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Freitag, 8. April 2016

Aleppo - Gasangriff gegen kurdische YPG-Milizen

RT.com meldet, daß es heute zwischen 11.30 und 12.00 Uhr Ortszeit zu einem Giftgas-Angriff in Syrien gekommen sei. 

Das russische Verteidigungsministerium meldete bereits gestern, daß über 1.000 Al-Nusra Kämpfer, zusammen mit sieben Panzern und 24 Geländewagen, bewaffnet mit schweren Maschinengewehren, sich am nördlichen Stadtrand von Aleppo konzentriert hätten. Die Al-Nusra-Front ist als Terror-Organisation vom derzeitigen Waffenstillstand ausgenommen.

Beim Angriff wären neun Menschen getötet und 29 verletzt wurden. Als Hinweis für einen chemischen Angriff wird "gelber Rauch" und Erstickungssymptome, Würgen und Unwohlsein genannt. Ein vergleichbarer Angriff hätte bereits vor einem Monat stattgefunden, damals wäre "gelber Phosphor" verwendet worden.

Mal sehen, ob und wann die Qualitätspresse berichtet, s.a.:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2012/12/c-waffeneinsatz-in-syrien.html

update
Der größte Giftgasangriff habe "am 21. August 2013 in der Region Ghuta östlich von Damaskus stattgefunden. Damals waren dem Bericht zufolge 1.242 Menschen ums Leben gekommen."
http://de.sputniknews.com/militar/20160314/308414683/chemiewaffen-angriffe-in-syrien.html

Sonntag, 23. März 2014

Krieg gegen Syrien wieder forciert

Seitdem die syrischen Regierungstruppen langsam aber erfolgreich gegen die von den USA und Saudi-Arabien unterstützen "Rebellentruppen" vorgehen und die Rebellen sich gegenseitig bekämpfen, war es irgendwie ruhig um den Konflikt geworden. Eine offene ausländische Intervention wurde offenbar mit dadurch verhindert, daß Russland seit dem Zusammenbruch der UdSSR wieder einen ständigen Mittelmeer-Verband hat. So gelang auch der Russisch-Syrische-Coup mit dem Abtransport der Chemiewaffen, die als Vorwand für einen Angriff seit Beginn des Konflikts als Damoklesschwert hingen.

Die Medien wandten sich den Ereignissen in der Ukraine zu und sie beinhalteten mehr, als der geneigte Leser ahnen konnte: Mit einer Vertreibung der russischen Schwarzmeerflotte, wäre eine Versorgung des russischen Kampfverbandes im Mittelmeer nicht mehr machbar gewesen und damit die Unterstützung Syriens.

Das ging nun gründlich schief und nun wird wieder in Syrien direkt gezündelt: Die US-Regierung stellt die diplomatischen Beziehungen zu Syrien ein. Das war das Signal und dann:

* Die Türkei schießt ein syrisches Militärflugzeug an der Grenze ab.
* Das syrische Hoheitsgebiet wird aus Panzern und Artilleriegeschützen beschossen.

update
Türkei: »In dem jetzt bekannt gewordenen Treffen sprechen die Regierungsbeamten angeblich darüber, dass eine Auseinandersetzung mit Syrien provoziert werden könnte. Geheimdienstchef Fidan sagt der Aufzeichnung zufolge, es wäre „kein Problem“, einen Anlass zum Losschlagen zu schaffen. Mehrfach wurde allerdings betont, dazu müsse es den politischen Willen gegeben - womit offenbar eine Entscheidung Erdogans gemeint war. Die Türkei ist Nato-Mitglied« (Tagesspiegel.de vom 27. März 2014).
Spannend wäre zu nun erfahren, wer laufend "Telefonmitschnitte" fertigt und weiter zur Veröffentlichung bringt sowie warum?!

Dienstag, 18. März 2014

Putins Rede zum Beitritt der Krim

Putins Rede zum Beitritt der Krim
auf deutsch und vollständig.

Damit hat Russlands Marine weiterhin Zugang zum Mittelmeer.

Samstag, 1. März 2014

Kanonier Nr. 64 erschienen

Die 64. Ausgabe des "Kanoniers" der Gemeinschaft der 13er ist pünktlich zum 1. März, dem Ehrentag der NVA, erschienen:
http://home.snafu.de/veith/Texte/Kanonier64.pdf

Spannend, informativ und aktuell:

- Sinn und Unsinn des Türkei-Einsatzes der Bundeswehr
- Erinnerung an die Dienstzeit (Fotos und Erinnerungen von Uffz. W. Rosenfeld)
- Die Kurzgeschichte "Gas" von Georg Ehrhardt
- Literaturhinweise:
* Im April 2014 erscheint das neue Buch von Bernd Biedermann und Wolfgang Kerner unter dem Titel "“Krieg am Himmel”". In dem Buch wird über die zahlreiche Luftprovokationen, Spionageflüge und Flugzeugentführungen in der Zeit des Kalten Krieges und darüber hinaus informiert.
* Martin Tesky "Die Flakartillerieschule (FAS) in Geltow 1956-1962", erschienen im Eigenverlag, bereits November 2011, A4, 40 Seiten.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Die Syrien-Falle

Gestern, den 13. Februar 2013, lief abends offenbar ein sehr guter Film zum Thema Krieg gegen Syrien:

Die Syrien-Falle - Deutschland und der Krieg gegen Assad

Der Film wird hier von der ARD angekündigt und ist noch temporär in deren Mediathek zu sehen:

=> Sehen, downloaden!

Warum? Ich habe mir die 45-Minuten von Hubert Seipel zwar noch nicht angesehen, aber SPON schreibt u.a.: "Die Dokumentation wartet mit fragwürdigen Ansichten auf" und läßt auch sonst kein wirklich gutes Haar am Dokumentarfilm. Wenn das kein Qualitätssiegel / Ritterschlag ist, dann weiß ich auch nicht. Vielleicht kommt er an die WDR-Produktion "Es begann mit einer Lüge - Deutschlands Weg in den Kosovo-Krieg" heran. Mal sehen ....

