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Mittwoch, 26. September 2012

Bomben in Damaskus und Invasionsvorbereitungen

Am 10. September 2012 faßte ich die Lage in Syrien in einem Forum so zusammen:
 
»Offenbar ist es der syrischen Armee gelungen, die Grenzen wieder weitgehend für die "Freiheitskämpfer" zu schließen und sie somit vom Nachschub an Menschen und Material abzuschneiden. Folglich scheinen die "Freiheitskämpfer" immer mehr an Boden zu verlieren, die Schaffung einer zusammenhängenden "befreiten Zone" ist gescheitert. Den "Freiheitskämpfern" scheint die Kraft auszugehen, militärische Operationen durchzuführen und sie beschränken sich zunehmend auf reine Terrorakte. Die Säuberungsaktionen der syrischen Armee gehen weiter.«
 
Heute lasen wir von einen Anschlag in Damaskus, immerhin gegen ein militärisches Objekt: »Vor der Kommandozentrale der syrischen Streitkräfte in Damaskus sind am Mittwoch kurz hintereinander zwei Bomben explodiert. Das Gebäude geriet in Brand. Die staatlichen Medien gaben bekannt, dass kein Offizier verletzt worden sei« (FAZ).

Der Londoner Imbißbudenbesitzer meldet zwar zudem, daß im "Inneren des Generalstabsgebäudes in Damaskus ... sich Soldaten und Rebellen anschließend heftige Kämpfe geliefert" hätten, eine Bestätigung fehlt meines Wissens. Dafür werden »Gerüchte über einen Putschversuch aus dem innersten Zirkel des Assad-Regimes« gestreut (Tagesspiegel).
 
Wenigstens kein neues Massaker in auffälliger Zeitnähe zu einer gerade laufenden UN-Vollversammlung. Jedoch: »Zum Auftakt der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) hat US-Präsident Barack Obama den Sturz des Assad-Regimes in Syrien gefordert.« Der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sekundiert und »rief den UN-Sicherheitsrat zum Eingreifen auf« (MoPo). Frankreich gleich hinterher: »Die UN sollten die Opposition massiv unterstützen, forderte Hollande, ... Die Führung in Damaskus müsse wissen, "dass wir nicht weiter stillhalten". Frankreich würde ... "... eine provisorische Regierung ... sofort anerkennen, wenn sie sich denn bildet"« (DW). "Leider" können die "Freiheitskämpfer" noch immer kein zusammenhängendes Territorium halten. Dazu paßt allerdings die propagandistische Meldung von heute, »dass die Freie Syrische Armee nun ihr Hauptquartier aus der Türkei nach Syrien verlegen wolle« (dp).  Wie jetzt?! Ich denke die sind bereits seit 4 Tagen dort ... war wohl nix.
 
Und die ganz Kleinen nutzen die Lage und machen sich auch gleich bei den Großen beliebt: »Der Emir von Qatar, Scheich Hamad bin Chalifa al Thani, hatte am Dienstag vor der UN-Vollversammlung ein militärisches Eingreifen der arabischen Staaten in Syrien gefordert. Welche Staaten die Soldaten dafür stellen sollten, ließ er offen. Das Golfemirat Qatar hat nur eine sehr kleine Armee« (FAZ).
 
Die Aussage des Emir, es "gebe dafür einen Präzedenzfall", unter Verweis "auf die Intervention arabischer Streitkräfte im Libanon Mitte der 1970er Jahre" entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie und Verlogenheit. Die Invasion erfolgte damals durch Syrien bzw. Israel, was dann zur bis heute andauernden UNIFIL-Mission der UNO führte.

update (27.09.2012)
Die oben angeführten Ausführungen des Emir scheinen Früchte zu tragen: »Nun haben die Vereinten Nationen der Arabischen Liga eine wichtigere Vermittlerrolle in der Region zugewiesen (SPON). Die gleiche Liga, die schon den Weg für die Aggression gegen Libyen frei gemacht hat.

Das "fehlen" eines Massakers scheint auch dem bereits erwähnten Londoner Imbißbudenbesitzer aufgefallen zu sein, SPON meldet: »Mehr als 305 Menschen seien binnen 24 Stunden getötet worden« und deutet vielsagend an: »Gezählt worden seien dabei nur namentlich bekannte Opfer.«

Springes "Welt" schildet derweil freimütig, unter der bedauernd klingenden Überschrift: »Die letzte Zuckungen des syrischen Widerstands«, die Einzelheiten des o.g. Terroranschlages des "Widerstandes": »Ein weißer Kleinbus fährt auf einer dicht befahrenen Schnellstraße auf die rechte Seite. Er reduziert das Tempo und bevor er vor dem Armeehauptquartier der Luftwaffe zum Stehen kommt, drückt der Selbstmordattentäter den Zünder. Der Wagen wird in tausend Stücke gerissen. Das zeigen Aufnahmen einer Überwachungskamera von einem gegenüber liegenden Gebäude.

Laut Aussagen der syrischen Regierung starben die vier Wachen am Eingangsportal und weitere 14 Soldaten sollen verletzt sein. Nach der Autobombe folgte eine zweite Explosion aus dem Innern des Geländes.«
 
Hinweis: Verlinkungen regelmäßig von mir.
 

Montag, 3. September 2012

Einsatz chemischer und biologischer Waffen in Syrien

»Nach den USA hat nun auch Frankreich der syrischen Regierung bei einem Einsatz chemischer und biologischer Waffen mit einem sofortigen Eingreifen gedroht. Die Reaktion aus dem Westen wäre in einem solchen Fall "massiv und vernichtend", ... Russland und China verträten denselben Standpunkt.«
http://www.welt.de/newsticker/news3/articl...emiewaffen.html
 
Diese Drohung kann letztlich nur als erneute Aufforderung an die syrischen "Freiheitskämpfer" zu einer false-flag-operation gelesen werden. Chemische Waffen für eine getarnte Operation müßten ausreichend aus libyschen Beständen vorhanden sein.
 
Das Vortäuschen eines B-/C-Waffeneinsatzes könnte tatsächlich China und Rußland eine "goldene Brücke" bauen, eine offene Aggression gegen Syrien ohne Gesichtsverlust zu akzeptieren.

Sonntag, 12. August 2012

Terrorliste III

Wer ist eigentlich ein Terrorist?

Da wir in einem Rechtsstaat leben, ist das natürlich alles ganz rechtsstaatlich geregelt. So ist jemand "Terrorist" oder terroristische "Gruppe oder Organisation", wenn der Rat der Europäischen Union das beschlossen und veröffentlicht hat. Früher waren die bis zu 100 bekannten Terroristen und Terrororganisationen einfach bei der BAFA gelistet, vgl.
http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2008/03/terrorliste-des-tages.html

Nunmehr wird der Interessierte auf eine Datenbank der EU verwiesen, die bei mir nur mit dem "Internet Explorer" funktioniert, siehe:
http://www.bafa.de/ausfuhrkontrolle/de/embargos/terrorismus/sonstige/index.html (BAFA)
http://www.terrorismusliste.nrw.de/terror/jsp/index.jsf (Justizportal des Bundes und der Länder)

Nach der Weiterleitung ist auf "Current List View" zu klicken und dann das unter der Suchmaske stehende "Waiting ... Loading Data" ernstnehmen (d.h. in Geduld wappnen), dann erscheint eine tagesaktuelle Liste unterhalb der Suchmaske.

Wenn ich die dort erscheinende, fortlaufende "Id Nr" ernst nehme, fürchtet sich die EU zurzeit (Stand: 08.08.2012) vor 7.098 "Terroristen" und Organisationen ... eine Welt voller Feinde. Da reicht natürlich eine schnöde Liste nicht mehr aus, da bedarf es einer Datenbank, die nahliegend ständig erweitert^^^aktualisiert werden kann ... Nein ich kann natürlich lesen. So suchte ich zwar eine "Terroristenliste", werde durch offizielle Seiten auch auf eine Datenbak weitergeleitet, diese zeigt jedoch "nur" eine "Electronic List of Persons and Entities Subject to Financial Sanctions" (auf Deutsch: Elektronische Liste der Personen und Organisationen, gegen die finanziellen Sanktionen verhängt wurden). Hier wird zwar eine Deckungsgleichheit suggiert, diese muß aber ggf. nicht sein.

