Mittwoch, 17. Juni 2026

Tag der offenen Tür

 Tag der offenen Tür TRADI SANITZ am 09.05.2026


 

 

 

 

 

 

Hallo Freunde!

Wir haben es wieder geschafft – Wiedersehen, Wiedererkennen, Erzählen und Zuhören, Soldateneintopf, TRADI SANITZ, Verkaufsstand mit DVD der Treffen und Büchernüber die 43.FRBr und die Ausstellung 2012,die Chronik „Sanitzer Geschichte(n)“, zum Mitnehmen    weiterhin Fleyer Mai-Ausritt am 14.05. in Demen,ERINNERUNGS-Poster Nr. 2als Ausdrucke im Format DIN A 4 und Bücher über Flugzeuge, Vortrag über den ZGS-14 in Fürstenwalde, Kaffee & Kuchen…

In unserem Rundbrief zum Ablauf des Treffens hatten wir um Anmeldung gebeten mit den Versionen a) Treffen auf dem Hof und Vortrag in Wendfeld bzw. b) nur Treffen auf dem Hof. Hat geklappt, sogar mit einer Überraschung: eine Postkarte dazu im Briefkasten von Hansi Radke. 38 Besucher waren gekommen, einige mussten leider absagen wegen Erkrankung und gesundheitlicher Probleme. Das Wetter hat ebenfalls mitgemacht, kein Regen an dem Tag…

Ab 10.00 Uhr dann Eintreffen auf dem Hof, Freude und Optimismus deutlich erkennbar. Wir hatten im Vorfeld auch Rudi Krolop im DRK-Pflegeheim über den Termin des Treffens informiert, seine Tochter aus Tessin brachte ihn.Moosi und Ehefrau aus Hettstedt waren gekommen, auch Dr. Wilfried Schmidt mit Verena, unsere Freunde aus Demen mit 5 1/2 Personen (in der Anmeldung mit ½ gemeint der Junge von Philipp & Mandy, hi, hi), auch wieder Roger aus Retschow, W. Grubba und K. Petermann aus Tessin, Reinhard Parchmann aus Hamburg usw.

Gegen 11.00 Uhr dann Essenausgabe, diesmal musste Fietsche alleine die Kelle schwingen - der Rainer aus Wittstock hatte leider wegen einer Magen-Darm-Infektion absagen müssen. Der Erbseneintopf hatgeschmeckt und kam gut an. Danach Abfahrt nach Wendfeld zum Vortrag mit Kaffee & Kuchen. Autor war diesmal Manfred Rassau, ein Mitstreiter von uns im ZGS-14 in Fürstenwalde. Er hatte auch engen Kontakt zu Rudi Kipker gehabt, der im FRR-18 bzw. in der späteren 43. FRBr gedient hatte. Manfred berichtete im ersten Abschnitt über seinen Weg von der Einberufung bis zur Versetzung zum ZGS-14, anschließend dann über den Aufbau und die Aufgaben des Zentralen Gefechtsstandes der LSK/LV. Inhalt des Vortages waren auch das verwendete automatisierte Führungssystem "ALMAS" sowie der Dienstablauf und seine eigene Tätigkeit. Auch ein Video gab es anzusehen, enthalten u.a. ein Clip über das eingeschaltete System „ALMAS“ sowie Aufnahmen vom Kasernenobjekt, von der "Sperrzone" mit dem Schutzbauwerk und Innenaufnahmen aus der Zeit nach dem Ende der NVA. Danke an Fietsche für die Essenausgabe! Und an Klaus Möhring für den Spendenrundgang - eine finanzielle Unterstützung vor allem für unsere Veranstaltung in der Landpension in Wendfeld. Und an Moosi für den Transport von Rudi nach Wendfeld und später dann zurück zum DRK-Pflegeheim!

Vielen Dank für Euren Besuch und für die Geschenke und Spenden! Prima, dass Rudi, unser „Altgedienter“ aus Sanitz, wieder dabei sein konnte!

Bis zum nächsten Treffen 2027 - bleibt gesund und munter!

Viele Grüße aus SanitzBarbara und Bernd

TRADI SANITZ: Telefon 038209-799, e-mail: bernd.kirchhainer@e-mail.de

  

 

 

 

 

Sonntag, 19. April 2026

Abschuss RB-66, eine Aktualisierung

Ich habe von Uwe Behrndt einen Hinweis zum Abschuss der RB-66 / USAF über den Territorium der DDR, nördlich von Gardelegen, erhalten. Ich möchte die Zuschrift hier vorab veröffentlichen:

Zur Vorgeschichte: 

Bei Gesprächen mit Oberst a.D. Oleksandr Pawlowitsch Protopopov kam das Thema Abschuss RB-66 auf. Er war damals als Offizier der sowjetischen Streitkräfte in Zerbst stationiert und hatte während des Abschusses Dienst im Gefechtsstand. Er dachte damals nur „hoffentlich fällt die Funkverbindung nicht aus“, für die er als junger Offizier in diesem Moment verantwortlich war. Im Gespräch konnte er sich präzise an die damaligen Vorgänge erinnern und vor allem auch an die Namen, Respekt! Das Gespräch wurde von Uwe Behrndt im Januar 2018 in Kiyw geführt.