Montag, 4. Februar 2013

Mediale Inszenierung auf der Münchner Sicherheitskonferenz

Ein Hauch von "kuwaitische Krankenschwester" durchwehte die Wehrkunde^^^Sicherheitskonferenz:

»Nun ist der Moment für Kholoud Mansour gekommen. „Ich sehe in dieser Opposition keine Lösung“, sagt die junge Frau, die aus Syrien geflüchtet ist und inzwischen in London studiert. „Mein Volk leidet unter der Brutalität des Regimes und es leidet unter der Brutalität der Aufständischen.“ Wieso schaue die Welt tatenlos zu, während sich vor ihren Augen eine Tragödie abspiele? Warum würden weiter Waffen in das Land geliefert? Weshalb seien die Zustände in den Flüchtlingslagern so katastrophal? „Wir brauchen mehr Action und weniger Konferenzen“, ruft Mansour. Das Podium schaut betroffen. Die versammelte Elite der Sicherheitspolitiker der Welt im Saal schaut betroffen ... Kholoud Mansour steht noch immer am Mikrofon und blickt erwartungsvoll in den Saal. Gerne würde sie eine Antwort erhalten, etwas Hoffnung für Syrien mitnehmen aus München« (FR 04.02.2013).

Die Frau ist zwar keine Botschaftstochter und Prinzessin allerdings mitnichten nur "aus Syrien geflüchtet" und studiere lediglich in "London", wie die Frankfurter Rundschrau schreibt. Sie ist wohl in diversen Organisationen tätig und schreibt für "demokratische Teilhabe" und "Demokratiebildung". In welcher Funktion ist sie dort aufgetreten?

Vermutlich als ein Vertreter der Munich-Young-Leaders.

Wer ist denn das schon wieder?! Die "Munich Young Leaders", zu denen Frau Kholoud Mansour offenbar gehört, sind ein "Runder Tisch" für ausgewählte Nachwuchs-Führungskräfte (< 40 Jahre) aus -zig Staaten, die sich nunmehr regelmäßig am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz einfinden. »Ziel ist es, die künftigen außen- und militärpolitischen Eliten aus Deutschland, den NATO-Staaten und nahestehenden Ländern eng zusammenzuführen und damit dauerhafte, für die deutsche Außenpolitik nutzbare Bindungen zu schaffen ...

... Die als zukünftige Entscheidungsträger eingestuften Nachwuchskräfte erhalten die Gelegenheit, mit hochrangigen Teilnehmern der Sicherheitskonferenz zu diskutieren; sie nehmen darüber hinaus am gesamten Programm der Konferenz teil. Bei dem Projekt handelt es sich um eine gemeinsame Initiative der Sicherheitskonferenz und der Körber-Stiftung, einer einflussreichen Organisation der Berliner Außenpolitik ...

... Die "Munich Young Leaders" zeichneten sich insbesondere "dadurch aus, dass sie trotz ihres jungen Alters ... schon Schlüsselpositionen mit besonderer außen- und sicherheitspolitischer Relevanz innehaben", erläutert Thomas Paulsen, Leiter des Bereichs Internationale Politik der Körber-Stiftung« (German-Forein-Policy vom 03.02.2010).

Also, noch einmal langsam: Frau Kholoud Mansour hatte also Moaz al-Khatib auf der Sicherheitskonferenz "gelauscht, wie er eindringlich um Unterstützung der Aufständischen in Syrien bat" (FR). Der Mann ist Präsident der "Nationalkoalition für Oppositions- und Revolutionskräfte", sprich der von den USA zusammengezimmerten beinahe Exilregierung Syriens. Anschließend meint sie:

"Ich sehe in dieser Opposition keine Lösung"

Das entspricht weiteren Einlassungen / Kommentaren von ihr, die in den Weiten des Internet zu finden sind. Sie vertritt wohl eher den sanften Regimewechsel der "gemäßigten" Opposition. Im Einklang mit der deutschen Außenpolitik lehnt sie offenbar eine offene Aggression ab, die nur der o.g. "Nationalkoalition" nutzen würde.

Unabhängig, wie jeder einzelne zu diesen Standpunkt steht, es handelte sich folglich mitnichten um die spontane / emotionale Äußerung einer jungen Frau, sondern um eine mediale Inszenierungen, im Krieg um Köpfe.

Hinweis: Verlinkungen und hervorhebungen regelmäßig von mir.

Sonntag, 3. Februar 2013

Syrien - wie weiter?


»Bürgerkrieg in Syrien: Clinton wollte Rebellen bewaffnen«

Aus dem Artikel von n-tv: »Das US-Präsidialamt hat einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Sommer Pläne der damaligen Außenministerin Hillary Clinton und Ex-CIA-Chef David Petraeus zur Bewaffnung und Ausbildung syrischer Rebellen abgelehnt. Grund für die Entscheidung seien Sorgen gewesen, die USA könnten in den Konflikt hineingezogen werden, berichtete die "New York Times". Außerdem sei befürchtet worden, dass die Waffen in die falschen Hände geraten könnten ... Endgültig sei der Plan begraben worden, als Petraeus wegen einer außerehelichen Affäre sein Amt aufgeben und Clinton aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise weiter.«

Das Original: "The New York Times" vom 2. Februar 2013

Nun, ein Hinweis darauf, warum Frau Clinton und Herr Petraeus tatsächlich aus dem Verkehr gezogen worden. Das heißt natürlich nicht, daß die USA die "Bewaffnete Opposition" nicht unterstützen würde, so mit Telekommunikationsmitteln und Aufklärungsergebnissen, keine Waffen über die Türkei von Katar und Saudi-Arabien zur Verfügung gestellt würden. Siehe auch folgendes Zitat: »Da der UN-Sicherheitsrat bis heute blockiert ist und keine wirksamen Maßnahmen ergreifen konnte, war kein anderer Weg möglich, als die syrische Opposition mit Waffen zu versorgen, um das syrische Regime zu stoppen. (Jan van Aken [DIE LINKE]: Was sagen Sie gerade?) – Ja, ich sage das ganz offen, ...« Dr. Andreas Schockenhoff (CDU/CSU), nach dem Beratungspotokoll des Bundestages (17/213) vom 12.12.2012.
 
