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Sonntag, 19. April 2026

Abschuss RB-66, eine Aktualisierung

Ich habe von Uwe Behrndt einen Hinweis zum Abschuss der RB-66 / USAF über den Territorium der DDR, nördlich von Gardelegen, erhalten. Ich möchte die Zuschrift hier vorab veröffentlichen:

Zur Vorgeschichte: 

Bei Gesprächen mit Oberst a.D. Oleksandr Pawlowitsch Protopopov kam das Thema Abschuss RB-66 auf. Er war damals als Offizier der sowjetischen Streitkräfte in Zerbst stationiert und hatte während des Abschusses Dienst im Gefechtsstand. Er dachte damals nur „hoffentlich fällt die Funkverbindung nicht aus“, für die er als junger Offizier in diesem Moment verantwortlich war. Im Gespräch konnte er sich präzise an die damaligen Vorgänge erinnern und vor allem auch an die Namen, Respekt! Das Gespräch wurde von Uwe Behrndt im Januar 2018 in Kiyw geführt.

Ein wichtiges  Detail ist immer noch nicht öffentlich bekannt.

Zum Text:

"Mein Schwiegervater Oлександер Павлович Протопопов, heute wohnhaft in Kyjiw (Ukraine), war im März 1964 Leutnant der Sowjetarmee und beim 35. Jagdfliegerregiment in Zerbst (DDR) stationiert. Am Tag des Abschusses hatte er Dienst im Gefechtsstand und war verantwortlich für „Cwjas i Radiolokazij“, also für die funktechnische Sicherstellung des Flugbetriebes.

Der Einsatzbefehl kam an jenem 10. März 1964 von der vorgesetzten Stelle aus Werneuchen. Er wurde umgehend umgesetzt. Der, wegen des laufenden Manövers, zufällig anwesende Divisionskommandeur der 126. Jagdfliegerdivision, Generalmajor Alexej Anastasowitsch Mikojan (sein Vater war zu der Zeit übrigens Vorsitzender des obersten Sowjets), griff im Zuge des Abfangmanövers selbst zum Mikrofon und gab den entscheidenden Befehl zum Abschuss: „Ogon na poroschenja“, was sinngemäß mit „Feuer frei, Abschießen!“ übersetzt werden kann. Mikojan fragte zuvor noch nach den Sichtbedingungen und die Identifizierung des fremden Flugzeuges ab. Antwort war „choroschaja Widimost, Zel maloi skorosti, 2 Dwigatelja“ (gute Sicht, langsames Ziel, 2 Triebwerke).

Aufgestiegen war ein Paar des 35. Jagdfliegerregimentes unter Führung des erfahrenen Staffelkommandeurs Hauptmann Sesow (Ergänzung: Der Start des Paares erfolgte zusätzlich zu der bereits laufenden Abfangaktion mit Hauptmann Sinowjew von einem anderen Flugplatz). Sesow machte als erster seine Waffen scharf und meldete dann aber nach kurzer Zeit „Priwet Oruschnikow: ne streljaet!“, also „Gruß an die Waffenleute, sie schießt nicht!“. Daraufhin musste der Geführte Hauptmann Iwannikov übernehmen, der letztendlich aus kurzer Distanz den Auftrag erfüllte und das Ziel mittig traf. 

Nach der Landung wurde die Mig-19 von Sesow sofort sichergestellt und einer eingehenden Überprüfung unterzogen. Man fand aber keinen technischen Defekt und ging deshalb von einem Bedienfehler aus, auch weil der Waffenhauptschalter nach der Sicherstellung nicht auf der erwarteten Position stand. Hauptmann Sesow, der damals rund 4.000 Flugstunden hatte, wurde Flugverbot erteilt und wenig später aus der Armee entlassen. Das der erfolglose Sesow später nirgends erwähnt wird, entsprach durchaus der sowjetischen „Öffentlichkeitsarbeit“. Auch kann er sich nicht erinnern, dass bei derartigen Aktionen nur ein einzelner Abfangjäger Startbefehl erhielt, zumal immer ein Paar in Bereitschaft war. Mit Sesow gab es eine Woche nach dem Zwischenfall ein Parteiverfahren, und Wochn später mit den zusammengerufenen Piloten eine "Riesen Standpauke" - mit dem bekannten Ergebnis, dass nicht Iwannikow (und somit das 35. JFR) den feindlichen Aufklärer abgeschossen hat, sondern Sinowjew.  Mikojan hatte bei dieser Aktion im Gefechtsstand so kräftig mit der Faust auf den Tisch gehauen, dass mein Schwiegervater Angst hatte, dass das Mikro und die Funkanlage ihren Geist aufgeben würden. 

