zeitung schreibt, dass es ein F-15E Eagle sein soll. Crilly berichtet aus der Stadt Bengasi." Die USAF informierte also, weil ein Journalist, der gewöhnlich aus Bengasi berichtet, ein Flugzeug "gefunden" hat und sachkundig einen "technischen Defekt" schlußfolgert :-D Nun ist es möglich, daß US-Soldaten in fremden Ländern nicht so gut zwischen den Städten unterscheiden können oder ... es wurden ggf. zwei "Zwischenfälle" medial zu einem "verschmolzen".

update (23.03.2011)
Zwischenzeitlich habe ich den mutmaßlichen Absturzort gefunden. Er liegt an einer Haupverbindungsstraße 120 km südlich von Benghazi aber nur 40 km nördlich von Ajdabiya. Damit ist es m.E. sicher, daß das us-amerikanische Kampfflugzeug während der Luftunterstützung für regierungsfeindliche Gruppierungen abstürzte.

Montag, 26. Januar 2009

Bilanz des Gazakriegs

"Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen 1340 Menschen das Leben gekostet, darunter 460 Kinder und 106 Frauen. Verletzt wurden 5320 Menschen, darunter 1.855 Kinder und 795 Frauen. Auf israelischer Seite starben 13 Menschen, davon vier durch Raketen, 84 wurden verletzt. Nach Angaben des Palestinian Center for Human Rights waren 197 bewaffnete Hamas-Kämpfer unter den Opfern, alle anderen seien Zivilisten gewesen." Die Presse.com

Anmerkung: Hier ist der vierte tote israelische Zivilist wieder da. Dann würde bei der israelischen Armee ein Toter "zuviel" sein: http://frgdr.com/blog/articles/fallen-cast-lead/

Den "197" toten Hamas-Kämpfer ist vermutlich genauso zu trauen, wie den "10" toten israelischen Soldaten. Das sind politisch festgelegte Zahlen. Unstrittig hat hier auf engsten Raum ein unglaubliches Massaker stattgefunden. Ungestraft durch die Weltgemeinschaft konnte eine in Dimensionen überlegene Militärmacht wochenlang bombardieren und töten.

Sonntag, 18. Januar 2009

Einseitige Waffenruhe

Am Abend des 16.01.2009 hatte die noch amtierende US-Regierung ein Abkommen mit Israel unterzeichnet. Es sieht die Stationierung von "Beobachtern" der USA an der Grenze zu Gaza vor. Diese sollen durch "technische Unterstützung" sicherstellen, dass Israels Blockade gegen den Gazastreifen nicht durch Tunnel umgangen und 1,4 Millionen Menschen weiter nur unter Kontrolle Israels versorgt werden dürfen. "Natürlich" sollen auch die "europäischen Alliierten", einschliesslich Großbritannien, BRD und Frankreich, an den "Überwachungs-Bemühungen" teilnehmen .... und was macht nun die israelische Regierung:

»Bevor sie irgendeinen Waffenstillstand mit der Hamas unterzeichnet, gegen die sie zwar Krieg führt aber die sie nicht einmal als Kriegsgegner akzeptiert, verkündet Israels Regierung lieber generös, ganz mitfühlende Gentlemen and -women, eine "einseitige Waffenruhe". Das hat den grossen Vorteil für Israels Regime, dass es keinerlei Verpflichtungen eingehen muss. Gleichzeitig kann man die eigenen Verbündeten, ... , politisch solange erpressen bis diese Truppen schicken und einem das Problem Gaza vom Hals schaffen.« (ru) Tja, und das läuft gerade ....

Und die Menschen sterben weiter: »Seit Beginn der Offensive wurden 1200 Palästinenser getötet und 5100 verletzt. Israel hatte das dicht besiedelte Küstengebiet mit seinen etwa 1,5 Millionen Bewohnern zunächst aus der Luft angegriffen und später Bodentruppen eingesetzt. Auf israelischer Seite starben seit Beginn der Offensive zehn Soldaten sowie drei Zivilisten bei den Raketenangriffen.« (reuters)

Links:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2009/01/gaza-waffenruhe-in-sicht.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2009/01/zwischenbilanz-der-israelischen.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2009/01/body-count.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2009/01/verstand-vs-propaganda.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2008/12/israelische-luftangriff-auf-gaza.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2008/12/israelische-armee-mit-youtube-channel.html

Donnerstag, 15. Januar 2009

Gaza: Waffenruhe in Sicht?