Hinweis: Verlinkungen und Hervorhebungen regelmäßig von mir.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Mohammed Said via Skype

Die aktuelle Meldung von "Mohammed Said via Skype" aus der syrischen Hauptstadt:

»Ein Kampfflugzeug vom Typ MiG habe am Mittwoch eine Rakete auf eine Tankstelle im Damaszener Vorort Mleiha abgefeuert, berichtete der örtliche Aktivist Mohammed Said via Skype.«
http://www.handelsblatt.com/politik/international/neue-unruhen-syrien-versinkt-in-einer-welle-der-gewalt/7579950.html

Der "örtliche Aktivist" kommt mit seinem Laptop und Internetanschluß viel herum. Im September d.J. berichtete er noch aus Aleppo:

»Der erste Angriff auf Aleppo begann kurz nach Mitternacht, wie ein Oppositioneller, Mohammed Said, aus der Stadt berichtete. Die «Brigade Freier Syrer» habe dabei mehrere Stellungen der Sicherheitskräfte mit Panzern, Raketenwerfern und Maschinengewehren angegriffen, auch Flugplätze der Luftwaffe in der Provinz Aleppo seien attackiert worden, berichtete er über Skype.«
http://alislamnetblog.wordpress.com/2012/09/01/syrien-mitternachts-angriff-auf-aleppo/

Daß jeweils sofort der Londoner Gemüsehändler skandierte, brauche ich nicht weiter zu erwähnen.

Es gibt wohl drei Möglichkeiten:

1. Es gibt mehrere "Mohammed Said", die "via Skype" und mit Unterstützung des Gemüsehändlers die Qualitätsmedien der westlichen Welt mit "Informationen" versorgen.
2. "Mohammed Said" ist ein "Dummy", wie "John Doe" o.ä., der von den Qualitätsjournalisten resp. dem Gemüsehändler als "Name" eingesetzt wird, wenn eine "Information" glaubhafter gemacht werden soll.
3. "Mohammed Said" ist bei der Bewaffneten Opposition "embedded" und macht halt Propaganda für seine Sache.

Ich persönlich halte Variante drei für die wahrscheinlichste und auch sympathischste.

Update
In den ausländischen Medien wird "Said" regelmäßig "Saeed" geschrieben. Nach dem Live-Blog von Al Jazeera wäre ein "Mohammed Saeed": "Observatory and activist",  "who is based near Damascus" ... ah, ja. Äähhm, nicht daß in den Agenturmeldungen regelmäßig steht: "Mohammed said ...", also (irgend)ein "Mohammed sagte ...." und unsere deutschsprachigen Qualitätsjournalisten machen daraus "Mohammed Said". Und alle schreiben von einander ab ;-)

Zum Thema "Skype in Syrien":
http://www.syrianassistance.com/6/post/2012/12/for-syrias-rebel-movement-skype-is-a-useful-and-increasingly-dangerous-tool.html

Dienstag, 25. Dezember 2012

C-Waffeneinsatz in Syrien?


Und "ewig grüßt das Giftgas":

»Syrische Rebellen haben berichtet, dass bei Kämpfen in der Stadt Homs Giftgas eingesetzt worden ist. Bei dem Angriff der Regierungstruppen seien sechs Rebellen gestorben. Sie hatten ein geruchloses Gas und weißen Rauch eingeatmet, so die Berichte der Rebellen ... Beobachter Rami Abdel Rahman äußerte, dass eine verbotene chemische Waffe eingesetzt worden sei.«
http://www.shortnews.de/id/1001208/syrien-giftgaseinsatz-in-homs-aktivisten-berichten-von-geruchlosem-rauch
http://www.stern.de/news2/aktuell/syrien-setzte-angeblich-bomben-mit-toedlichem-gas-ein-1946678.html

Nach Informationen der offenbar nicht regierungsfreundlichen "Gesellschaft der Syrischen Amerikanischen" Medizin (Syrian American Medical Society) hätte der Einsatz von 3-Chinuklidinylbenzylat (auch als "Agent-15", QNB oder "BZ", Benzilsäureester, bezeichnet) zum Tod der 6 Anhänger der Bewaffneten Opposition geführt. Ein "Problem" ist nun wohl, daß dieses Gas sich nicht im Arsenal der Regierungstruppen befinden soll, aber angeblich leicht herzustellen sei. Wenn die Meldung überhaupt stimmen sollte, nicht daß der "Bewaffneten Opposition" ihre eigene Chemiebude um die Ohren geflogen ist?! Siehe auch:
http://www.businessinsider.com/agent-15-chemical-weapon-used-in-syria-2012-12
http://sams-usa.net/syrians-get-guide-to-chemical-weapons-preparation/

Übrigens, die USA sollen "BZ" in Vietnam eingesetzt haben. Ihre Bestände an BZ wären 1990 vernichtet worden.