Der erfolgreiche Schütze Vitalij Grigorjewitsch Iwannikov wurde in der gleichen Woche zum neuen Staffelkommandeur ernannt und der Rotbannerorden verliehen. Er soll es nach Erzählungen bis zum General gebracht haben.

Es erklärt auch die Darstellung des letztlich erfolgreichen Fliegers Iwannikov, der nach eigenen Angaben erst sehr spät aus 0/4 und aus kurzer Distanz, also nicht ideal und unmittelbar hinter der RB-66, das Feuer eröffnen konnte. Das wirft dann natürlich auch ein neues Licht auf das unerwartete Treffen im 35. JFR mit dem legendären Oberkommandierenden K. A. Werschinin, als Chef der Flieger, das I. Pstygo in seinem Buch „Arbeiter am Himmel“ beschreibt. Denn irgendjemand muss nach der vorübergehenden Suspendierung die Entlassung eines verdienten Staffelkommandeurs aus der Armee angeordnet haben."


Leutnant Protopopov, 1964

Uwe Behrndt, 2020 mit Ergänzung 2026

Link für weitere Informationen:
https://home.snafu.de/veith/rb-66.htm 

Freitag, 24. Januar 2014

Die "Stasi" zur Münchner Olympiade

Ich schreibe zum Thema "Konflikte", in denen die NVA verwickelt war, schon länger die Worte: »So war 1972 - auf ausdrücklichen Wunsch der BRD - eine bewaffnete MfS-Einheit zum Schutz unserer Olympioniken in München.«

Dummerweise hatte ich mir den Namen des Dokumentarfilms nicht gemerkt, in dem dieses erwähnt ist. Nunmehr bekam ich einen Scan aus der Zeitschrift "Unsere Zeit", in dem das Fehlen solcher Informationen von Klaus Huhn problematisiert wird:
 

Mittwoch, 8. Januar 2014

Absturz in Cottbus - 16. März 1985

Am 16. März 1985 stürzte die 590 des JG-7 aus Drewitz in Cottbus auf das gerade unbewohnte Wohnheim-2 der Technischen Hochschule für Bauwesen (heute: BTU) in der Juri-Gagarin-Straße ("Bildungszentrum"). Der Pilot Oberleutnant Uwe Behrndt hatte sich geg. 08.46 Uhr katapultiert.
 
Die 590 war eine MiG-21M (Werksnummer 0515, Nutzungsbeginn 08/1969) und erwiesene Unglücksmaschine der 3. Jagdfliegerstaffel des Geschwaders. Ursache für den Absturz war eine zu stark angezogene Mutter der Hydraulik-Leitung. Dadurch bildete sich ein Haar-Riss, welcher bei dem Start mit Starthilfsraketen zum Abriss der Leitung und vor allem zum Ausfall des Schubdüsensystems des Triebwerkes führte.
 
Zwei Passanten wurden verletzt.
 
Am 28. Dezember 2013 erschien in der Lausitzer Rundschau ein Artikel zu dem Absturz. Es kommen u.a. der heute 54jährige Uwe Behrndt,  der 71jährige Frank Pampel (Kommandeur) und Thomas Bußmann zu Wort.

Der Link zum Artikel:
http://www.lr-online.de/nachrichten/Tagesthemen-Flugzeug-Absturz-Hunderte-Cottbuser-hatten-Riesenglueck;art1065,4434391

update (21.01.2014)
Hier der Einsatzbericht der Cottbuser Feuerwehr, mit Chronologischen Einsatzablauf - aus dem Einsatztagebuch - sowie Fotos:
http://www.feuerwehr-cottbus.org/e_flugzeug1985.html

Sonntag, 15. Dezember 2013

12. Familientreffen der Gemeinschaft der 13er

Nunmehr hat bereits das 12. Familientreffen der Gemeinschaft der 13er stattgefunden und ich habe endlich Text und Bilder online gestellt:
http://home.snafu.de/veith/12__ft.htm