Kein Wunder:
»Die Europäische Union und Israel werden nach Angaben des Vertreters der EU-Kommission in Israel, Ramiro Cibrian-Uzal, den Prozess der gegenseitigen Annäherung vorerst unterbrechen. Der Vertreter der EU-Kommission sagte am Mittwoch in Jerusalem, angesichts der israelischen Militäroffensive im palästinensischen Gazastreifen werde eine "Pause" beim Prozess der "Verbesserung der bilateralen Beziehungen" eingelegt. Dies hätten beide Seiten gewünscht, beide Seiten hielten den Moment dafür für "angemessen". EU-Entwicklungskommissar Louis Michel hatte Israel vorgeworfen, mit seiner Offensive das humanitäre Völkerrecht zu missachten« (Der Standard, siehe auch: AFP).

Hinweis:
Seit dem Sommer 2007 führt die "Europäische Union" Verhandlungen mit Israel, um dem Staat "gleiche Rechte wie ein EU-Mitgliedstaat" einzuräumen. Das Assoziierungsabkommen zwischen Israel und der EU wurde bereits am 20. November 1995 unterzeichnet. Am 1. Juni 2000 trat es in Kraft. Der EU-Israel-Assoziierungsrat (auf ministerieller Ebene) und der EU-Israel-Assoziierungsausschuss (auf Beamtenebene) treffen sich regelmäßig (ru).

Alles viel zu spät:
»Seit Beginn der israelischen Militäroffensive am 27. Dezember kamen nach Angaben von Rettungskräften 1070 Palästinenser ums Leben, darunter 335 Kinder und 100 Frauen. Mehr als 5000 weitere Menschen wurden verletzt« (welt).

update (16.01.2009, 11.00 Uhr)
Konsequenzen:
»Ein im Verhandlungswege vereinbarter Waffenstillstand solle durch einen "Mechanismus" garantiert werden, der die "Entsendung einer multinationalen Präsenz mit einem eindeutigen Mandat einschließen könnte" .... Von besonderer Bedeutung sei hier die Überwachung der Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen; dies bringe eine "wichtige Rolle für Ägypten" mit sich« (EU-Parlament; Hervorhebung von mir).

Wie schrieb ich bereits am 07.01.2009: »Zwischenzeitlich verdichten sich Theorien, nachdem das Ziel der israelischen Aggression darin bestehe, die Verantwortung für das besetzte Gebiet "Gaza-Streifen" endgültig loszuwerden. Als Kandidat für die zukünftige Verantwortung steht offenbar Ägypten an erster Stelle, aber auch eine EU-Streitmacht (BRD incl.) wäre eine Option .... natürlich in Rahmen israelischer Vorgaben.«

Inzwischen gehen die "Kämpfe" im Gazastreifen gehen weiter, ohne auf die zivilen Opfer zu achten. Die israelische Armee führt derzeit die heftigsten Bombardierungen seit Beginn der sog. "Bodenoffensive" durch. Es sollen nun mehr als 1.100 Menschen um ihr Leben gebracht worden sein (PR, reuters).

Montag, 12. Januar 2009

Zwischenbilanz der israelischen Außenministerin

»„Israels Abschreckungspotenzial ist wiederhergestellt.“ Dieses Resümee zog Außenministerin Tzipi Livni am 17.Tag der Gaza-Offensive im israelischen Militär-Rundfunk« (dp).

Was heißt das? Offenbar dies: »Die Zahl der seit Beginn der Militäroffensive am 27. Dezember getöteten Palästinenser stieg nach Angaben der Behörden in Gaza auf 917. Mehr als 4100 Personen seien verletzt worden« (mz). Die Zahl der getöteten Israelis ist offenbar unverändert.

Links:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2009/01/body-count.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2009/01/verstand-vs-propaganda.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2008/12/israelische-luftangriff-auf-gaza.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2008/12/israelische-armee-mit-youtube-channel.html

update (14.01.2009, 14.00 Uhr)
Die Zahl der palästinensischen Opfer stieg zwischenzeitlich auf 975, zudem gab es mindestens 4.300 Verletzte. die Zahl der Toten auf israelischen Seite blieb offenbar gleich (noows). Inzwischen erkennt Israel immer mehr, daß es aus diesem Massaker nur als Verlierer herauskommt. Folge ist die Ausweitung des Krieges und Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen:

»Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Mittwoch im Gazastreifen insgesamt 60 Ziele angegriffen ... Ein Armeesprecher erklärte, Israel mache Libanons Regierung und Armee verantwortlich für die Angriffe. Der Sprecher erklärte, die Armee habe mit Artilleriefeuer auf die Raketen-Angriffe reagiert.« (taz)

