Dienstag, 30. Dezember 2008

Was ist aus Hans-Dieter Reinkensmeier geworden?

Am 01.04.1971, um 16.15 Uhr, landete Hans-Dieter Reinkensmeier aus Volmerdingsen mit einer "Cessna 172 H", Kennzeichen D-EJWU auf dem Flugplatz Erfurt. Er bittet um Aufnahme in der DDR. Soviel ist Fakt.

Aber nicht nur in Bezug auf seinen Namen verwirren sich die Berichte. Nach einem ist er "Flugzeugführer-Anwärter der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg". Zeitgenössische BRD-Zeitungen schrieben wiederum von einem "19jährigen" oder "22jährigen" aber immer "Bundeswehrgefreiten" mit "Privatpilotenschein", der "Wehrdienst" "in der 6. Bundeswehr-Inspektion in Bückeburg" geleistet habe. Zudem wäre er in "Heiligenstadt / Eichsfeld" gelandet ....

Was war der Gute nun genau und vor allem: Wie war sein weiteres Schicksal?

uptdate (30.12.2008, 20.05 Uhr)
In Bückeburg lagen - lt. Bundeswehr - in 2004: Heeresfliegerwaffenschule, Heeresfliegerversuchsstaffel 910, Teile der Standortverwaltung Wunstorf, Sanitätszentrum Bückeburg und "andere Dienststellen", insg. 1.450 Mann plus Lehrgangsteilnehmer. Die korrekte Ansprache der Einheit von Herrn Reinkensmeier wäre wohl "Lehrgang B, Inspektion VI, Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg". Die VI. "Inspektion" (an Bw-Schulen die Bezeichnung für "Kompanie") beschäftigt sich mit Fw-Lehrgängen, Offz-Lehrgängen, (Teil-) Einheitsführer-Lehrgängen (also Zugführer, Chef)... Also generell mit der Führerausbildung. Die VI. Inspektion macht AGA und teilweise SGA (Spezielle Grundausbildung, findet i.d.R. im 4. Monat des Wehrdienstes bei SaZ der Bundeswehr statt und vermittelt truppengattungsspezifische Kenntnisse).
Mithin war Herr Reinkensmeier kein "einfacher" Grundwehrdienstleistender.

Kommentare:

  1. Ihn mal selbst fragen?
    http://cgi3.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewUserPage&userid=hdreinkens

    mx

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  2. Dieser Beitrag erschien, nachdem ich bei der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen auf Einsicht gebeten habe.
    Gibt es dort einen V-Mann von Peter Veith?
    Hans-Dieter Reinkensmeier

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  3. Ich habe vergessen meine Adresse zu schreiben.
    Übrigens war ich in den letzten 10 Jahren viel mit Motorflugzeugen auf den Berliner Flugplätzen unterwegs (Kyritz, Fehrbellin, Saarmund, Strausberg u. a.).
    Den Peter Veith habe ich dort nirgendwo getroffen.
    Hans-Dieter Reinkensmeier
    Reinkensmeier@freenet.de

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  4. Hallo Hans-Dieter,

    vielen Dank für Deinen Blog-Eintrag. Die Ursache für mein Interesse an deiner Person ist wie immer im Leben ziemlich banal:

    Die Fliegerrevue eXtra Nr. 16 brachte eine kurze Info, mit falsch geschriebenen Namen, über Deine Fahnenflucht. Entsprechend ergänzte ich meine Chronik, vgl.:
    http://home.snafu.de/veith/LW-Chronik.htm

    Daraufhin meldete sich der Eigentümer der damaligen Maschine, mit der Du rüber gemacht bist und legte zum beleg sogar zwei Fotos der Maschine bei und fragte nach Deinem Verbleib .... da diese - und natürlich die Umstände deiner Fahnenflucht - mich ebenfalls interessierte, startete ich diese Nachfrage! Du konntest also mich auf den Berliner Flugplätzen nicht finden, da ich nicht dort war.

    Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn du für meine Website _Deine_ Sicht der Ereignisse aufschreiben würdest: Warum, wie und natürlich wie es Dir später in der DDR und nach 1990 erging. Gleich schon eine konkrete Frage:

    Wolltest Du Bundeswehr-Pilot werden?

    Viele Oster-Grüße wünscht
    Peter Veith
    --
    Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
    http://www.DDR-LUFTWAFFE.de

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  5. Sie finden alles über Reinkensmeier auf:
    http://reinkensmeier.npage.fr/

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    1. Demnach war Herr Reinkensmeier anschließend (1978-1980) in der französischen Fremdenlegion ... ein wahrhaft bewegtes Leben.

      Vielleicht finden sich demnächst auch mehr Details, vor allem zu seiner Motivation.

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