Ebenfalls wurde die 63. Ausgabe des Kanonier fertig:
http://home.snafu.de/veith/Texte/Kanonier63.pdf

update (17.12.2013)
Nun ist der Kanonier Nr. 63 auch mit dem Gruppenfoto vom 12. Familientreffen online ... es gab anfangs technische Probleme. Ich weise darauf hin, daß die Fotos online in der Größe etwas reduziert wurden und bpsw. aus dem "Kanonier" grundsätzlich nicht entnommen werden können und nur in verminderter Qualität druckfähig sind. Wem das nicht reicht, wendet sich am Besten an die Gemeinschaft unmittelbar, s.a.:

Montag, 17. Juni 2013

Kameradentreffen auf dem Flugplatz Rothenburg

Am 25.05.2013 gab es wieder ein Kameradentreffen auf dem Flugplatz Rothenburg.

Ein Lockheed F 104 "Starfighter" umrahmt diesmal die Teilnehmer des Kameradentreffens am 25.05.2013 auf dem Flugplatz Rothenburg OL. Mit 25 Teilnehmer der ehemaligen techn. Staffeln, war das Treffen wieder eine gelungene Veranstaltung. Bei abendlichen Zusammenkünften am Freitag und Samstag im Rothenburger Ratskeller wurden wieder Erinnerungen aus vergangener Zeit  ausgetauscht. Es war erfreulich, daß auch dieses Mal  9 ehemalige Kameraden neu in unserer Gemeinschaft begrüßt werden konnten.
 

Sonntag, 30. Oktober 2011

JAG-10

Zwischenzeitlich wurden die Informationen zum Jagdfliegerausbildungsgeschwader 10 (1956 - 1963) immer zahlreicher. Insbesondere mit Hilfe von Dr. Hans Rost wurden einige unklare und falsche Informationen korrigiert.

Offenbar wurden Angaben zum ersten Kommandeur der Fliegerschule, Major Josef Zieris, zu einer regelrechten Verschwörungstheorie uminterpretiert und in einem renomierten Flugzeugforum zumindest angedeutet. Danach soll Horst Schöll, ehemaliger Chef Fallschirm / Rettungsdienst der NVA, von dem Ausscheiden Zieris im dritten Band seiner Memoiren "Kameradschaft am Fallschirm" berichtetet haben. Herr Schöll war zu Zieris Zeiten der Offizier FRD der Fliegerschule (erster Sprung-Lehrgang) und damals als verantwortlicher Offizier im Schulkommando. Demnach sei Zieris 1957 kurzfristig abgelöst und entlassen wurde. Lehweß-Litzmann hätte die Aufgabe innerhalb weniger Tage übernommen.

Nach meinem Kenntnisstand war die Ablösung von Zieris als Kommandeur der Fliegerschule durch Oberst Wilpert oder Oberst Lehweß-Litzmann wegen der umfassenderen und komplizierten Aufgaben in der Fliegerei bereits länger angedacht, wurde nur nicht entschieden, weil Keßler und Wilpert zum Studium in Moskau waren.

Major Zieris wurde Ende 1956 / Anfang 1957 in die Reserve versetzt und war später im zivilen Bereich als Produktionsleiter tätig.

Ich finde es immer wieder "spannend" und "vielsagend", wie - entsprechenden Willen vorausgesetzt - aus "allem und jedem" negativer "Honig gesaugt" und herabgewürdigt werden kann. Hier jedenfalls die Chronik des JAG-10:


Montag, 3. Oktober 2011

Kanonier Nr. 52


Die Sonderausgabe des "Kanonier" zum 11. Familientreffen der Gemeinschaft der 13er des FRR-13 bricht aktuell alle Rekorde.

Die Ausgabe wurde in den letzten zwei Monaten (September und Oktober 2011) 11.097 mal heruntergeladen, d.h. rd. 185 mal pro Tag. Die Datei hat aufgrund der Fotos eine Größe von rd. 7,5 MB, was einen entsprechende Traffic beim Server verursachte.