So umfassend wie diese Datenbank ist, so informativ ist sie:

Nunmehr sind "Landesverteidiger" nicht nur "Kriegsverbrecher" sondern stehen praktischerweise in einer Datenbank für "Terroristen", vgl. beispielhaft die Id Nrn. 6400, 6513 und 7096 oder siehe gleich in die zugrundeliegende Dokumente:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:016:0001:0032:EN:PDF
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:196:0008:0011:en:PDF
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2012:016:0001:0032:EN:PDF

Aber beachte: "So werden die Libysche Nationale Befreiungsfront oder die »Freie Syrische Armee« trotz ihrer Waffengewalt nicht als »terroristische Vereinigung« zur Begehung von Mord und Totschlag eingestuft, sondern von der Bundesregierung als legitime bewaffnete Organisationen angesprochen und unterstützt" (jw).

Links:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2008/03/terrorliste-des-tages.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2010/01/terrorliste-des-tages-ii.html
http://www.uni-leipzig.de/~philos/meggle/&publikationen/2005g.pdf

Des einen "Freiheitskämpfer" ist des anderen "Terrorist".

Sonntag, 22. Juli 2012

Die Schlacht um Syrien

Im Moment tobt die offene Schlacht um Syrien. Die syrischen Regierungstruppen haben offenbar ihre Zurückhaltung und die Hoffung auf den Annan-Plan aufgegeben und säubern ihr Territorium von den Terroristen / Aufständischen / Bewaffneten Opposition / Nato-Proxys (zutreffendes bitte unterstreichen).

Im Unterschied zu Libyen letztens können die vom Westen unterstützen Kräfte trotz der bisher massiv erfolgten Hilfe kein Territorium halten. Die direkte US-Aggression scheint bevorzustehen ... der mediale Vorwand scheint wieder "Massenvernichtungsmittel", diesesmal "C-Waffen", zu sein.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-assad-bombardiert-damaskus-a-845785.html
http://hinter-der-fichte.blogspot.ch/2012/07/syrien-uno-generalsekretar-bereitet-weg.html

Donnerstag, 28. Juni 2012

Krieg gegen Köpfe

1999

»In den frühen Morgenstunden des 23. April 1999 bombardierten Flugzeuge der Nato den Hauptsitz und die Studios der serbischen Radio- und Fernsehgesellschaft (Radio Televisija Sribje, RTS) im Zentrum Belgrads. Rund 120 Zivilisten arbeiteten zum Zeitpunkt des Angriffs im Gebäude. Mindestens 16 von ihnen wurden getötet und 16 weitere verletzt, die Nachrichtensendung wurde durch den Beschuss unterbrochen.« (AG Friedensforschung)

Der jugoslawische Informationsminister Aleksandar Vucic hatte per Fax von CNN eine Einladung zur Live-Schaltung für die Larry-King-Show für die Nacht des Bombenangriffs erhalten. »Laut Fisk wurde Vucic informiert, daß das Interview um 2.30 Uhr stattfinde und er um zwei Uhr in der Maske erscheinen solle. Vucic sei, so Fisk, dem Angriff um 2.06 Uhr nur entgangen, weil er sich verspätet hatte.« (Schattenblick)

»"Seit gestern abend ist die Berichterstattung über die NATO-Angriffe eingeschränkt. Bilder von getöteten Zivilisten und verwüsteten Wohnhäusern", so meldete die ARD-Tagesschau am 27. Mai, "werden künftig nicht mehr zu sehen sein. Auf Druck der NATO-Länder wurden die Sendungen des serbischen Fernsehens über Satellit vom europäischen Satellitenkonsortium eingestellt."« (NATO-Tribunal)

2011

»Am 30. Juli 2011 bombardierte die NATO unter anderem den libyschen Fernsehsender Al-Jamahiriyar und tötete die anwesenden Journalisten. Die NATO erklärte damals ungeniert, sie hätte den Fernsehsender bombardieren müssen, denn er hätte „Terrorsendungen“ ausgestrahlt.« (HdF; Tagesschau)

2012

Am 2. Juni 2012 wurden die Satelliten Nilesat und Arabsat für das syrische Staatsfernsehen gesperrt. Unweit der syrischen Hauptstadt Damaskus wurde am 27. Juni 2012 der Fernsehsender Al-Ikhbaryia von Freiheitskämpfern / Terroristen / Banditen / Bewaffneter Opposition (zutreffendes bitte unterstreichen) überfallen. Die Sicherheitskräfte, Techniker und drei Journalisten des Fernsehsenders wurden getötet. Die Anlage wurde durch Sprengsätze völlig zerstört. (Hinter der Fichte; Reuters)

2021

Am 15. Mai 2021 zerstört die israelische Luftwaffe das Al-Jalaa-Hochhaus im Gaza-Streifen. Das Gebäude beherbergte Büros von Al Jazeera und der Nachrichtenagentur AP (IDF; Wikipedia).

Samstag, 16. Juni 2012

Krieg und Propaganda

14.06.2012
»Donatella Rovera klagt das syrische Regime an, systematisch Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen zu begehen, als staatlich sanktionierte Politik, um die Opposition und Zivilbevölkerung einzuschüchtern« (Quelle). 

15.06.2012
»Brutal und rücksichtslos lässt Baschar al-Assad den Aufstand in Syrien niederschlagen. Dabei kommt es offenbar auch zu sexuellen Übergriffen der staatlichen Soldaten« (Quelle).

Da war doch was? Richtig:

06.07.2011
»derStandard.at: Angeblich soll Gaddafi ja sogar Viagra-Tabletten an seine Soldaten verteilen lassen …
Rovera: Das hat aber nicht wirklich jemand ernstgenommen, oder? « (Quelle).

(Verlinkungen und Hervorhebungen von mir)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Libyen - Der Krieg ist vorbei!?

So werden Kriege entschieden:

Da reist die Außenministerin der einen Kriegspartei in den eroberten Teil Libyens und schon fällt die letzte Bastion der Regierungstruppen und der Staatschef ist tot ... oder so ähnlich.

Die mächtigste Kriegsmaschenerie, die die Welt jemals gesehen hat, führt seit rd. 7 Monaten Krieg gegen ein Wüstenvolk und die wollen sich einfach nicht ergeben. Also wurde bereits Ende August 2011 der Sieg verkünde, um dann festzustellen, ooops, war wohl doch nichts.

Nun meldete also die Nachrichtenagentur AFP heute, den 20. Oktober 2011, geg. 13.30 Uhr: »Die Truppen der neuen Führung in Libyen haben nach eigenen Angaben die letzte Hochburg von Ex-Machthaber Muammar el Gaddafi weitgehend eingenommen. Die Stadt Sirte sei "fast befreit", sagte der Militärsprecher der Übergangsrates, Abedel Rahman Busen, der Nachrichtenagentur AFP. Es gebe noch einige "Auseinandersetzungen niedriger Intensität".« Prompt melden unsere Qualitätsmedien »„Sirte ist befreit. Es gibt hier keine Gaddafi-Truppen mehr“, sagte Oberst Junus al-Abdali. Man jage nun flüchtige Kämpfer. Auch ein anderer Kommandant bestätigte, dass sich die Heimatstadt Gaddafis an der libyschen Küste in der Hand der Truppen der Übergangsregierung befinde.« Ah'ja.

Da sich dort "bekanntlich" Gaddafi befinde, stellte sich zwangsläufig die Frage nach dem Verbleib. Folglich kommt fast zeitgleich die Antwort auf diese spannende Frage: »Der libysche Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi wurden offenbar in Sirte festgenommen. Das berichtet der arabische Fernsehsender Al-Dschasira, unter Berufung auf einen Sprecher des Nationalen Übergangsrates. Bei seiner Festnahme wurde ihm offenbar ins Bein geschossen.« Er habe in "einem Loch in Sirte" gesteckt und "Nicht schießen, nicht schießen" gerufen, »berichtete ein Kämpfer der Übergangsregierung«. Und: »Einer der leitenden Kommandeure sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Er wurde festgenommen. Er ist schwer verletzt, aber er atmet noch". Gaddafi soll zum Zeitpunkt seiner Festnahme eine kakifarbene Uniform getragen haben.« Bereits 10 Minute später ist er angeblich tot. Man wisse noch nicht ob durch Kopfschuß oder NATO-Bomben in einem Auto getötet. Ah'ja.