Interessant: Der israelische stellvertretende Ministerpräsident Mosche Jaalon zweifelt den C-Waffen-Einsatz an. Nach »derzeitiger Lage gebe es keine Bestätigung oder Beweise, dass die Führung in Damaskus auf die Waffen zurückgreife « denn die »Opposition habe ein Interesse an einem internationalen Militäreinsatz«.
http://www.n-tv.de/politik/Israel-Keine-Beweise-fuer-Giftgas-article9857971.html

Sonntag, 23. Dezember 2012

Syrische Bäckereien

Meldung des Tages:

»Bei einem Luftangriff sollen bis zu 200 Zivilisten getötet worden seien. Laut Menschenrechtsaktivisten hätten sie vor einer Bäckerei angestanden. Ein Augenzeuge berichtet von "Bergen von Körpern".«
http://www.welt.de/politik/ausland/article112214157/Dutzende-Zivilisten-offenbar-vor-Baeckerei-getoetet.html

»Was hier offensichtlich geschehen ist, ist eine Explosion bei einem Stützpunkt von Terroristen. Die Terroristen und ihre Spachrohre haben dazu eine Bäckerei erfunden, um der syrischen Armee etwas anzudichten, was sie nicht getan hat. Eine Schlagzeile wie “Einige Dutzend Männer bei Luftangriff in syrischer Terroristenhochburg getötet und verletzt” wäre zwar schrecklich und wahr, würde aber propagandistisch nicht den erwünschten Effekt erzielen. Hätte das Ereignis in Afghanistan stattgefunden, würde die Schlagzeile gaz alltäglich “Einige Dutzend Taliban bei Luftangriff getötet” lauten.«

Bäckereigeschichten kennen wir schon von Ende Sommer dieses Jahres, vgl.:
»Nach Angaben von Aufständischen zerstört die Armee in der zentralen Rebellenhochburg Kusseir Anfang September die letzte Bäckerei, die noch Brot verkauft. Die Truppen von Präsident Assad nehmen die Stadt in der Provinz Homs offenbar unter heftigen Beschuss.

In der Stadt war zuvor bereits eine der drei dortigen Bäckereien zerstört worden. Eine weitere wird von der Armee besetzt gehalten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft den Regierungstruppen vor, gezielt Bäckereien anzugreifen, um den Rebellen die Ernährungsgrundlage zu entziehen.«
http://drs.srf.ch/www/de/drs/351504.syrien-teil-2.html

Warum eigentlich immer "Bäckereien"?

Vielleicht deshalb: "Ein Dutzend Menschen warten vor der staatlichen Bäckerei ... 15 Syrische Pfund kostet eine solche Tüte, umgerechnet etwa 0,18 Eurocent. »90 Prozent der Syrer sind auf diesen Brotpreis angewiesen«, sagt Nabil, ein Agraringenieur. »Ohne die Subvention durch den Staat könnten viele sich Brot gar nicht leisten.«"
http://www.neues-deutschland.de/artikel/234474.fotomontage-als-journalistisches-stilmittel.html?action=print

Was nutzt solche Greuelpropaganda?

Die Antwort steht dankenswerterweise unmittelbar in obigen Springer-Welt-Artikel: »Französische und US-amerikanische Eliteeinheiten bereiten sich indes nach "Focus"-Informationen an der jordanisch-syrischen Grenze auf Kommandoeinsätze in Syrien vor ... Fallschirmjäger der französischen Fremdenlegion hätten in den vergangenen Monaten mehrmals Spähtrupps von Jordanien aus nach Syrien geschickt. Zur Tarnung habe man ein Feldlazarett für Flüchtlinge im jordanischen Al Mafraq bewacht, sagte ein Leutnant des 2. Fallschirmjägerregiments dem "Focus" ... Die Fremdenlegion könne eine ganze Kompanie mit Arabern in den verdeckten Einsatz schicken. "Unsere Jungs würden nirgendwo auffallen", sagte der Offizier ... Im Wüstenkampf ausgebildete Soldaten der US-Spezialeinheiten Delta Force und Rangers warteten ebenfalls auf den Einsatz in Syrien. Die israelische Sondereinheit Sayeret Matkal sei zudem offenbar längst nach Syrien eingesickert, schreibt "Focus" unter Berufung auf Militärquellen in Jerusalem.«

update (25.12.2012)
Obige "Bäckerei" soll lt. "Welt" in der Stadt Hama stehen. Und was lese ich heute: »Syrischen Rebellen ist es gelungen die Stadt Hama, welche an der Grenze zur Türkei liegt, vom syrischen Militär zu befreien. Dies gelang nach wochenlangen Auseinandersetzungen und heftigen Gefechten.«
http://www.shortnews.de/id/1001244/syrien-rebellen-nehmen-stadt-an-grenze-zur-turkei-ein

Dienstag, 27. November 2012

Bargeld für Syrien

Nun, da hat der "investigativen Journalismus" wieder zugeschlagen. Unter der Überschrift: "Russland schickte tonnenweise Geld an Assad" meldete heute das ehemalige Nachrichtenmagazin "Der Spiegel":
 
»Syriens Machthaber Assad ist international isoliert, doch auf Russland kann er sich offenbar verlassen: Laut der US-Nachrichtenseite ProPublica hat Moskau zuletzt 240 Tonnen Banknoten nach Damaskus geschickt. Das Regime braucht das Geld dringend, denn die heimischen Steuereinnahmen brechen weg.«
 
Na, da muß man den Artikel wieder bis zum Schluß intensiv lesen, um zu ahnen worum es "lediglich" geht: »In der Vergangenheit hatte die Österreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH, eine Tochtergesellschaft der österreichischen Zentralbank, syrische Banknoten gedruckt. Der Auftrag wurde beendet, als die Europäische Union Sanktionen gegen das Assad-Regime beschloss ... Banknoten ..., die in dem Druckvertrag der beiden Länder vereinbart wurden ....«
 
Also, Syrien hatte früher seine Banknoten in einen EU-Staat drucken lassen und nunmehr macht eine Firma in Rußland das Geschäft. Sanktionen haben immer zwei Seiten :-D
 