Das Interesse ist offenbar groß ... und es hat sich auch niemand einen "Scherz" gemacht, hier von den Top-100-Zugriffen des Monats September 2011:

Sonntag, 4. September 2011

OHS - Flugplatz Kamenz

Dank einer Zuschrift von Dr. Bellanger konnte ich meine Informationen zur OHS der LSK/LV "Franz Mehrung" und insbesondere der Einheiten auf dem Lehrflugplatz Kamenz erweitern und teilweise Neustrukturieren. So zur TAS-45, dem JAG-10 sowie der dortigen Verbindungsfliegerkette:

http://home.snafu.de/veith/ohs.htm

Donnerstag, 4. August 2011

Bericht zum 11. Familientreffen

Das breits 11. Familientreffen der Gemeinschaft der 13er fand am 18. Juni 2011 in der Kultscheune in Matzlow bei Parchim statt. Inzwichen ist ein Bericht vom Treffen der 110 Kameradinnen und Kameraden mit vielen Bildern, nebst Gruppenfoto online:
http://home.snafu.de/veith/11__ft.htm

Für den Text zeichnen die Herren Rühe und Keuthe und die Fotos: Norbert Hentschel, Bernd Seifert und Hubert Rauch verantwortlich.

Hinweis: Wie immer können alle Fotos durch Klick vergrößert oder mit Rechtsklick und "Ziel speichern unter" auf der eigenen Festplatte gespeichert werden.

Samstag, 30. Juli 2011

Kanonier und Familientreffen

Die Sonderausgabe des neusten "Kanonier" ist endlich online:
http://home.snafu.de/veith/Texte/Kanonier52.pdf (7,5 MB!)

Die ungewöhnlich hohe Dateigröße kommt von den Fotos des 11. Familientreffens der 13er. Allerdings habe ich grundsätzlich die Qualität des Ausdrucks begrenzt und empfehle den Kauf der Originalzeitung.

Übrigens, »Peter Veith, Administrator der Website "ddr-luftwaffe.de", wurde als "Freies Mitglied" in unsere Gemeinschaft aufgenommen.« Dafür und die sehr herzlichen Begegnungen möchte ich mich bei allen bedanken .. daß es so etwas noch gibt, Klasse!

Sorry, daß die Online-Stellung so lange gedauert hat, aber mein Urlaub endete erst gestern und ich "mußte" vier Wochen die iberische Halbinsel bereisen :-)

Samstag, 21. Mai 2011

FAG-15: Kameradentreffen

Auf dem Museumsgelände des Flugplatzes Rothenburg, trafen sich am 14. Mai 2011 ehemalige Kameraden der techn. Staffeln zu ihrem 6. Kameradentreffen. Es eine gute Tradition geworden, sich in diesem Rahmen alle zwei Jahre zu einem Gedankenaustausch zutreffen. Auch in diesem Jahr war mit 22 Teilnehmern die Zusammenkunft gut besucht.

Links:
http://home.snafu.de/veith/fag-15.htm
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2011/01/kameradentreffen-rothenburg.html
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2009/01/kameradentreffen-fag-15.html

Sonntag, 8. Mai 2011

13er und Yma

Die Ehemaligen des FRR-13 waren wieder aktiv und haben ihre 50. Ausgabe des "Kanoniers" veröffentlicht, Glückwunsch! Die darin enthaltene Replik auf die Veröffentlichung des Buches "Armee des Volkes?" habe ich mit besonderen Genuß gelesen.

Bereits seit mehreren Jahren unternimmt die Gemeinschaft der 13er jeweils im Frühling einen Abstecher nach Berlin. Im Mittelpunkt der Fahrten stehen Besuche der Veranstaltungen im Friedrichstadtpalast. Im April 2011 gab es die Show "Yma" und für die "DDR-Luftwaffe.de" einen Bericht:

http://home.snafu.de/veith/yma2011.htm

Samstag, 16. April 2011

Havarie der "844"

Bekanntlich stürzte am 19. Februar 1990 eine MiG-21bis (Werksnummer 75 051400; Nutzungsbeginn 10/1977; taktischen Nummer 844), aufgrund eines Triebwerkschadens ab.


Beim dritten Einschalten des Nachbrenners hatte es einen Schlag im Triebwerk gegeben. Der Nachbrenner wurde ausgeschaltet. Der Pilot eines anderen Flugzeugs stellte ein Loch in der Zelle fest. In 1.200 Meter Höhe war der Horizontalflug bei voller Triebwerksleistung nicht mehr möglich, Verlust von Geschwindigkeit und Höhe.


Zur Erläuterung:

Das Triebwerk ist mit dem Schubrohr durch einen Ring verbunden. Eine Verbindung hatte sich gelöst, Triebwerk und Schubrohr teilweise getrennt, Druck entwich und das Triebwerk regelte sich automatisch herunter. Somit seitliches Austreten des Gasstromes mit entsprechendem Schubverlust bis zum Absturz.