Egal, ob er wirklich der Tote ist oder irgend ein anderes armes Schwein abgeknallt wurde und nun eine zügige "Seebestattung" bekommt, ein peinlicher "Prozeß" bleibt den Aggressoren "erspart". Wie heißt es so schön: »Erfolge müssen organisiert werden!«

Sonntag, 28. August 2011

Libyen und keine Ende

Da hatte die NATO letzte Woche den Mund etwas zu voll genommen - man denke an die Brüder-Story - und noch eine gute Woche gebraucht um in der Hauptstadt den Widerstand der regulären Truppen niederzukämpfen und die libysche Regierung zu zwingen, sich zu verstecken. Nicht das hier wieder ein Osama-Hussein-Phantom hochgezogen wird, schau'mer'mal.

Wie es ausschaut, hat es die NATO mit ihrem, von der See und aus der Luft erfolgten, äußerst blutigen Großangriff auf Tripolis geschafft, die grüne Flagge der libyschen Jamahiriya durch das Banner der Monarchie zu ersetzen: "Wenn das Volk mich ruft, stehe ich zu Diensten."

Kriegsentscheidend war nach meiner Meinung nicht nur die ständigen Luftangriffe, die Ausbildung und Bewaffnung der sog. "Rebellen" und deren unmittelbare Anleitung sowie Teilnahme von "Spezialkräften" der NATO-Staaten am Boden, sondern die »massive eskalierte Propaganda und Falschinformationen, um einen psychologischen Schock zu erzeugen und das Regime zum Kollabieren zu bringen.«

Offensichtlich war es der NATO mit ihren weit über 20.000 Luftangriffen gelungen, sämtliche Kommunikations- und Kommandoverbindungen der Verteidiger zu unterbrechen. Nachdem das libysche Fernsehen und Rundfunk bereits weitgehend zerstört und in Tripolis mit als erstes erobert wurde, waren die libyschen Streitkräfte auf NATO-kontrollierte Massenmedien angewiesen und die schrien "Sieg", daß es selbst mir in den Ohren weh tat. Ein komplizierte Kampfbedingung ... fast "witzig", wie alte Verbote plötzlich einen Sinn machen:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2010/02/westfernsehen-in-der-nva.html

update (29.08.2011)
Auszüge aus einem Artikel der jw vom heutigem Tag:

»Beim Vorrücken in die Städte griffen dann Kampfhubschrauber mit ihrer ungeheuren Feuerkraft direkt in die Bodenkämpfe ein.

Wie schon in den fünf Monaten zuvor bestand die Hauptaufgabe der Rebellenmilizen darin, durch ihr Vorrücken die Verteidiger zu einer Reaktion zu zwingen. Sobald diese begannen, sich den Angreifern entgegenzustellen, wurden sie von Kampfjets und Hubschrauber unter Feuer genommen. Man wird wohl nie erfahren, wie viele tausend, praktisch wehrlose Verteidiger der libyschen Souveränität dabei massakriert wurden – viele, als sie bereits auf dem Rückzug waren. So versenkten ­NATO-Jets mehrfach Boote, auf denen libysche Soldaten aus unhaltbar gewordenen Stellungen zu entkommen suchten. Daß regierungstreue Kräfte trotzdem fünf Monate lang die Verteidigungslinien halten konnten, zeugt von bemerkenswertem Mut und Entschlossenheit weiter Teile der Bevölkerung, das bisherige Gesellschaftssystem zu schützen. Sie wußten sehr gut, was für das Land auf dem Spiel steht.
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Die Angriffe aus der Luft allein hätten die Wende nicht bewirkt. Spezialeinheiten der NATO-Mächte übernahmen auch am Boden die führende Rolle. Der israelische Militärinformationsdienst DebkaFile’s berichtete als erster, daß an der Spitze der Sturmangriffe auf Tripolis britische, französische, jordanische und katarische Elitetruppen standen. Großbritannien setzte demnach Kommandos des Special Air Service (SAS) ein, Frankreich »2REP«-Fallschirmjäger-Einheiten und Jordanien die »Königlichen Spezialkräfte«, die auf Straßenkämpfe und Angriffe auf befestigte Stellungen wie Ghaddafis Militär-Komplex spezialisiert seien. Angaben von DebkaFile sind aufgrund seiner Nähe zu israelischen Geheimdiensten mit Vorschicht zu genießen, sie wurden jedoch bald von der US-Nachrichtenagentur AP, britischen Zeitungen und der New York Times bestätigt.
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Die plötzliche »Verbesserung der Operationsfähigkeit« und »Koordination der Kampftätigkeit« der Rebellen-Milizen ließe sich nach Ansicht von Militärexperten ohne Beteiligung ausländischer Bodentruppen auch gar nicht erklären. Mit dem zunehmendem Einsatz von bewaffneten US-Predator-Kampfdrohnen sei der Weg für die vorrückenden Rebellen freigeräumt worden. Die Killer-Drohnen konnten auch in Stadtnähe »Präzisionsschläge« durchführen und so den Rebellen einen raschen Vormarsch durch Zawiya auf Tripolis ermöglichen.

Der britische Guardian (23. August) berichtete von der Beteiligung »einer Anzahl« aktiver Mitglieder britischer Spezialkräfte als auch von ehemaligen Soldaten des SAS, die schon lange als Söldner im Land sind. Auch Elitetruppen aus Frankreich, Katar und Jordanien seien wohl mit von der Partie.
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Nachdem der größte Teil der Hauptstadt in den Händen der Rebellen sei, hätten die SAS-Truppen, die in arabischer Zivilkleidung und mit denselben Waffen wie die Rebellen operieren, nun den Auftrag, Ghaddafi zu finden.

Eine Hauptfront beim Angriff war offensichtlich die der Propaganda ...«
http://www.jungewelt.de/2011/08-30/046.php

Montag, 22. August 2011

Libyen - Endspiel

Da führt die westliche Wertegemeinschaft mittels ihrer NATO seit über 5 Monaten Krieg gegen den afrikanischen Wüstenstaat und endlich scheint das Ziel in greifbare Nähe gerückt zu sein: SIEG schreit es aus allen Medien ... nach 156 Bombentagen.

Da hatten sich das die NATO-Boys so schön ausgedacht, einfach den alten Kosovo-Plan aus der Schublade: Wir stellen die Luftwaffe, ihr die Bodentruppen und dann ist es schnell vorbei. Aber anders als die Albaner in Jugoslawien und deren fanatische UCK, waren die Rebellen der abtrünnigen Stämme offenbar rationaler: Wenn schon die NATO uns hilft, warum soll ich dann noch mein Leben riskieren?! Da ist es besser mich sonnenbebrillt mit Pickup und Waffe vor den Kameras der Welt in Positur zu stellen und ablichten zu lassen. Oder plündern und alte Rechnunge begleichen oder gleich viel besser schon mal im Hinterland um die zukünftigen Pfründe kämpfen.

Jugoslawien - ein europäischer, wenn auch bürgerkriegsgebeutelter Industriestaat, konnte sich durch geschickten und sukzessiven Einsatz seiner Luftverteidigung fast drei Monate halten. Und ein afrikanischer Staat, ohne Einsatz von Luftverteidigungsmitteln, fast doppelt so lange. Militärisch gesehen, ist das oberpeinlich.