»We must continue to fight Hamas just like the United States did with the Japanese in World War II," Avigdor Lieberman said, according to the website of the Jerusalem Post newspaper. Japan surrendered in 1945 after atomic bombs were dropped on the cities of Nagasaki and Hiroshima.« (afp)

update (14.01.2009, 21.00 Uhr)
Nach Angebane der BBC steig die Opferzahl im Gaza auf 1.015 Menschen, davon mindestens 400 Kinder und 76 Frauen. Verletzt wurden demnach mehr als 4.500 Menschen, davon mindestens 1.600 Kinder und 678 Frauen. Die Zahl der getöteten Israelis blieb wohl bei offiziellen 13. Hier die Visualisierung der Opferzahlen durch die BBC:

Sonntag, 11. Januar 2009

Body Count

Seit der US-Operation "Phönix" spielt der Begriff "Body Count" eine tragende Rolle bei bewaffneten Auseinandersetzungen. Ich habe die Zeitungsmeldungen zu den israelischen Angriffen auf den Gaza - Streifen daher wie folgt visualisiert:

Montag, 5. Januar 2009

Verstand vs. Propaganda

"Wie jedes Volk unter rechtswidriger Besatzung haben auch die Palästinenser ein Recht auf Widerstand. Für eine rechtswidrige Besatzung gibt es aber kein Recht auf Verteidigung, sondern nur die Verpflichtung, die Besatzung vollständig aufzuheben. Während der letzten sieben Jahre sind 14 Israelis zumeist durch Raketen vom Gazastreifen getötet worden. In der gleichen Zeit wurden mehr als 5000 Palästinenser mit Waffen getötet, die auch aus den modernsten Arsenalen der US-Armee stammen. Und während keine Raketen vom Westjordanland aus abgeschossen wurden, starben dort allein dieses Jahr 45 Palästinenser von israelischer Hand. Das ist die Realität der Besatzung, in der jede Art von Waffenstillstand nur dann einen Sinn hat, wenn die Besatzung selbst verschwindet. "
Aus der Rede des Völkerrechtlers und Bundestagsabgeordneten Prof. Norman Paech (Die Linke), gehalten auf der Friedenskundgebung auf dem Hamburger Gänsemarkt am 02.01.2009 (jw vom 05.01.2009).

Die Zahl aller Todesopfer im Gazastreifen seit Beginn der Massaker vor zehn Tagen stieg auf über 550. Die UNO geht davon aus, dass ein Viertel, also mindestens 137 davon, Zivilisten sind (20).

s.a.:

update (07.01.2009)
Zwischenzeitlich werden die Opferangaben spärlich bzw. "atomisiert". Es ist jedoch davon auszugehen, daß ihre Zahl inzwischen bei über 700 Tote und 3.100 Verletzte liegt, darunter 34 Opfer nach dem israelischen Bombardement einer UN-Schule. "Nach Angaben des UNO-Büros für die Koordinierung der humanitären Hilfe (OCHA) handelt es sich bei der Hälfte aller Todesopfer um Frauen sowie Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren" (fr-online, SF, nachrichten). Offiziell gaben die israelischen Truppen weitere 4 getötete Soldaten zu, deren Zahl summierte sich damit auf fünf. Allerdings wurde bereits gestern gemeldet, eine israelische Spezialeinheit sei um ca. 22 Uhr in ein leeres Haus gelockt worden, welches man zuvor mit Sprengstoff vollgepackt hätte. Dann will der Widerstand das Haus mitsamt den Angreifern in die Luft gesprengt haben, mit der Folge von 10 getöteten Elitekämpfern und 30 Verwundeten (LZ). Damit hätte sich die Zahl der getöteten israelischen Soldaten auf ca. 20 erhöht, dazu bereits seit längerem bekannten 4 Zivilisten.

Das Verhältnis der Verluste würde demnach inzwischen von 200 : 1 auf 30 : 1 gesunken sein .... dem israelischen Regime hätte das von Beginn an klar sein müssen: Auch mit größter Brutalität kann es nicht siegen ... nur mit Frieden hätten es eine Chance!