Der Pilot, Major Huhle, erhielt darauf vom Flugleiter das Kommando zum katapultieren. Ein Hubschrauber des TG-44 startete sofort. Der Pilot katapultiert sich nach mehrmaligem Nachfragen über Polen bei Küstrin (Kostrzyn), beim Landeanflug auf Marxwalde in einer Höhe von 180 Meter und bei 300 km/h, geg. 17.19 Uhr. Der Schirm entfaltete sich in 30 Meter Höhe. Der Pilot überlebte unverletzt.


Nunmehr liegt ein Foto der SARPP-Kassette der "844" vor, welche seit Jahren auf einem Schreibtisch steht. Zudem sind die Aufzeichnung des Funkverkehrs vom Absturz der 844 als Audio-Datei (mp3) erhalten geblieben. Der Dank dafür geht an Henning Rendel und unbekannte Helfer.


Link:

Donnerstag, 5. August 2010

Die NVA im Auslandseinsatz

Immer wieder werden gern Auslandseinsätze der NVA herbei halluziniert.

Diese Kampagne verstärkte sich deutlich, als die Bundeswehr begann aktiv Krieg zu führen. Da alles nichts half, wurden die Ereignise in der CSSR 1968 zum Krieg hochstilisiert. Dabei wurde zudem übersehen, daß die NVA nicht beteiligt war, sondern aufgrund einer vorangegangenen Übung lediglich einige Offizieren, 6 Unteroffiziere und 13 Funker als Verbindungsleute in der CSSR verblieben waren. Aber da gibt es noch den Spiegel-Artikel, Heft 10/1980, "Honeckers Afrika-Korps. Hilfstruppe für Moskaus Machtstrategie". Ein Phantasieprodukt des Kalten Krieges, dessen "Erkenntnisse" heute noch in "Fachliteratur" und Internetforen herumgeistern. Die unlängst erfolgte Umdichtung von Waffenlieferungen in den Nahen Osten zu einer Kriegsbeteiligung der NVA durch einen Öffentlich-Rechtlichen Fernsehsender, war nur noch peinlich.

Nun scheint selbst der Bundeswehr der Kragen geplatzt zu sein. Schließlich ist unstrittig, "daß die ... aufgelöste Nationale Volksarmee ... keine Tradition für die Bundeswehr stiften kann." Und was "unstrittig" in den Traditionsrichtlinien (ZDV 10/1) der Bundeswehr vom 16. Februar 1995 steht, muß wahr bleiben. Der Major der Bundeswehr, Klaus Storkmann, vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt hat daher einen Betrag im "Wegweiser zur Geschichte. Auslandseinsätze der Bundeswehr." zum Thema geschrieben. Bereits seit dem 1. Januar 2005 erarbeitet das Modul Einsatzunterstützung (MEU) die "Wegweiser zur Geschichte", die den Soldaten im Krieg mitgegeben werden. In dem Beitrag aus 2010 "Historisches Erbe: Die Nationale Volksarmee der DDR und die »Dritte Welt«" weist der Autor aus meiner Sicht - wenn auch etwas "versteckt" - fast empört solche Geschichten de facto zurück, da er meint:

"Gemessen an Umfang und Auftrag der Personalabstellungen war die NVA in der Tat keine »Armee im Einsatz«."

Zwar werden einige Anfragen ausländischer Staaten zu einem Kampfeinsatz der NVA angeführt und deren Ablehnung auf Furcht vor unkalkulierbaren Risiko zurückgeführt. Weiterhin wird auf "mehrere" durch die NVA ausgebildete afghanische Offiziere verwiesen, die nunmehr vor Ort als "Sprachmittler" für die Bundeswehr eingesetzt gewesen seien. Dennoch verbleibt der Informationsgehalt letztlich bei dem Umfang der Ausführungen, die bei mir seit Jahren im Netz stehen:

http://home.snafu.de/veith/konflikt.htm

Obige Aussage habe ich natürlich gern übernommen. Fast witzig das Schlußwort in der FAZ zum MGFA - Beitrag: »Die Ironie dieser Geschichte: Bezeichnete der "Spiegel" die auswärtigen Missionen der NVA noch recht friedlich als "Hilfstruppe für Moskaus Machtstrategie", so reichen die letzten Titel des Hamburger Magazins über den heutigen Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch von "Wann dürfen Deutsche töten?" bis "Im Krieg". Zu derlei martialischen Schlagzeilen hatte es "Honeckers Afrika-Korps" nicht gebracht. Hat Deutschland aus seiner deutsch-deutschen Geschichte gelernt?«

Gelernt beim Formulieren von Schlagzeilen? Eigentlich hätte es doch zur Bundeswehr in Afghanistan heißen müssen: "Merkels Asien-Korps. Hilfstruppe für Washingtons Machtstrategie."!