Als dann noch der "Militärkommandeur" der Seperatisten in Benghazi, Abdulfattah Junis (Abdel Fatah Younis) am 8. Juli 2011 unter dubiosn Umständen ums Leben kam, scheint den USA der Kragen geplatzt zu sein. Sie haben die »ganzen Möchtegern-Militärs und Stümpern in Rom, London und Paris und ihren "Rebellen"« auf ihre Plätze verwiesen. »Sie haben die Initiative an sich gezogen und ebenso das Militärkommando über alle Statisten, also die "Rebellen"-Milizen, Nato-Kräfte, Spione, Attentats-Kommandos, etc. Das ausführende Kommando hat die CIA. Diese ganze "Operation Meerjungfrau" trägt von A bis Z die Handschrift von General David Petraeus. Vor allem zeichnet sich diese Operation durch militärische Intelligenz aus, zum ersten Mal seit dem US-initiierten Aufstand und Putsch gegen das Gaddafi-Regime (an den Putsch haben sich verschiedene andere Militärmächte drangehängt und versucht, diesen zu beeinflussen).«

Diese Operation läuft zur Zeit. Allein am Sonntag, den 21. August 2011, starben nur bei den Kämpfen um die Hauptstadt Tripolis 1.300 Menschen. Ein weiterer, wesentlicher Bestandteil der Operation: »massive eskalierte Propaganda und Falschinformationen, um einen psychologischen Schock zu erzeugen und das Regime zum Kollabieren zu bringen.« Hammer finde ich, wie »der älteste Sohn von Muammar el Gaddafi gestern festgesetzt wurde und von wem, ... Mohammad Gaddafi, der keine Ämter im Regime bekleidet, wurde während eines Interviews mit Katars Hollywood-Behörde "Al Jazeera" festgesetzt, nachdem im Haus Schüsse ausgebrochen waren. Durch wen diese Operation erfolgte, ist, nun ja, "unklar". Nachher säuselte "Al Jazeera", Gaddafis ältester Sohn habe sich "ergeben".«

Weitere Informationen erfährt der geneigte Leser u.a. in diesem Beitrag, von dem auch obige Zitate stammen (Verlinkungen sind von mir):
http://www.radio-utopie.de/2011/08/22/live-ticker-und-einschatzung-zur-situation-in-tripolis-und-libyen/

Nun, wie es scheint, geht eine Ära Libyens vorbei, in der es das beste Schul-, Wohlfahrts- und Gesundheitssystem Afrikas hatte. Ab jetzt wird das Ölgeld nach London und New York fließen ... und Sarkozy braucht wohl nichts von den Wahlkampfspenden aus 2007 oder aus den "Geldkoffern" zurückzuzahlen.

Wie schreibt der russische Afrika-Beauftragte, Michail Margelow, so offen und schön formuliert: »Aufgrund der wichtigen geostrategischen Lage Libyens im Mittelmeer, seiner Naturschätze und der besonderen Beziehungen zu den europäischen Ländern liege eine besondere Verantwortung auf den Siegern«.

update (23.08.2011)
Nach offiziellen Angaben seien vom Beginn der Angriffe im NATO-Verbund, am 31. März 2011, bis zum 21. August 2011 insg. 19.877 Lufteinsätze geflogen, darunter seien "7.505 Angriffe auf libysche Ziele" gewesen. Was letzteres bedeuten soll: »Strike sorties are intended to identify and engage appropriate targets, but do not necessarily deploy munitions each time" ... also "nur" 12.371 Angriffe mit vorrangigen Ziel Waffen einzusetzen oder doch "umgekehrt"!? Letztlich wären es ca. 150 Luftangriffe pro Tag gewesen, wobei mir nicht bekannt ist, wie massiv diese Angriffe waren, vgl. Schlußfolgerungen der NATO aus 1999 (unten).

Wie auch immer, die Rebellen melden selbst stolz 2.000 tote Menschen in Tripolis während dessen Einnahme. Dann wurde die "Residenz" von der NATO bombardiert und anschließend durch deren "Rebellen" besetzt ... die machen das, was sie immer taten: Sie plündern im großen Stil. Aber wir werden gleich beruhigt: +++ Öl-Anlagen nicht beschädigt +++ Puhhh, "Glück" gehabt :-(

Samstag, 14. Mai 2011

Revolutions-Profis

Ich glaube es kaum, Revolutions-Profis im Dienste Washingtons und ein öffentlich - rechtlicher Sender berichtet darüber ... in Österreich:

»"Die Revolutions-Profis: Wie das Know-How für politischen Umsturz in alle Welt exportiert wird":

Der Volkszorn im Nahen Osten, der Massen unzufriedener Menschen gegen ihr Regime auf die Straße treibt, ist nicht spontan entstanden. Der Regimewandel wurde bereits Jahre zuvor geprobt. Die arabischen Revolutionäre erhielten eine Gebrauchsanweisung, die bereits bei der "Orangen Revolution" in der Ukraine und in anderen osteuropäischen Staaten zum Einsatz kam. Die Revolutionen waren geplant wie eine gut geführte Werbekampagne.

Die Trainer kommen meist aus Serbien, wo die Widerstandgruppe "Otpor" maßgeblich am Sturz von Präsident Milosevic beteiligt war. Heute hat "Otpor" ein Business aus der Revolutionsberatung gemacht. Die Gruppe war bereits in 35 Staaten in Sachen Anleitung zum Umsturz aktiv.

Die Strategien des gewaltlosen Widerstands stammen von Professor Gene Sharp aus Boston, der die Taktiken des Widerstands teilweise einem Handbuch für Militärausbildung entliehen hat. Das Geld für den Regimewandel kommt größtenteils von der amerikanischen Regierung, verteilt über viele verschiedene internationale Organisationen wie "Freedom House". Viele stellen sich nun die Frage, was die Amerikaner bewogen haben mag, die Demokratisierung voranzutreiben und dadurch verbündete Despoten zu stürzen.«

http://tvthek.orf.at/programs/1328-Weltjournal/episodes/2229795-Weltjournal

»Was die Berufsrevolutionäre im Dienste der US-Außenpolitik, gut finanziert über MEPI und die CIA-Front “Freedom House”, vor der Kamera nicht enthüllt haben, ist die militärische Komponente der jüngsten US-gestützten Regime-Change-Operationen im arabischen Raum. Wie im Parteibuch bereits vor Monaten nachlesbar war, waren die Regime Changes in Tunesien und Ägypten eigentlich von den USA geplante Militärcoups, zu denen die von den massenmedial unterstützten Demokratie-Aktivisten organisierten Demonstrationen nur einen glaubwürdigen Pretext liefern mussten.«

http://www.mein-parteibuch.com/blog/2011/05/14/orf-enthuellt-us-regime-change-kampagne-im-nahen-osten/

Sonntag, 24. April 2011

Ostern, Libyen und der Krieg

»Der Heilige Vater verlangt Frieden. Mehr als einen Monat nach Kriegsbeginn in Libyen fordert Benedikt XVI. den Westen, das Regime und die Rebellen zu einer diplomatischen Lösung auf - und wünscht sich einen gesellschaftlichen Aufbruch in Nordafrika« (SZ vom 24.04.2011).

»Libyens Premier Al-Baghdadi Ali al-Mahmudi hat am Samstag bei einem Telefongespräch mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Bereitschaft von Tripolis zu einer politischen Regelung des Konflikts bekundet. Wie das russische Außenamt am Sonntag berichtet, sprach er sich auch für eine Teilnahme Moskaus an den Bemühungen um eine friedliche Regelung im Lande aus. Das Telefonat fand auf Initiative der libyschen Seite statt« (RIANovosti vom 24.04.2011).

»Der libysche Ministerpräsident Baghdadi el Mahmudi habe am Nachmittag den griechischen Regierungschef Giorgos Papandreou angerufen. Mahmudi habe um griechische Vermittlung für ein Ende der Nato-Bombardements in Libyen gebeten, hieß es« (FOCUS vom 23.04.2011)

»Kampfjets der internationalen Truppen haben gestern 59 Kampfeinsätze über Libyen geflogen. Dies berichtete die Nato ... Seit Beginn der Operation hat es insgesamt 1432 Kampfeinsätze gegeben« (dpa vom 23.04.2011)

»Die NATO hat ihre Luftangriffe ... fortgesetzt. Die Hauptstadt Tripolis wurde nach übereinstimmenden Berichten von mehreren schweren Explosionen erschüttert. In der gesamten Stadt war zudem Flugabwehrfeuer zu hören. Die genauen Ziele ihrer neuerlichen Angriffe nannte die NATO nicht. Libyens Staatsmedien berichteten unter Berufung auf regierungstreue Truppen von Attacken auf zivile und militärische Ziele in Tripolis und vier weiteren Städten, darunter auch Gaddafis Geburtsort Sirte. Dabei seien mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Die USA führten unterdessen in Libyen einen ersten Militärschlag mit einer Kampfdrohne aus. Dabei sei ein Raketenwerfer bei Misrata zerstört worden, hieß es vom Verteidigungsministerium in Washington«(DW vom 24.04.2011).