Zwischenzeitlich verdichten sich Theorien, nachdem das Ziel der israelischen Aggression darin bestehe, die Verantwortung für das besetzte Gebiet "Gaza-Streifen" endgültig loszuwerden. Als Kandidat für die zukünftige Verantwortung steht offenbar Ägypten an erster Stelle, aber auch eine EU-Streitmacht (BRD incl.) wäre eine Option .... natürlich in Rahmen israelischer Vorgaben.

update (08.01.2009)
Die Zahl der palästinensischen Todesopfer stieg heute auf 750 Menschen. zusätzlich wurde ein UN-Hilfskonvoi von israelischen Soldaten beschossen, ein Fahrer starb. Ebenfalls ein israelischer Offizier starb, als eine Panzerabwehrrakete explodierte. nach obiger Rechnung wären nunmehr 21 Soldaten und 4 israelische Zivilisten tot (NZ).

update (10.01.2008)
Im nun schon zwei Wochen dauernden Massaker der israelischen Armee stieg die Opferzahl auf mindestens 805 Menschen. Zudem scheinen wohl mindestens zwei weitere israelische Soldaten ums Leben gekommen sein, denn deren Zahl wird nunmehr mit 13 angegeben. Nach obiger Rechnung wären es tatsächlich 23 tote Soldaten und weiterhin 4 tote Zivilisten (SD, ns).

Inzwischen wurde eine wirkungslose UN-Resolution verabschiedet, die wievielte im "Palästinenser - Konfilkt"?! Jedenfalls scheint diese ein "nettes" Detail zu enthalten: "Zudem müssten dort Bedingungen geschaffen werden, um den Waffenschmuggel zu unterbinden und die Grenzübergänge wieder zu öffnen. Im Gespräch ist eine internationale Überwachung der Grenze zwischen Gaza und Ägypten, um Waffenschmuggel durch Tunnel zu verhindern" (reuters). Was heißt daß? Richtig: "Im Gaza-Konflikt kann sich die Regierung einen Einsatz deutscher Blauhelme vorstellen. Werde Deutschland aufgefordert, könne man sich schwerlich dem entziehen, meint Staatssekretär Erler" (NZ).

Wie schrieb ich vor drei Tagen: "Als Kandidat für die zukünftige Verantwortung steht offenbar Ägypten an erster Stelle, aber auch eine EU-Streitmacht (BRD incl.) wäre eine Option .... natürlich in Rahmen israelischer Vorgaben."

update (11.01.2009)
Die Zahl der Opfer liegt nunmehr bei 900 Toten und über 3.600 Verletzten. Inzwischen gab selbst Israel zu, daß mindestens 600 der Toten Zivilisten sind. Auf israelischer Seite werden zehn Soldaten und intererssanterweise "nur noch" drei Zivilisten als Opfer angegeben (SPON, AFP, reuters).

GOTO http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2009/01/zwischenbilanz-der-israelischen.html

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Israelische Armee mit youtube channel

Die Israelische Armee hat seine PR auf youtube ausgedehnt, der Tod "live":
http://www.youtube.com/user/idfnadesk

Hier die Wirkung am Boden (nur die Aufnahmen sind nicht von der IAF):
http://www.0815-info.de/Gallery-act-thumbnails-album-3-page-1.html

"Israel verwehrt Journalisten den Zugang zum Gaza-Streifen - unabhängige Berichterstattung über den Konflikt mit der Hamas wird unmöglich" (Spiegel).

Samstag, 27. Dezember 2008

Israelische Luftangriff auf Gaza

Die die Zahl der Toten und Verletzten bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen wird nunmehr mit über 200 Tote und rund 750 verletzte Palästinenser angegeben.

Wieviel Tote und Verletzte gab es aufgrund der palästinensischen Raketenangriffe auf israelischer Seite? Bei faschistischen Vergeltungsmaßnahmen gab es bereits im Spanienkrieg und dann auch später im WK II das befohlenen Verhältnis 10 : 1 ... ich erwarte daher rd. 20 tote Israelis und ca. 75 Verletzte ....Vorsorglich: Das ist nicht meine Logik!

Was muß ich lesen:
"Nach israelischen Polizeiangaben schlugen mehr als 30 selbstgebaute Geschosse auf israelischem Boden ein. In der Stadt Netiwot kam laut israelischen Radioberichten eine Frau ums Leben. Vier weitere Israelis wurden verletzt" (Spiegel).

Also ein Verhältnis von rd. 200 : 1 - pffff - Warum das alles?! Einen Hinweis liefert Springers Welt: "Obwohl die Friedensverhandlungen zwischen Palästina und Israel in den letzten Monaten positiv vorangeschritten sind ..." Mithin will "jemand" diese Gespräche torpedieren .... offenbar erfolgreich :(

"Nach einer Erklärung aus dem Büro des amtierenden israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert wurde eine langfristig angelegte Militäroperation bereits am 24. Dezember gebilligt" (Süddeutsche Zeitung). Im Vorfeld dieses "Heiligabends" meldeten die Nachrichtenagenturen auch dieses: "Der einflußreiche Hamas-Anführer Mahmud Sahar hat die Vereinbarung einer neuen Waffenruhe mit Israel in Aussicht gestellt, wenn die Blockade des Gazastreifens aufgehoben werde. Er sei zu einer neuen Waffenruhe bereit, wenn Israel bestimmte Bedingungen erfülle, sagte Sahar am Dienstag in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP" (jw).