Ich hätte statt "Spiegel" zu lesen, gleich bei "RIA Novosti" vorbeischauen sollen. Gleiche Qeulle wie der "Spiegel" aber konkret: »Der syrische Botschafter in Moskau, Riad Haddad, hatte im Sommer bekannt gegeben, dass Syrien sein Geld bei einem russischen Unternehmen drucken lässt. Vorige Woche teilte der Leiter des Staatsunternehmens Gosnak, Adkadi Tratschuk, mit, dass Russland den syrischen Auftrag über den Geldexport erledigt habe. Ihm zufolge ließ Syrien mehrere Jahre lang sein Geld in Österreich herstellen. Nach der Verkündung der EU-Sanktionen lehnte das österreichische Unternehmen den fälligen Auftrag ab, deshalb wandte sich Syrien an Russland, hieß es.«
http://de.ria.ru/politics/20121127/265018830.html

update
Hier der Originalartikel auf Englisch:
http://www.propublica.org/article/flight-records-list-russia-sending-tons-of-cash-to-syria/

Mittwoch, 26. September 2012

Bomben in Damaskus und Invasionsvorbereitungen

Am 10. September 2012 faßte ich die Lage in Syrien in einem Forum so zusammen:
 
»Offenbar ist es der syrischen Armee gelungen, die Grenzen wieder weitgehend für die "Freiheitskämpfer" zu schließen und sie somit vom Nachschub an Menschen und Material abzuschneiden. Folglich scheinen die "Freiheitskämpfer" immer mehr an Boden zu verlieren, die Schaffung einer zusammenhängenden "befreiten Zone" ist gescheitert. Den "Freiheitskämpfern" scheint die Kraft auszugehen, militärische Operationen durchzuführen und sie beschränken sich zunehmend auf reine Terrorakte. Die Säuberungsaktionen der syrischen Armee gehen weiter.«
 
Heute lasen wir von einen Anschlag in Damaskus, immerhin gegen ein militärisches Objekt: »Vor der Kommandozentrale der syrischen Streitkräfte in Damaskus sind am Mittwoch kurz hintereinander zwei Bomben explodiert. Das Gebäude geriet in Brand. Die staatlichen Medien gaben bekannt, dass kein Offizier verletzt worden sei« (FAZ).

Der Londoner Imbißbudenbesitzer meldet zwar zudem, daß im "Inneren des Generalstabsgebäudes in Damaskus ... sich Soldaten und Rebellen anschließend heftige Kämpfe geliefert" hätten, eine Bestätigung fehlt meines Wissens. Dafür werden »Gerüchte über einen Putschversuch aus dem innersten Zirkel des Assad-Regimes« gestreut (Tagesspiegel).
 
Wenigstens kein neues Massaker in auffälliger Zeitnähe zu einer gerade laufenden UN-Vollversammlung. Jedoch: »Zum Auftakt der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) hat US-Präsident Barack Obama den Sturz des Assad-Regimes in Syrien gefordert.« Der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sekundiert und »rief den UN-Sicherheitsrat zum Eingreifen auf« (MoPo). Frankreich gleich hinterher: »Die UN sollten die Opposition massiv unterstützen, forderte Hollande, ... Die Führung in Damaskus müsse wissen, "dass wir nicht weiter stillhalten". Frankreich würde ... "... eine provisorische Regierung ... sofort anerkennen, wenn sie sich denn bildet"« (DW). "Leider" können die "Freiheitskämpfer" noch immer kein zusammenhängendes Territorium halten. Dazu paßt allerdings die propagandistische Meldung von heute, »dass die Freie Syrische Armee nun ihr Hauptquartier aus der Türkei nach Syrien verlegen wolle« (dp).  Wie jetzt?! Ich denke die sind bereits seit 4 Tagen dort ... war wohl nix.
 
Und die ganz Kleinen nutzen die Lage und machen sich auch gleich bei den Großen beliebt: »Der Emir von Qatar, Scheich Hamad bin Chalifa al Thani, hatte am Dienstag vor der UN-Vollversammlung ein militärisches Eingreifen der arabischen Staaten in Syrien gefordert. Welche Staaten die Soldaten dafür stellen sollten, ließ er offen. Das Golfemirat Qatar hat nur eine sehr kleine Armee« (FAZ).
 
Die Aussage des Emir, es "gebe dafür einen Präzedenzfall", unter Verweis "auf die Intervention arabischer Streitkräfte im Libanon Mitte der 1970er Jahre" entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie und Verlogenheit. Die Invasion erfolgte damals durch Syrien bzw. Israel, was dann zur bis heute andauernden UNIFIL-Mission der UNO führte.

update (27.09.2012)
Die oben angeführten Ausführungen des Emir scheinen Früchte zu tragen: »Nun haben die Vereinten Nationen der Arabischen Liga eine wichtigere Vermittlerrolle in der Region zugewiesen (SPON). Die gleiche Liga, die schon den Weg für die Aggression gegen Libyen frei gemacht hat.

Das "fehlen" eines Massakers scheint auch dem bereits erwähnten Londoner Imbißbudenbesitzer aufgefallen zu sein, SPON meldet: »Mehr als 305 Menschen seien binnen 24 Stunden getötet worden« und deutet vielsagend an: »Gezählt worden seien dabei nur namentlich bekannte Opfer.«

Springes "Welt" schildet derweil freimütig, unter der bedauernd klingenden Überschrift: »Die letzte Zuckungen des syrischen Widerstands«, die Einzelheiten des o.g. Terroranschlages des "Widerstandes": »Ein weißer Kleinbus fährt auf einer dicht befahrenen Schnellstraße auf die rechte Seite. Er reduziert das Tempo und bevor er vor dem Armeehauptquartier der Luftwaffe zum Stehen kommt, drückt der Selbstmordattentäter den Zünder. Der Wagen wird in tausend Stücke gerissen. Das zeigen Aufnahmen einer Überwachungskamera von einem gegenüber liegenden Gebäude.

Laut Aussagen der syrischen Regierung starben die vier Wachen am Eingangsportal und weitere 14 Soldaten sollen verletzt sein. Nach der Autobombe folgte eine zweite Explosion aus dem Innern des Geländes.«
 
Hinweis: Verlinkungen regelmäßig von mir.
 

Montag, 3. September 2012

Einsatz chemischer und biologischer Waffen in Syrien

»Nach den USA hat nun auch Frankreich der syrischen Regierung bei einem Einsatz chemischer und biologischer Waffen mit einem sofortigen Eingreifen gedroht. Die Reaktion aus dem Westen wäre in einem solchen Fall "massiv und vernichtend", ... Russland und China verträten denselben Standpunkt.«
http://www.welt.de/newsticker/news3/articl...emiewaffen.html
 
Diese Drohung kann letztlich nur als erneute Aufforderung an die syrischen "Freiheitskämpfer" zu einer false-flag-operation gelesen werden. Chemische Waffen für eine getarnte Operation müßten ausreichend aus libyschen Beständen vorhanden sein.
 
Das Vortäuschen eines B-/C-Waffeneinsatzes könnte tatsächlich China und Rußland eine "goldene Brücke" bauen, eine offene Aggression gegen Syrien ohne Gesichtsverlust zu akzeptieren.

Samstag, 1. September 2012

Luftabwehrraketen des Typs „Cobra“

Die Teufelskerle von "Freiheitskämpfern" und "Journalisten":

»Bei der Erstürmung des Luftwaffenstützpunkts Abu Kamal in der östlichen Provinz Deir as-Saur haben sie nach eigenen Angaben eine nicht näher genannte Zahl von Luftabwehrraketen des Typs „Cobra“ erbeutet.«
http://www.faz.net/aktuell/politik/arabische-welt/syrien-rebellen-attackieren-militaerflughaefen-11875697.html

Falls sich jemand berechtigt fragt, was die "Cobra" sein soll: Contraves-Oerlikon-Bölkow-Rakete, siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/MBB_COBRA  ;-) :-D

Und ... "Abu Kamal in der östlichen Provinz Deir as-Saur" liegt bei "meinem" Google-Map unmittelbar an der irakischen Grenze und hat gar kein Auto^^^Flugplatz!? Die Karte zeigt in der Gegend u.a. ein Fort-ähnliches Gelände mit so etwas wie Tanks.

Nun ist es denkbar, daß die "Freiheitskämpfer" die nahe irakische Grenze überschritten, dieses Tanklager der Luftwaffe überfielen und nebenbei uralte Panzerabwehrraketen erbeuteten. Irgendein "eingebetteter Journalist" hat das Großereignis weitergemeldet und alle Nachrichtenagenturen haben fleißig abgeschrieben.

update (02.09.2012)
Was es jedoch gibt: das iranische Waffensystem "Cobra BMT-2". Wenn ich das richtig verstanden habe, wäre das schlicht eine ZU-23-2 montiert auf einem "BMT-2". Ein BMT-2 wird vermutlich ein SPW (BMP-2?) sein. Es gibt eine Erweiterung 1960er-Jahre-Modells von Flugabwehrkanone, die "ZUR-23-2S Jod". Dies ist eine ZU-23-2 mit doppelter Startvorrichtung für Flugabwehrraketen des Typs "Strela"-2M ...

... auf diesem Wege kämen wir doch noch zu »Luftabwehrraketen des Typs „Cobra“«
http://www.jedsite.info/fulltrack-bravo/bravo/boragh_series/cobraconcept/cobraconcept.html
http://www.jedsite.info/fulltrack-bravo/bravo/boragh_series/cobraproduction/cobraproduction.html

Tatsächlich handelt es sich wohl schlicht um irgenwelche erbeuteten "lange Rohre" sowie Panzerfäuste. Die vom Irak aus eingedrungenen "Freiheitkämpfer" verfügten allerdings über schulter- bzw. "Pickupgestütze" Flugabwehrsysteme, wie Al Jazeera resp. die "Freiheitskämpfer" nach dem Überfall "dokumentierten":
http://www.youtube.com/watch?v=-qnrObkG1x0
http://www.youtube.com/watch?v=4dJ_iqxNsio&feature=plcp

Die Waffe, die der Angehörige der "Bewaffneten Opposition" auf seiner Schulter zeigt, erinnert entfernt an den Fla-Raketenkomplex 9K310-Ä (Igla-1Ä). Die Meldung über "Cobras" kam u.U. vom bekannten Londoner Gemüsehändler "Rami Abdulrahman of the Syrian Observatory for Human Rights".

Beim "Luftwaffenstützpunkts Abu Kamal in der östlichen Provinz Deir as-Saur" soll es sich zudem lediglich um einen kleinen Militärposten an der Grenze gehandelt haben. Irgenwie fehlt es wohl an "positiven" Nachrichten, die Antiterror-Operationen der syischen Armee scheinen erfolgreich zu sein. Nach einem Gegenschlag der syrischen Luftwaffe mußten sich die "Freiheitskämpfer" offenbar wieder hinter die Grenze zurückziehen. Es ist zu befürchten, daß ihre Gefangenen getötet wurden.

Sonntag, 12. August 2012

Terrorliste III

Wer ist eigentlich ein Terrorist?

Da wir in einem Rechtsstaat leben, ist das natürlich alles ganz rechtsstaatlich geregelt. So ist jemand "Terrorist" oder terroristische "Gruppe oder Organisation", wenn der Rat der Europäischen Union das beschlossen und veröffentlicht hat. Früher waren die bis zu 100 bekannten Terroristen und Terrororganisationen einfach bei der BAFA gelistet, vgl.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2008/03/terrorliste-des-tages.html

Nunmehr wird der Interessierte auf eine Datenbank der EU verwiesen, die bei mir nur mit dem "Internet Explorer" funktioniert, siehe:
http://www.bafa.de/ausfuhrkontrolle/de/embargos/terrorismus/sonstige/index.html (BAFA)
http://www.terrorismusliste.nrw.de/terror/jsp/index.jsf (Justizportal des Bundes und der Länder)

Nach der Weiterleitung ist auf "Current List View" zu klicken und dann das unter der Suchmaske stehende "Waiting ... Loading Data" ernstnehmen (d.h. in Geduld wappnen), dann erscheint eine tagesaktuelle Liste unterhalb der Suchmaske.