Sonntag, 17. April 2011

Libyen - Propaganda für den Einsatz von Bodentruppen

Nun scheinen die CIA-unterstützten "Rebellen" keinen Fußbreit Boden gut zu machen, die NATO bombt sinnlos umher und die EU bettelt verzweifelt um einen "Hilferuf" der UNO. Das ficht die Propagandamaschinerie nicht an und verläßt sich auf bewährte "Meldungen". Die Bodentruppen werden medial vorbereitet:


Link: Die BRD greift ein

Donnerstag, 7. April 2011

Libyen - Die BRD greift ein

Trotz massiver Unterstützung der Rebellen, scheint die Sache für diese noch immer nicht so gut zu laufen:

Ich lese heute in der FAZ: »Außenminister Westerwelle hatte schon am Mittwoch zu einer militärischen Absicherung eines humanitären Einsatzes in Libyen gesagt: „Für die Bundesregierung ist völlig klar, dass wir bei der humanitären Bewältigung der Folgen dieses Krieges unsere Verantwortung wahrnehmen werden. Berlin werde „den Menschen, die jetzt leiden, humanitär beistehen. Das haben die europäischen Außenminister im letzten Monat vereinbart“. Ein Einsatz der Bundeswehr bedürfte eines Bundestagsmandates. Die Verteidigungs-Sprecher von SPD und Grünen, Arnold und Nouripour, signalisierten, einem solchen Mandat zuzustimmen, sollte die Bundesregierung das vorlegen.«

Angedacht sei der Einsatz von etwa tausend deutschen Soldaten mit der sogenannten EU-Battlegroup.

Das "Humanitär" bedeutet hier bei nicht mehr (aber auch nicht weniger), das der Militäreinsatz gegen "Menschen" gerichtet ist.

Dabei wären diese Soldaten nicht die ersten Deutschen Soldaten nach dem 2. Weltkrieg in diesem Land. Ich zitiere die Vorbemerkungen der "Kleinen Anfrage" von Abgeordneten der Fraktion "Die Linke" im Bundestag (Drucksache 17/5002 vom 09.03.2011):

»Nach Angaben der Bundesregierung hat die Bundeswehr am 26. Februar 2011 mit zwei Transall-Transportmaschinen einen Einsatz zur Evakuierung deutscher und anderer Staatsangehöriger aus Libyen durchgeführt. Die vorherige Zustimmung des Deutschen Bundestages zu diesem Einsatz wurde nach Angaben der Bundesregierung Regierungspressekonferenz vom 28. Februar 2011; www.bundesregierung.de) unter Berufung auf § 5 des Parlamentsbeteiligungsgesetzes (ParlBG) wegen „Gefahr im Verzug“ nicht eingeholt. Auf den durch die Bundeswehr auf ihrer Website am 26. Februar 2011 zur Verfügung gestellten Pressebildern (www.bundeswehr.de) sind u. a. auch vermummte Soldaten mit Sturmgewehren in unmittelbarer Nähe dieser Flugzeuge sichtbar. Nach Angabenvon "SPIEGEL ONLINE" vom 26. Februar 2011 (www.spiegel.de/politik/ausland) nahmen an der bewaffneten Aktion auf einem Flughafen in der Nähe eines Ölfelds bei Nafurah auch Seedorfer Fallschirmjäger teil. Das Fallschirmjägerbataillon 373 aus Seedorf ist der Luftlandebrigade 31 in Oldenburg unterstellt. Bereits am 22. und 23. Februar 2011 wurden ebenfalls mit Transall-Maschinen der deutschen Luftwaffe Angehörige unterschiedlicher Nationalitäten aus Libyenausgeflogen. Zudem wurde am 23. Februar 2011 auch ein Airbus A310 der Flugbereitschaft Richtung Tripolis entsandt. Ob sich an Bord dieser Maschinen bewaffnete deutsche Streitkräfte befanden ist bislang ungeklärt.

Nach Angaben der Deutschen Luftwaffe wurden die Maschinen zum Zwecke ihrer Einsätze in Libyen vorab auf Kreta stationiert und führten zumindestens den Einsatz am 26. Februar 2011 zusammen mit Spezialeinheiten verschiedener Teilstreitkräfte, die für militärische Evakuierungsoperationen (MilEvakOp) ausgebildet wurden, durch. Darüber hinaus wurde zur Unterstützung dieser Maßnahmen der Einsatzausbildungsverband der Deutschen Marine im Seegebiet Große Syrte stationiert. Der Verband besteht aus den Fregatten Brandenburg und Rheinland-Pfalz sowie dem Einsatzgruppenversorger Berlin.

Zwei weitere Transall-Maschinen aus den Lufttransportgeschwadern 62 und 63 sollen derzeit immer noch auf Malta stationiert sein. Insgesamt sollen nach Angaben der „Deutschen Presseagentur“ (dpa) vom 5. März 2011 bei den Evakuierungseinsätzen in Libyen sechs Transall-Maschinen der Bundeswehr mit insgesamt 156 Soldaten beteiligt gewesen sein.«


Wie hieß es noch vor kurzem?!

»Wir wollen und dürfen nicht Kriegspartei in einem Bürgerkrieg in Nordafrika werden. Wir wollen nicht auf eine schiefe Ebene geraten, an deren Ende dann deutsche Soldaten Teil eines Krieges in Libyen sind.« Aus der Regierungserklärung durch den Bundesminister des Auswärtigen, Dr. Guido Westerwelle, zum "Umbruch in der Arabischen Welt" vom 16. März 2011.

Beschlüsse der Generalversammlung der UNO: http://www.un.org/documents/resga.htm

Beschlüsse des Sicherheitsrates: http://www.un.org/Docs/sc/unsc_resolutions11.htm

Donnerstag, 24. März 2011

Libysche Luftwaffe ausgeschaltet?

Ein gewisser Greg Bagwell, Kommandeur der britischen Luftstreitkräfte (Air Vice Marshal), meinte bereits gestern in der BBC flapsig, die libysche Luftwaffe sei geschlagen. Sie sei "keine kämpfende Kraft mehr". Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich... wo sind die Bilder, von jubelnden Rebellen, die um die Wracks tanzen?!

Was durfte ich bisher über zerstörte libysche Maschinen lesen:

Lesen durfte ich von der MiG-23 der Rebellen, die auch wahlweise als Mirage verkauft wird, und die bereits am 19. März 2011 vor laufender Kamera vom Himmel fiel. Und dann gibt es noch das ominöse SPON-Foto einer brennenden MiG-21 vom 18. März 2011 ... Am 22. März 2011 gab dann der Stern zum besten:

»+++ 18.52 Uhr: Abgestürzte Soldaten erfolgreich gerettet +++ Die beiden Besatzungsmitglieder, die in der Nacht zu Dienstag mit ihrem US-Jet über Libyen abstürzten, ....

+++ 18.26 Uhr: Al Dschasira: Allianz schießt libysches Flugzeug ab +++ Die westliche Allianz soll am Dienstag ein libysches Militärflugzeug mit mehreren Besatzungsmitgliedern an Bord abgeschossen haben. Das meldete der arabische Nachrichtensender Al Dschasira. Der Angriff sei im libyschen Luftraum etwas 60 Kilometer östlich der Rebellenhochburg Bengasi erfolgt.

+++ 17.54 Uhr: Verletzte bei Bergung eines F-15-Piloten +++ Nach dem Absturz eines amerikanischen F-15-Kampfjets nahe Bengasi ...«

Der zeitliche Zusammenhang der Meldung ist überdeutlich und paßt inhaltlich zu dieser: »Libysche Aufständische haben in Bengasi die französische Staatsflagge gehisst. Deshalb fühle sich Frankreich den Aufständischen verpflichtet und werde den Kampf gegen die Truppen des libyschen Machthabers Muammar el-Gaddafi fortsetzen, kündigte Regierungschef Francois Fillon am Dienstag im französischen Parlament an. "In Bengasi gibt es jetzt Hoffnung, dort wehen die französische Flagge und die Flagge eines anderen Libyen, die Menschen träumen von Demokratie und Modernisierung", sagte Fillon« rian.ru.