Update (28.12.2008)
Israel setzt seine Luftabgriffe fort und hat inzwischen mindestens 270 Menschen getötet und über 900 Menschen z.T. schwer verletzt.
Update (29.12.2008)
Israel flog weitere Luftangriffe und bis in die Mittagsstunden stieg die Zahl der aus der sicheren Höhe der Flugzeuge getöteten Menschen auf 313. Verletzt wurden rd. 1.400 Menschen.
Update (30.12.2008)
Die Zahl der Opfer der israelischen Luftangriffe soll sich inzwischen auf 360 Menschen erhöht haben, etwa 1.700 wurden verletzt. "Der UN zufolge waren mindestens 62 der Toten Zivilisten" (Zeit). Auf israelischer Seite starben bisher 4 Menschen.
Update (31.12.2008)
Israel lehnt französischen Vorschlag zur Waffenruhe ab und bombardiert weiter. Die Opferzahl im Gaza-Streifen hat sich zwischenzeitlich auf 390 Tote und mehr als 1.800 Verletzte erhöht. Der vereinzelte Beschuß Israels mit selbsgebastelten Raketen forderte keine weiteren Opfer (Netzeitung).
Update (03.01.2009)
Zwischenzeitlich sind mindestens 428 Menschen getötet und 2.200 durch die Angriffe der IAF aus der sicheren Höhe ihrer Bomber verletzt worden. Die Zahl der getöteten Israelis verbleiben bei insgesamt vier (nzz.ch). Immerhin gestattete Israel nunmehr die Ausreise von 350 bis 450 Ausländern aus dem Gazastreifen (welt.de). Wie großzügig ... darunter waren wohl 106 russische Bürger sowie 77 Bürger der Ukraine, von Moldawien, Kasachstan und Weißrusslands (rian.ru).
Update (04.01.2009, 0.10 Uhr)
Im Laufe des gestrigen Tages starben mindestens 30 weitere Menschen durch Luftangriffe auf den Gazas-Streifen, die Zahl der Toten erhöhte sich dort auf mehr als 470. "Unter den Opfern seien 75 Kinder und Jugendliche sowie 37 Frauen. Mehr als 2300 Palästinenser wurden demzufolge bisher verletzt. Auf israelischer Seite starben durch den Raketenbeschuss militanter Palästinenser vier Menschen" (FTD.de). Gestern begann um 16.30 Uhr ein israelisches Kommando unterstützt von Kampfhubschraubern und Artillerie in den Gaza - Streifen einzudringen. "Der arabische Fernsehsender al-Jazeera meldete unter Berufung auf Aksa-TV, dass "der Widerstand" bisher fünf israelische Soldaten getötet habe" (Spiegel).
update (04.01.3009, 15.20 Uhr)
Die Zahl der zwischenzeitlich getöteten oder verletzten Menschen ist unbekannt. In Gaza steigt die Zahl der nach eigenen Angaben durch den palästinensischen Widerstand zerstörten israelischen Panzer auf sieben (radio-utopie). Entgegen der penetranten und offensichtlich verlogenen Propaganda erklärte der israelische Armeesprecher Avichai Edri arabischen Medien offen und in seinem Sinne ehrlich, um einen vollständigen Stopp der weitgehend wirkungslosen Raketen-Angriffe der Hamas gehe es auch gar nicht: "Das Ziel der Armee ist nicht ein totales Ende des Raketenbeschusses auf Israel. Wir sind nicht fähig das zu tun, das war nie unser erklärtes Ziel. Aber das Ziel der Armee ist eine Veränderung der Bedingungen vor Ort, so dass die Bürger des Südens zu einem normalen Leben zurückkehren können" (tagesschau.de). Was die unter einem "normalen Leben" so verstehen.
update (04.01.3009, 23.10 Uhr)
Die Zahl der getöteten Palästinenser stieg auf über 500 (SF). Die unter primitivsten Bedingungen handelnden medizinischen Einrichtungen in Gaza berichten von 507 getöteten Menschen, darunter 87 Kindern und 2.790 Verwundeten, wobei laut Aussagen die Anzahl der Getöteten und Verwundeten weit aus höher liegt, da nicht alle von Helfern in den Strassen gefunden würden (ru). Inzwischen wurde die bereits gestern von arabischer Seite gemeldeten 30 israelische Verwundeten und ein gefallener israelischer Soldat bestätigt (SF). Israelische Zivilisten kamen nicht ums Leben.

WEITER: