
Vor 50 Jahren erließ US-Präsident
John F. Kennedy ein umfassendes
Embargo gegen das sozialistische
Kuba. Anlaß war die
Nationalisierung der US-Erdölraffinerien in Kuba. Und Kuba lebt immer noch! Ein so erfolgloses Embargo kannte die Geschichte bisher nicht.
Vorsorglich: Kuba ist zweifellos und unstrittig ein armes Land, was sich auf den Lebenstandard der Bevölkerung auswirkt. Da aber alles nur vom Vergleich lebt ... arm ist Kuba im Verhältnis zur "ersten Welt".
Im Vergleich zur "dritten Welt", vor allem den Nachbarländern Lateinamerikas, sind die Kubaner "reich": »Kuba liegt beim
HDI weltweit auf dem 51. Platz (2011)" (
Wiki)«, Haiti auf Platz 158, DomRep 98, ebenfalls Inselstaaten und im direkten Einflußbereich der USA. Damit ist Kuba auch "reicher" als bspw. Bulgarien (Rang 55). Portugal schaffte es gerade auf Rang 41. Nun ist Platz 51 von 187 mehr als "findet sich immer jemand, der noch viel schlechter dran ist". Wenn ich z.B. mein Haushaltseinkommen betrachte, befinde ich mich im bundesdeutschen Durchschnitt. Das wären hier Platz 93 von 187. Und mir geht es subjektiv gut ... Es sagt natürlich viel über die Verfassung der Welt als solche aus, wenn sogar Kuba überdurchschnittlich "reich" ist. Was es auf Kuba nicht gibt: Superreiche und Superarme, die relative Armut ist weitgehend gleich verteilt.
Besonders schmerzlich ist meiner Meinung nach die Armut im Vergleich zu 1989. Das US-Embargo wirkte sich mit dem schlagartigen Zusammenbruch des Realsozialismus umso härter aus. Besonders stolz können die Kubaner sein, die "
Periodo especial" grundsätzlich überstanden zu haben. Nicht ohne Zugeständnisse und zusätzliche Probleme, jedoch: Da sind sie aber immer noch ...
... natürlich paßt das vielen nicht und so geht die Propaganda weiter. Vorsorglich: Der
Papst und ich ;-) halten Propaganda für nichts schlechtes. So gründete der "
Heilige Stuhl" bereits 1622 die "
Congregatio de propaganda fide", d.h. die (päpstliche) Gesellschaft zur Verbreitung des Glaubens. Es kommt nur darauf an, auf welcher Seite man sich befindet.
Die '
Berliner Zeitung' schrieb zum Thema dieser Tage:
»
Ärzte aus Kuba fliehen auf UmwegenVon Thomas WagnerBogotá – Schon mehr als 800 kubanische Ärzte haben den Auslandseinsatz in Venezuela genutzt, um sich in den Westen abzusetzen. ... „Jetzt fühle ich mich frei“, sagte sie ihrem Fluchthelfer ... Die 42-jährige Krankenschwester ... In Venezuela sind neben medizinischem Personal auch kubanische Trainer, Landwirte, Ingenieure und Militärberater im Einsatz – alles in allem zwischen 30.000 und 40.000 Menschen.«
Propaganda und Zahlen, das geht selten gut:
Es scheinen unter den "800 Ärzten" nicht nur Ärzte zu sein, sondern eben auch Krankenschwestern ect. pp. Ebenfalls ist der Zeitraum nicht angegeben. Innerhalb von 10 Jahren, wären das 80 "Republikflüchtige" pro Jahr von ca. 35.000, mithin rd. 0,2 Prozent. Naheliegend verlassen einige Kubaner ihr Land und gehen in die USA, wo sie im Gegesatz zu anderen Flüchtingen, wie aus Haiti oder Mexiko, mit offenen Armen empfangen werden. Eigentlich kein Artikel wert .... Ja, ist denn schon wied^^^immer noch
Kalter Krieg?!
Und da mir das alles spani^^^kubanisch vorkam, habe ich mal nach gelesen. So flieht obige 42-Krankenschwester bereits seit November 2011 aus Venezuela, wie
in der "Zeit" zu lesen. Der "Original"-Artikel des Journalisten, Thomas Wagner, stammt ebenfalls aus November 2011, vg.:
thomaswagner.org.
In dem Artikel wird keine Anzahl von "Republikflüchtigen" genannt, lediglich vom Schicksal der "42 jährigen Krankenschwester" erzählt. Die Zahl "800" hat sich ggf. die
Berliner Zeitung ausgeda^^^aus anderer Quelle. Außerdem kooperieren Venezuela und Kuba auf dem Gebiet des Gesundheitswesens seit 11 Jahren, vgl.:
latina.press.com.
Dafür kommt "Kuba-Experte Jorge Piño von der Florida International University" zum antikubanischen Wort ... mein Nachforschen hat dabei ergeben, daß er mit hoher Wahrscheinlichkeit Jorge Piño
n heißt.
Herr Piñon wäre demnach nicht nur ehemaliger Präsident von Amoco Oil de Mexico und Amoco Oil Latin America, die letztlich ihren Weg zu
BP fanden:
http://www7.miami.edu/ftp/umgreen/experts_altfuels.htmlhttp://naturalresources.house.gov/UploadedFiles/PinonTestimony11.02.11.pdfEr gilt in den USA als Experte für Kubas Energiesektor, sowie für den "künftigen wirtschaftlichen Übergang" zum Kapitalismus. Zudem ist er ist Berater und Mitglied der "Cuba task forces" an der "Brookings Institution" (US-Denkfabrik) und beim "Council of the Americas" (Gesellschaft zur Einmischung in Süd-Amerika) sowie Mitglied des "Board of Directors" der "Association for the Study of the Cuban Economy" (ASCE) und Co-Autor einer Monografie zur Zukunft von Kubas Energiesektor und den Zugang zu dessen Energieressourcen. Herr Piñon hat einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und ein Zertifikat in "Latin American Studies" an der University of Florida.
Er ist auch häufiger Gast von CNN (Español), CNN International, Bloomberg Financial und anderen Nachrichten-Sendern .. Propagandist in eigener Sache, s.a.:
http://www.cubastudygroup.org/index.cfm/experts#2390ae12-4b89-4d66-a245-68260695ac7cAlso, das scheint er zu sein und ist nicht *irgendwer*. Das sich der Erdöl-Mann für kubanische Krankenschwestern interessiert, ist schon interessant ;-)
Zurzeit "schießt" er wohl
gegen die kubanischen Erdölbohrungen, schließlich brachen 1990 die sowjetisch / russischen Lieferungen
auf 10 % des Niveaus von 1989 zusammen. Der wirtschaftliche "Aufschwung" Kubas in letzter Zeit resultiert nicht zuletzt auf der Zusammenarbeit mit Venezuela (Krankenschwestern / Ärze im Tausch gegen Erdöl).
Damit hat Herr Piñon und seine Hintermänner, die er vertritt, ein
vitales Interesse an "republikflüchtigen" Ärzten und Krankenschwestern ...