Und dann das: »+++ 10.30 Französisches Kampfflugzeug abgeschossen? +++ Der libyschen Internet-Zeitung "Al-Watan" zufolge ist über Sirte, der Heimatstadt von Machthaber Gaddafi, ein französisches Kampfflugzeug abgeschossen worden. Der Pilot habe sich retten können. Er sei nun ein Gefangener der libyschen Armee. Ein Sprecher der französischen Streitkräfte bestritt dies. "Kein französisches Flugzeug wurde in Sirte abgeschossen", sagte Oberst Burkhard« n-tv.

Prompt will tatsächlich ein französischer Rafale-Kampfjet nahe der von Rebellen seit Tagen mit Luftunterstützung der Invasoren attackierten Stadt Misrata gegen 12.40 Uhr MEZ eine libysche vom Typ G-2 Galeb am Boden zerstört haben *wow* Zwischenzeitlich wird gemeldet: »Aus Washington hieß es, dass der libysche Jet offenbar kurz vor der Landung abgeschossen worden sei.« Klingt besser. Im Übrigen sind die jugoslawischen "Galeb" - hier dürfte eine "G-2A-E" gemeint sein - "Strahltrainer". »Die "Galeb" besitzt keinerlei Waffen für den Luftkampf und wäre einer "Rafale" schutzlos ausgeliefert. Doch selbst ein Luftsieg über einen derart unterlegenen Gegner war der "Rafale" nicht vergönnt: Frankreichs Generalstab musste später einräumen, dass die "Galeb" erst nach der Landung durch eine Luft-Boden-Rakete zerstört wurde« (SPON).

Was wissen wir wirklich? Wir wissen nur eines: Die Propaganda läuft auf vollen Touren.

Dienstag, 22. März 2011

Libyen - F-15 der USA abgestürzt

Eine F-15E der USA soll bereits in der Nacht (am 21.03.2011, geg. gegen 22.30 Uhr MEZ) über einem unbewohnten libyschen Gebiet namens "Ghut Sultan" (auch als "Gut ..." oder "Ghot ..." bezeichnet) südöstlich von Bengasi abgestürzt sein, welches zum Rebellengebiet gehöre. Die Besatzung sei unverletzt geblieben. Die beiden Besatzungsmitglieder hätten sich mit dem Schleudersitz retten können, vgl.: Focus (Meldung von 11.02 Uhr). Die Maschine soll von der US-Luftwaffenbasis "Dal Molin" in Vicenza, Italien gestartet sein.

Die beiden Piloten seien von Hubschraubern der vor der libyschen Küste stationiert USS Kearsarge abgeholt worden. Einer kurz nach dem Katapultiervorgang, der andere wurde von Rebellen geborgen und von den USA später geholt. Lese ich das übrigens richtig, das die Amis bei der "Rettungsaktion" wild ballernd aus dem Hubschrauber gesprungen sind, durch Bordwaffen von Flugzeuge unterstützt, und bei der Rettung des ersten Piloten schlicht sechs Dorfbewohner verwundet haben ... wobei z.T. noch keiner gestorben sei?! In den Propaganda liest sich das so: »einer der Amerikaner sei auf offenem Feld in der Nähe der Stadt Benghasi von einem Libyer entdeckt worden. Der Libyer habe den Soldaten in die Arme geschlossen und für seinen Einsatz gedankt.« Widerlich. Nunmehr wurden beide sich widersprechende Meldungen zu einer rührseligen Propagandageschichte zusammengerührt.

"Natürlich" soll die Maschine aufgrund eines technischen Defektes und nicht durch Feindeinwirkung niedergegangen sein. Eine Behauptung, die mir auch beim Krieg gegen Jugoslawien stets begegnet ist ... was schicken die jedes Mal für "Mühlen" in den Krieg?! Vielleicht auch wieder "friendly fire" der Rebellen? Eine "Flugunfalluntersuchung" wird es nicht mehr geben: »Die US-Luftwaffe hat in der Nacht zum Mittwoch [den 23.03.2011; Veith] in Libyen das Wrack eines verunglückten amerikanischen Flugzeugs komplett zerstört. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen im US-Militärkommando« rian.ru.

Zwischenzeitlich wurde berichtet, daß es sich um eine Maschine der 492 Fighter Squadron der 48. Fighter Wing USAF, stationiert in Großbritanien, mit der Registrierung "91-0304/LN" handele. Wenn das stimmt, gibt es u.a. hier ein Foto dieserF-15E aus "besseren Tagen":
http://www.flugzeugbilder.de/show.php?id=105659

Die Maschine sieht jetzt übel aus: telegraph.co.uk

Übrigens, zeigte SPON am 18. März 2011 bereits das Foto einer am Boden brennenden MiG-21, mit folgenden Text: »Dieses Flugzeug der libyschen Lufftwaffe stürzte in der Nähe von Bengasi ab - angeblich aus mechanischen Gründen.« Nun vermisse ich die Vokabel "angeblich" und mich stört auf dem Foto der geöffnete Bremsschirmbehälter und ich sonst nichts gehört habe, außer jene Bildstrecke. Dieser "Absturz" vom letzten Freitag könnte alledings tatsächlich komplett gefakt sein, um die "westliche" Invasion zu rechtfertigen.

P.S. Den Rebellentruppen unter der Fahne des alten Königs ist es trotz Luftunterstützung durch westliche Kampfbomber nicht gelungen, die Stadt Ajdabiya im Osten Libyens zu erobern. Dagegen bombardiert Israel im "Schatten" des Libyen-Krieges wieder den Gaza-Streifen. Da die USAF als Absturzort nicht ein unbekanntes Gebiet "südöstlich von Bengasi" sondern allgemein den "Nordosten" Libyens angibt, könnte der Abschuß^^^sturz im Rahmen der Luftunterstützung beim Kampf um Ajdabiya erfolgt sein.

Die Frage des Absturzortes sollte im Auge behalten werden. Eine Zeitschrift aus der Schweiz berichtet: "Der Journalist Rob Crilly der Zeitung «The Telegraph» twittert: «Ich habe gerade ein abgestürztes US-Kriegsflugzeug auf einem Feld gefunden. Ich glaube an einen technischen Defekt.» Die Zeitung schreibt, dass es ein F-15E Eagle sein soll. Crilly berichtet aus der Stadt Bengasi." Die USAF informierte also, weil ein Journalist, der gewöhnlich aus Bengasi berichtet, ein Flugzeug "gefunden" hat und sachkundig einen "technischen Defekt" schlußfolgert :-D Nun ist es möglich, daß US-Soldaten in fremden Ländern nicht so gut zwischen den Städten unterscheiden können oder ... es wurden ggf. zwei "Zwischenfälle" medial zu einem "verschmolzen".

update (23.03.2011)
Zwischenzeitlich habe ich den mutmaßlichen Absturzort gefunden. Er liegt an einer Haupverbindungsstraße 120 km südlich von Benghazi aber nur 40 km nördlich von Ajdabiya. Damit ist es m.E. sicher, daß das us-amerikanische Kampfflugzeug während der Luftunterstützung für regierungsfeindliche Gruppierungen abstürzte.

Sonntag, 20. März 2011

Anti-Kriegs Demonstration

Ein Hauch von "Speakers Corner" durchwehte den Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin. "Die Linke" hatte zu einer Mahnwache gegen den Libyen-Krieg, am 20. März 2011 von 11.00 bis 13. 00 Uhr, aufgerufen.

Bereits die geringe Teilnehmerzahl von ca. 100 Personen zeigt, daß diese Partei es nicht wirklich ernst damit gemeint hatte. Allein die Zahl der "Hauptamtlichen" übersteigt vermutlich die Zahl der Demonstranten. Ich hatte auch nur zufällig durch eine Meldung der jungen welt davon erfahren. Immerhin waren die Parteivorsitzenden, Klaus Ernst und Gesine Lötzsch, anwesend. Sie stellten sich vor einem Parteispruchband und den Kameras auf.