Wenn ich die dort erscheinende, fortlaufende "Id Nr" ernst nehme, fürchtet sich die EU zurzeit (Stand: 08.08.2012) vor 7.098 "Terroristen" und Organisationen ... eine Welt voller Feinde. Da reicht natürlich eine schnöde Liste nicht mehr aus, da bedarf es einer Datenbank, die nahliegend ständig erweitert^^^aktualisiert werden kann ... Nein ich kann natürlich lesen. So suchte ich zwar eine "Terroristenliste", werde durch offizielle Seiten auch auf eine Datenbak weitergeleitet, diese zeigt jedoch "nur" eine "Electronic List of Persons and Entities Subject to Financial Sanctions" (auf Deutsch: Elektronische Liste der Personen und Organisationen, gegen die finanziellen Sanktionen verhängt wurden). Hier wird zwar eine Deckungsgleichheit suggiert, diese muß aber ggf. nicht sein.

So umfassend wie diese Datenbank ist, so informativ ist sie:

Nunmehr sind "Landesverteidiger" nicht nur "Kriegsverbrecher" sondern stehen praktischerweise in einer Datenbank für "Terroristen", vgl. beispielhaft die Id Nrn. 6400, 6513 und 7096 oder siehe gleich in die zugrundeliegende Dokumente:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:016:0001:0032:EN:PDF
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:196:0008:0011:en:PDF
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:016:0001:0032:EN:PDF

Aber beachte: "So werden die Libysche Nationale Befreiungsfront oder die »Freie Syrische Armee« trotz ihrer Waffengewalt nicht als »terroristische Vereinigung« zur Begehung von Mord und Totschlag eingestuft, sondern von der Bundesregierung als legitime bewaffnete Organisationen angesprochen und unterstützt" (jw).

Links:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2008/03/terrorliste-des-tages.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2010/01/terrorliste-des-tages-ii.html
http://www.uni-leipzig.de/~philos/meggle/&publikationen/2005g.pdf

Des einen "Freiheitskämpfer" ist des anderen "Terrorist".

Donnerstag, 26. Juli 2012

Geostrategie

Die FAZ brachte am 8. Juni 2012 einem breitem Publikum die Hula-Massaker-Lüge nahe und stellt eine zitierfähige Quelle dar. Am 24. Juli 2012 erteilt das Feuilleton unter der Schlagzeile "Und ihr denkt, es geht um einen Diktator - Die Reaktionen auf den Syrien-Konflikt offenbaren die geopolitische Ahnungslosigkeit mancher deutscher Kommentatoren: Zehn Minuten Nachhilfe aus gegebenem Anlass können nicht schaden." eine Nachhilfe in Geostrategie.

Auszug
»Den Amerikanern und der westlichen Seite geht es nicht oder nicht vorrangig darum, der bedauernswerten syrischen Bevölkerung zu helfen, sondern um Einflussnahme auf die Neugestaltung des Landes nach einem voraussichtlichen Sturz des derzeitigen Regimes, obwohl man mit diesem bisher stets gut zusammenarbeiten konnte. Mehrere, seit längerem geplante, für den Westen wichtige Öl- und Gaspipelines stehen auf dem Spiel, die Saudi-Arabien und Qatar mit dem östlichen Mittelmeerraum und der Türkei verbinden und deshalb partiell durch syrisches Gebiet führen sollen.«

»Russen und Chinesen nehmen die gegenteilige Perspektive ein. Die russische Militärbasis am Mittelmeer, im syrischen Hafen Tartus gelegen, steht ebenfalls auf dem Spiel - wie die allgemeine machtpolitische Stellung Moskaus und Pekings im nahöstlich-vorderasiatischen Raum. Der Blick auf einen möglichen militärischen Konflikt zwischen Israel und Iran macht es für die beiden größten Mächte Asiens unabdingbar, hier präsent zu sein«

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html

Bevor jetzt Euphorie über den ungewohnten Qualitätsjournalismus einer bundesdeutschen Zeitung ausbricht, schlage ich vor, noch im Blog "kritische-massen" nachzulesen. Dieser kommentiert diesen Artikel unter der Überschrift: "Syrien: Die FAZ, zwischen den Zeilen zu lesen".

Auszug
»Da steht der Appell an die "deutsche Politik", sich zu überlegen, wie Deutschland in diesen grossen Linien vorkommt; und ob das, wie es vorkommt, genügt. Zwischen den Zeilen, bei beiläufiger Erwähnung eines gewissen Carl Schmitt und eines gewissen Adolf Hitler steht: Überlegt euch, wo der deutsche Platz an der Sonne ist. - Streck dich, deutsches Ferkel, damit du wieder eine ordentliche deutsche Kampfsau wirst!«

http://kritische-massen.over-blog.de/article-syrien-die-faz-zwischen-den-zeilen-zu-lesen-108494599.html

Wieder was zum Lesen und Nachdenken und das am Feierabend ....

Sonntag, 22. Juli 2012

Die Schlacht um Syrien

Im Moment tobt die offene Schlacht um Syrien. Die syrischen Regierungstruppen haben offenbar ihre Zurückhaltung und die Hoffung auf den Annan-Plan aufgegeben und säubern ihr Territorium von den Terroristen / Aufständischen / Bewaffneten Opposition / Nato-Proxys (zutreffendes bitte unterstreichen).