Freitag, 25. Juni 2010

EK - Lied

Mir wurde ein kleines Liedchen von Entlassungskanidaten übesandt. Es wurde bereits zu DDR-Zeiten gesungen, zumindest in der 1. Luftverteidigungsdivision, aber jetzt erst aufgenommen von Stfw. der NVA Jörg Schubert. Der 2. Sänger ist Dr. Haenssgen, der allerdings nicht das Glück hatte, "in fremden Streitkräften" zu dienen.

Das Lied liegt im MP-3 Format vor, ist rd. 1,8 MB groß und dauert 1:53 min => EK-Lied <=

Vielleicht kann jemand noch ein paar Strophen zu diesem Lied hinzudichten, sozusagen die Fortsetzung nach der Entlassung oder vielleicht gab es noch mehr Strophen dieses Liedes.

Link

Montag, 24. Mai 2010

FRA-133

Burghard von den "13ern" hat mir Fotos von der Fla-Raketen-Abteilung 133 des Fla-Raketenregimentes 13 mit erläuternden Texten geschickt. Der Fotograf sollte nicht genannt werden. Auch wenn die Fotos oft weder künstlerischen Anforderungen genügen, noch den hohen Idealen der NVA Ausdruck geben ;-) können wir uns glücklich schätzen, dass diese Bilder aufbewahrt und zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt wurden:

Sonntag, 9. Mai 2010

Links aktualisiert

Ich habe meine Linksammlung zu militärischen DDR - Themen, vorranging natürlich LSK/LV, aktualisiert. Gegenüber der großen Aktualisierung vom Sommer letzten Jahres brauchte ich zum Glück nur wenige "tote" Links entfernen, dafür kamen einige neue hinzu.

Sollte ich einen Verweis versehentlich entfernt haben, da diese Website zum Zeitpunkt der Überprüfung zufällig und nur zeitweise offline war, bitte ich um eine kurze Mail.


GOTO http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2009/08/links-aktualisiert.html

FRA-131

Burghard von den "13ern" hat mir Fotos von der Fla-Raketen-Abteilung 131 des Fla-Raketenregimentes 13 mit erläuternden Texten geschickt. Der Fotoautor war Heinz Pelz. Vermutlich sollten seine Bilder zur Ausgestaltung des Kasernen- oder Stellungsbereiches dienen. Sie lagen bis jetzt unbeachtet bei ihm.

Wir können uns glücklich schätzen, dass er die Bilder aufbewahrte und jetzt zur Veröffentlichung zur Verfügung stellte:

http://home.snafu.de/veith/fra-131.htm

Sonntag, 21. März 2010

Verluste des JG-9

Nunmehr habe ich mein Seite mit den Verlusten des JG-9 "Heinrich Rau" vervollständigt. Obwohl noch die Zuordnung einiger Besonderen Flugvorkommnisse fehlt, dürfte die Auflistung schon weitgehend vollständig sein:

http://home.snafu.de/veith/verluste9.htm

Samstag, 19. Dezember 2009

Abschuß RB-66

Seit Jahren verfolge ich das Ereignis, das am 10. März 1964 in der Nähe von Gardelegen / Magdeburg in der DDR stattfand. Ein Luftbildaufklärer vom Typ RB-66 der USAF / 10th TRW / Alconbury drang von Sembach, BRD, kommend mit Spionageauftrag in den Luftraum der DDR ein. Meine bisherigen Infos habe ich hier dargelegt:
http://home.snafu.de/veith/rb-66.htm

Nunmehr liegt mir eine weitere Übersetzung zu den Ereignissen vor und ich habe sie hier veröffentlicht:
http://home.snafu.de/veith/memorb66.htm

Vielen Dank dan ALLE, die mich hierbei unterstützen!
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2008/11/abschu-einer-us-spionagemaschine-ber.html