Die Rede von Herrn Ernst veranlaßte mich, nach ca. 20 Minuten die Veranstaltung kopfschüttelnd zu verlassen. Der Mann schaffte es gleich zu Beginn gefühlte 10 Minuten von blutigen "Dikatator Gaddafi" zu schwätzen, bevor er den Krieg als solchen kritisierte (tatsächlich nach 1'10'' ;-)). Natürlich müsse man diesen Schlächter beseitigen, aber bitte mit zivilen Mitteln. Was für ein Schei*! Der Parteivorsitzende der "Linken" bemängelt also nur die "Mittel" bei der Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten, bei der Mißachtung der Staatensouveränität. "Immerhin" möchte man sagen, die einzige verbliebene Anti-Kriegs-Partei von Bedeutung. Etwas Hintergrund zu den strategischen Interessen und Bemerkungen zu den verqueren Demokratiebegriff hatte ich jedoch schon erwartet. Eigentlich hat nur ein Verweis auf den "friedlichen Umsturz" in der DDR gefehlt. Ich war zum Glück, nicht der einzige der "grummelte", aber ... der Krieg geht weiter.

Klasse waren die beiden "Aktivisten", die mit ihren Störungen des "Business" der uniformierten Laiendarsteller wohl mehr erreichten und einige Touristen zum Nachdenken provozierten, als diese Rede.

Video der Rede von Herrn Ernst: http://www.youtube.com/watch?v=acb_US14pbo
Zu den Hintergründen, 50 Minuten Interview, mit Christopf Hörstel, Kenner des Nahen und mittleren Osten und früherer Auslandskorrepondent des ARD:
http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/03/20/aegypten-lybien-naher-osten-was-geht-da-eigentlich-ab/

Samstag, 19. März 2011

Krieg gegen Libyen

Um 15.06 Uhr MEZ meldeten Nachrichten - "Ticker", daß die französische Republik die Libysch-Arabischen Dschamahirija angegriffen hat. Um 15.56 Uhr wird gemeldet, daß auch Vereinigte Königreich von Großbritanien und Nordirland sowie Kanada Libyen überfallen haben. Die BRD bekräftigt lt. Nachrichtenmeldungen gegen 16.11 Uhr, daß es die Aggressoren unterstützen wird. Die mit Libyen durch einen Nichtangriffspakt verbundene Republik Italien will - lt. Staatschef Berlusconi (16.44 Uhr) - "derzeit nur Luftstützpunkte für den Einsatz über Libyen" bereitstellen. "Die italienische Luftwaffe könnte sich aber zu einem späteren Zeitpunkt notfalls auch direkt beteiligen. Der Nato-Stützpunkt in Neapel könnte das Kommandozentrum des Einsatzes werden." Dänische sowie US-Flugzeuge würden erwartet.

Bisher sollen aber tatsächlich nur französische Flugzeuge in den libyschen Luftraum eingedrungen sein. Die Kriegsberichterstattung meldet geg. 18.32 Uhr, daß "ein nicht näher identifiziertes Fahrzeug sei beschossen worden" sei. "Laut dem Verteidigungsministerium sei das Ziel bei dem ersten Angriff zerstört worden."

Der Angriff belegt wieder einmal, daß kein (Chavez-) Friedensplan, kein einseitiger Waffenstillstand die betroffenen Staaten retten kann. Selbst eine Kapitulation, wie im Irak, rettet das Opfer nicht, sondern verlängert nur die Leiden und vergrößert die Opfer. So hart wie es ist: Aggressoren verstehen nur eine Sprache :-(

Vorsorglich: »Was die UN-Resolution an Gewaltanwendung erlaubt, überschreitet deutlich die Grenzen des Legalen und des Legitimen. Man kann nicht in einen Bürgerkrieg, der immerhin gewaltsam begonnen wurde, von außen mit Gewalt eingreifen und sich auf die Seite einer Partei schlagen. Die UN hat das Recht zu intervenieren, um Massenmord zu verhindern, aber nicht das Recht, beim Sturz einer Regierung mit kriegerischen Mitteln zu helfen« Dr. Reinhard Merkel, Professor für Rechtsphilosophie und Strafrecht an der Universität Hamburg, nach: n-tv.de.

update
Die Nachrichtenagenturen melden geg. 20.47 Uhr, daß von entfernten US- und britischen Kriegsschiffen 110 "Tomahawk-Raketen" (gemeint werden wohl Marschflugkörper gewesen sein) - mit der üblichen "Tapferkeit und Ehrenhaftigkeit" - gegen libysche Ziele abgefeuert wurden seien. Inzwischen gibt es auf der offiziellen Website der USN die Meldung: Beteiligt an dem Cruise Missile Angriff waren zwei Zerstörer der Arleigh Burke Klasse (USS Stout und USS Berry), außerdem noch zwei U-Boote der Los-Angeles Klasse (USS Providence und USS Scranton) sowie ein umgerüstetes Ohio-Klasse U-Schiff (USS Florida). Das beteiligte britische U-Boot war die HMS Triumph. Das britische Verteidigungsministerium spricht auf seiner Website von "einem U-Boot der Trafalgar-Klasse". Um 20. 58 Uhr wird gemeldet, daß sich auch britische Flugzeuge am Angriff beteiligen. Damit stehen auch die Vereinigten Staaten von Nordamerika und Großbritanien aktiv im Krieg gegen den souveränen Staat Libyen.

Bei den Angriffen sollen Wohngebiete in der Hauptstadt Tripolis unter Beschuß genommen worden sein. Natürlich wurden auch Langstreckenbomber eingesetzt. Lt. dem "Combat Aircraft Magazin" flogen drei B-2 von der Whiteman Air Force Base (Missouri, USA) aus, einen Angriff auf einen libyischen Flugplatz. Also, alles wie "immer". "Putzig", wie bei WON der Abschuß eines Rebellen-Jets von heute Morgen "verdreht" wird:
http://www.welt.de/politik/ausland/article12892666/Militaerische-Anlagen-des-Gadaffi-Regimes-bombardiert.html

Nach libyschen - natürlich "unbestätigten" - Angaben wurde ein französischer Kampfjet über Tripolis heruntergeholt. Ein kanadisches Nachrichtenportal berichtet am gleichen Tag, daß insgesamt 3 französische Kampfbomber abgeschossen worden seien: »According to (unconfirmed) internal Libyan sources, two French jets were also shot down by the Libyan military near Janzour (Janzur/Zanzur). [...] According to the same source, another French military jet was shot down by the Libyans near Anjile«

Libyen - Flugzeug abgeschossen

Während die ausgewogenen und durch höchste Qualitätsstandards geprägte Kriegeberichterstattung tönt: "Angriff von Gaddafi-Truppen auf Bengasi", "Gaddafi ignoriert die Uno-Resolution" und den Abschuß einer zweisitzigen MiG-23 feiert ("09:12 Uhr: In Bengasi stürzte am Samstag ein brennender Kampfjet vom Himmel. Es könnte sich um einen Jet der Gaddafi-Streitkräfte handeln.") und auf Invasion drängt: "... ein Rebellen-Sprecher: "Sie wollen Bengasi von Westen her einnehmen. Wo sind die westlichen Mächte? Sie haben gesagt, sie könnten innerhalb von Stunden eingreifen.", gehen die Dementis der libyschen Regierung fast unter: "8:57 Uhr: ... 'Es gibt keine wie auch immer gearteten Angriffe auf Bengasi. Wie wir gesagt haben, beobachten wir den Waffenstillstand und wollen, dass internationale Beobachter kommen ... Das sind Rebellen, die Dörfer angreifen, um einem ausländische Intervention zu erzwingen.'"

Und nun stellt sich heraus, die - ggf. sogar durch "friendly fire" der Rebellen - abgeschossene MiG-23 war wahrscheinlich ein Rebellen-Jet, der die Regierungstruppen angegriffen hatte. Peinlich ... gilt das "Flugverbot" nur für die Regierung Libyens? Klar, die Aggressoren wollen ja selbst im Libyschen Luftraum fliegen, um die Rebellen zu unterstützen. Es wird nun zugegeben, was seit Wochen gemunkelt wird: "Verdeckter Einsatz: Britische Sondereinheiten bereits in Libyen."