Im Unterschied zu Libyen letztens können die vom Westen unterstützen Kräfte trotz der bisher massiv erfolgten Hilfe kein Territorium halten. Die direkte US-Aggression scheint bevorzustehen ... der mediale Vorwand scheint wieder "Massenvernichtungsmittel", diesesmal "C-Waffen", zu sein.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-assad-bombardiert-damaskus-a-845785.html
http://hinter-der-fichte.blogspot.ch/2012/07/syrien-uno-generalsekretar-bereitet-weg.html

Samstag, 7. Juli 2012

Das Genfer Syrien-Abkommen

Leider hat  sich Rußland mit seiner Absicht eine wirkliche Syrien-Konferenz durchzuführen, nicht durchgesetzt. An einer solchen Konferenz sollten insbesondere alle betroffenen Staaten, insbesondere Syrien selbst und der bedrohte Iran, teilnehmen.

Nunmehr fand am 30. Juni 2012 "lediglich" ein Außenminister-Treffen in Genf statt. »Daran nahmen die Außenminister Russlands, der USA, Großbritanniens, Chinas, Frankreichs, der Türkei, des Iraks, Kuwaits und Katars sowie die Top-Vertreter der Uno, der Arabischen Liga und der EU-Diplomatie teil«, wie rian.ru berichtete.

Damit nahmen nur Rußland und China als wichtige Veto-Mächte teil, aber nicht der betroffene Staat, Syrien, selbst. Dennoch: »Das Kommunique, mit dem das Treffen zu Ende ging, sieht die Bildung einer Übergangsregierung in Syrien, an der alle interessierten Seiten teilnehmen würden, sowie eine Revision der syrischen Verfassung  auf der Grundlage eines landesweiten Dialogs vor.«

Das heißt, es wurde für Syrien beschlossen, daß es seine Verfassung ändern und seine Regierung abdanken soll, ohne daß die über Syrien zusammensitzenden Damen und Herren diesen Staat überhaupt eingeladen hatten.

Wen erinnert dieses Vorgehen noch an das "Münchner Abkommen" vom 30. September 1938?!

Donnerstag, 28. Juni 2012

Krieg gegen Köpfe

1999

»In den frühen Morgenstunden des 23. April 1999 bombardierten Flugzeuge der Nato den Hauptsitz und die Studios der serbischen Radio- und Fernsehgesellschaft (Radio Televisija Sribje, RTS) im Zentrum Belgrads. Rund 120 Zivilisten arbeiteten zum Zeitpunkt des Angriffs im Gebäude. Mindestens 16 von ihnen wurden getötet und 16 weitere verletzt, die Nachrichtensendung wurde durch den Beschuss unterbrochen.« (AG Friedensforschung)

Der jugoslawische Informationsminister Aleksandar Vucic hatte per Fax von CNN eine Einladung zur Live-Schaltung für die Larry-King-Show für die Nacht des Bombenangriffs erhalten. »Laut Fisk wurde Vucic informiert, daß das Interview um 2.30 Uhr stattfinde und er um zwei Uhr in der Maske erscheinen solle. Vucic sei, so Fisk, dem Angriff um 2.06 Uhr nur entgangen, weil er sich verspätet hatte.« (Schattenblick)

»"Seit gestern abend ist die Berichterstattung über die NATO-Angriffe eingeschränkt. Bilder von getöteten Zivilisten und verwüsteten Wohnhäusern", so meldete die ARD-Tagesschau am 27. Mai, "werden künftig nicht mehr zu sehen sein. Auf Druck der NATO-Länder wurden die Sendungen des serbischen Fernsehens über Satellit vom europäischen Satellitenkonsortium eingestellt."« (NATO-Tribunal)

2011

»Am 30. Juli 2011 bombardierte die NATO unter anderem den libyschen Fernsehsender Al-Jamahiriyar und tötete die anwesenden Journalisten. Die NATO erklärte damals ungeniert, sie hätte den Fernsehsender bombardieren müssen, denn er hätte „Terrorsendungen“ ausgestrahlt.« (HdF; Tagesschau)

2012

Am 2. Juni 2012 wurden die Satelliten Nilesat und Arabsat für das syrische Staatsfernsehen gesperrt. Unweit der syrischen Hauptstadt Damaskus wurde am 27. Juni 2012 der Fernsehsender Al-Ikhbaryia von Freiheitskämpfern / Terroristen / Banditen / Bewaffneter Opposition (zutreffendes bitte unterstreichen) überfallen. Die Sicherheitskräfte, Techniker und drei Journalisten des Fernsehsenders wurden getötet. Die Anlage wurde durch Sprengsätze völlig zerstört. (Hinter der Fichte; Reuters)

2021

Am 15. Mai 2021 zerstört die israelische Luftwaffe das Al-Jalaa-Hochhaus im Gaza-Streifen. Das Gebäude beherbergte Büros von Al Jazeera und der Nachrichtenagentur AP (IDF; Wikipedia).

Samstag, 16. Juni 2012

Weltfrieden

Curt Goetz wird folgende Aussage zugeschrieben: "Ein internationales Abkommen wonach alle Politiker im vordersten Schützengraben zu liegen haben, hätte den sofortigen Ausbruch des Weltfriedens zur Folge."

Er soll anschließend gemeint haben: "Aber man kann nicht erwarten, dass die Menschheit auf einen so einfachen Einfall kommt." Die "junge welt" hat aber in diesem Sinne mal nachgefragt: 

"Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, mit Blick auf Syrien: »Wir dürfen weiterhin keine Option ausschließen. Dazu gehört auch ein militärisches Eingreifen.« Ein Verzicht auf eine Militärintervention spiele Präsident Baschar Al-Assad in die Hände, zitierte ihn die Passauer Neue Presse.

junge Welt fragte am Freitag bei Mißfelder nach: »Mit Blick auf die Rede von Bundespräsident Joachim Gauck (…) stellt sich uns die Frage, ob Sie – gelernter Bundeswehrsoldat – für eine militärische Interven­tion in Syrien persönlich zur Verfügung stehen? ...

Eine Antwort des 32jährigen blieb aus."
http://www.jungewelt.de/2012/06-16/047.php (Verlinkungen und hervorhebungen von mir).