Bereits Mitte der Woche soll es Meldungen gegeben haben, wonach die Rebellen einige Flugzeuge besitzen und mindestens ein Flugzeug und ein Hubschrauber bereits in die Kämpfe eingegriffen haben.

Freitag, 18. März 2011

Libyen - Der Aufruhr ist mißglückt, die Invasion beginnt.

So, da soll also Frau Clinton (deren Mann wir den "Kosovo-Krieg" zu verdanken haben) den Einmarsch saudischer Truppen in Bahrain unter der Bedingung genehmigt haben, daß die "Arabischen Liga" eine "Flugverbotszone" über Libyen fordert. Arabisch "hinterlistig" kamen am 13. März 2011 lediglich 11 Außenminister der 22 Mitgliedsstaaten in Kairo zu einer Tagung zusammen. Mit zwei Gegenstimmen (Syrien und Algerien) kam es bei 9 Ja-Stimmen mit "überwältigender Minderheit" zu dem "erforderlichen" Beschluß der Liga. Darin forderte sie die Entsendung einer von ihr ernannten Vermittlungsgruppe von fünf afrikanischen Staatschefs nach Libyen, um dort für einen sofortigen Waffenstillstand und die friedlichen Lösung des Konfliks zu verhandeln. Dieser Teil des Beschlußes wurde sogar von Herrn Gaddafi begrüßt. Allerdings forderte die Liga auch die Durchsetzung eines Flugverbotes ohne militärische Mittel. Umstände, die hierzulande gern unterschlagen werden.

Mit 10 Stimmen dafür (USA, Großbritannien, Frankeich, Libanon, Südafrika, Portugal, Kolumbien, Gabun, Bosnien-Herzegowina, Nigeria) und fünf Enthaltungen (BRD, Russland, VR China, Indien und Brasilien) hat der 15 Mitglieder starke "UN-Sicherheitsrat" am Abend des 17. März 2011 eine Resolution beschlossen, die es den Mitgliedstaaten "erlaubt", »alle notwendigen Maßnahmen (...) zu treffen, um die Zivilbevölkerung und die von Zivilisten bewohnten Zonen, die von Angriffen in der Libysch-Arabischen Dschamahirija bedroht werden, einschließlich Bengasi zu beschützen«. »Einzige Ausnahme ist, dass Libyen nicht „besetzt“ werden darf. Eine indirekte Kolonialisierung durch die Installation eines Marionettenregimes, dem ausländische Truppen „zum Schutz der Bevölkerung“ zu Hilfe dabei kommen, den libyschen Ölreichtum an das Ausland zu verschenken, schließt die Resollution hingegen nicht aus« (mPb).

Wieder greift die "Weltgemeinschaft" einseitig militärisch auf der Seite von Aufständischen gegen die Regierung eines souveränen Staates ein. Damit bleibt insoweit nur noch der Iran und Venezuela als Angriffsziele und die USA haben alle relevanten Erdölvorkommen unter Kontrolle ... und Kontrolle reicht.

Dabei war der Bürgerkrieg fast vorbei :-(

http://zmag.de/artikel/krieg-ueber-alles
http://www.heise.de/tp/blogs/8/149482

http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2011/03/libyen-inszenierte-realitat.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2011/02/sanktionen-gegen-libyen.html

Donnerstag, 10. März 2011

Libyen - Inszenierte Realität?

Bereits am 01.03.2011 meldete Russia Today, daß die am 22.02.2011 gemeldeten Bombardierung von "friedlichen Demonstranten" schlicht nicht stattgefunden haben: »According to Al Jazeera and BBC, on February 22 Libyan government inflicted airstrikes on Benghazi – the country’s largest city – and on the capital Tripoli. However, the Russian military, monitoring the unrest via satellite from the very beginning, says nothing of the sort was going on on the ground.«

Zumindest die junge welt vom 09.03.2011 informierte darüber: "Die angeblichen Angriffe der libyschen Luftwaffe auf demonstrierende Menschenmengen seien »reine Einbildung« westlicher Medien. Belegt sind allerdings einige Luftangriffe der Regierungstruppen auf von Rebellen eroberte Munitionslager. Keith Harman, ein unabhängiger Kriegskorrespondent aus den USA, der sich vor Ort in Libyen befindet, aber nicht für die großen Konzernmedien arbeitet, berichtete am Montag in einem RT-Interview von solch einem Angriff. Zuerst hätten die Rebellen das Waffendepot der Regierung gestürmt und erobert. Als die Regierung dann mit einem Luftangriff das Depot zerstörte, hätten viele westliche Journalisten, aber auch der im Emirat Katar stationierte Fernsehsender Al-Dschasira daraus einen Angriff auf Demonstranten gemacht. Ghaddafi sei zum Monster und Diktator abgestempelt worden, der sein eigenes Volk bombardiert. Die »friedlichen Demonstranten«, die bei dem Luftschlag auf das Munitionslager getötet wurden, waren demnach schwer bewaffnet."

In der Berichterstattung fallen mir zudem immer wieder "gut gelaunte" und sonnenbebrillte Rebellen auf, die mit ihrem Spaß "herumzuballern" nicht zurück halten ... ein "Glück", daß sie nicht mehr als "friedliche Demonstranten" bezeichnet werden, vgl.:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-65518-9.html
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-65518-11.html

In der gestrigen Tagesschau lief das ähnlich ab: Erst wird mit Raketengeschossen geballert (ab 8'28''), die Rauchsäulen "offenbar von Bomben und Artillerieeinschlägen" nach einer Weile sieht der Zuschauer weitere Rauchsäulen, angeblich vor anderen Stadt .... Der Kommantar erläutert, daß diese Ergebnis von Gaddaffis Luftwaffe seien (und nicht etwa eines Raketenbeschusses der Rebellen) und man sieht einen von vielen Männern ("ein Journalisten") geduckt wegrennen, wegen der "Tiefflieger".

=> Eine "harmlose" Variante wäre "die Realität nachgestellt":
»Reporter sprechen immer wieder freimütig über Situationen, in denen sie zu spät gekommen sind, die Kamera gerade einen Defekt hatte oder in einer schlechten Schussposition war. Manchmal werden dann die Aktivitäten wiederholt oder nachgestellt, um die versäumten Bilder zu bekommen.

Auf diese Weise werden Szenen hergestellt, die eine Imitation der tatsächlich stattgefundenen Abläufe darstellen. Nun ist das per definitionem nicht die Realität, die wir vorher angesprochen haben. Es ist aber eine Realität, die durchaus so stattgefunden hat und vielleicht auch wieder so stattfinden wird.

Puristisch gesehen könnte man schon hier von einer Täuschung des Zuschauers sprechen, auch wenn es keine Motive gibt, Information zu verfälschen oder zu manipulieren« (Quelle, Abruf am 05.04.2004; offline).

=> Eine "böse" Variante wäre "die Realität, wie Bombardierungen, inszeniert":
"Kürzlich haben kroatische Offiziere zugegeben, daß sie zugunsten kroatischer Fernsehteams 1993 eine »serbische Bombardierung« der kroatischen Küstenstadt Sibenik inszeniert haben.

Davo Skugor, der frühere Stabskommadeur der 113. Kroatischen Brigade, reagierte ungehalten.«Was soll das Theater?« beschwerte er sich. »In Kroatien gibt es keine Stadt, in der man sich nicht solcher taktischen Tricks bedient hätte. Schließlich sind sie integrierter Bestandteil strategischer Planung. Das ist nur eine von einer ganzen Reihe von Strategien, zu denen wir während des Krieges gegriffen haben«" (Diana Johnstone, Znet, zitiert aus jw vom 30.03.1999).

update, lese eben bei journal21.ch:
»Die meisten Bilder sind gestellt - Propaganda am Fernsehen

Von Helmut Scheben. Er gehört zu den erfahrensten Redaktoren der "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens SRF.

Bürgerkrieg in Libyen, jetzt sind wieder Kampfbilder im Umlauf. Da wird geflüchtet, in Stellung gegangen, geschossen, es kracht und raucht. Das Fernsehen zeigt die furchbaren Dinge wie sie sind, könnten naive Zuschauer denken, doch sie sind im Irrtum« mehr ...