Ein wichtiges  Detail ist immer noch nicht öffentlich bekannt.

Zum Text:

"Mein Schwiegervater Oлександер Павлович Протопопов, heute wohnhaft in Kyjiw (Ukraine), war im März 1964 Leutnant der Sowjetarmee und beim 35. Jagdfliegerregiment in Zerbst (DDR) stationiert. Am Tag des Abschusses hatte er Dienst im Gefechtsstand und war verantwortlich für „Cwjas i Radiolokazij“, also für die funktechnische Sicherstellung des Flugbetriebes.

Der Einsatzbefehl kam an jenem 10. März 1964 von der vorgesetzten Stelle aus Werneuchen. Er wurde umgehend umgesetzt. Der, wegen des laufenden Manövers, zufällig anwesende Divisionskommandeur der 126. Jagdfliegerdivision, Generalmajor Alexej Anastasowitsch Mikojan (sein Vater war zu der Zeit übrigens Vorsitzender des obersten Sowjets), griff im Zuge des Abfangmanövers selbst zum Mikrofon und gab den entscheidenden Befehl zum Abschuss: „Ogon na poroschenja“, was sinngemäß mit „Feuer frei, Abschießen!“ übersetzt werden kann. Mikojan fragte zuvor noch nach den Sichtbedingungen und die Identifizierung des fremden Flugzeuges ab. Antwort war „choroschaja Widimost, Zel maloi skorosti, 2 Dwigatelja“ (gute Sicht, langsames Ziel, 2 Triebwerke).

Aufgestiegen war ein Paar des 35. Jagdfliegerregimentes unter Führung des erfahrenen Staffelkommandeurs Hauptmann Sesow (Ergänzung: Der Start des Paares erfolgte zusätzlich zu der bereits laufenden Abfangaktion mit Hauptmann Sinowjew von einem anderen Flugplatz). Sesow machte als erster seine Waffen scharf und meldete dann aber nach kurzer Zeit „Priwet Oruschnikow: ne streljaet!“, also „Gruß an die Waffenleute, sie schießt nicht!“. Daraufhin musste der Geführte Hauptmann Iwannikov übernehmen, der letztendlich aus kurzer Distanz den Auftrag erfüllte und das Ziel mittig traf. 

Nach der Landung wurde die Mig-19 von Sesow sofort sichergestellt und einer eingehenden Überprüfung unterzogen. Man fand aber keinen technischen Defekt und ging deshalb von einem Bedienfehler aus, auch weil der Waffenhauptschalter nach der Sicherstellung nicht auf der erwarteten Position stand. Hauptmann Sesow, der damals rund 4.000 Flugstunden hatte, wurde Flugverbot erteilt und wenig später aus der Armee entlassen. Das der erfolglose Sesow später nirgends erwähnt wird, entsprach durchaus der sowjetischen „Öffentlichkeitsarbeit“. Auch kann er sich nicht erinnern, dass bei derartigen Aktionen nur ein einzelner Abfangjäger Startbefehl erhielt, zumal immer ein Paar in Bereitschaft war. Mit Sesow gab es eine Woche nach dem Zwischenfall ein Parteiverfahren, und Wochn später mit den zusammengerufenen Piloten eine "Riesen Standpauke" - mit dem bekannten Ergebnis, dass nicht Iwannikow (und somit das 35. JFR) den feindlichen Aufklärer abgeschossen hat, sondern Sinowjew.  Mikojan hatte bei dieser Aktion im Gefechtsstand so kräftig mit der Faust auf den Tisch gehauen, dass mein Schwiegervater Angst hatte, dass das Mikro und die Funkanlage ihren Geist aufgeben würden. 

Der erfolgreiche Schütze Vitalij Grigorjewitsch Iwannikov wurde in der gleichen Woche zum neuen Staffelkommandeur ernannt und der Rotbannerorden verliehen. Er soll es nach Erzählungen bis zum General gebracht haben.

Es erklärt auch die Darstellung des letztlich erfolgreichen Fliegers Iwannikov, der nach eigenen Angaben erst sehr spät aus 0/4 und aus kurzer Distanz, also nicht ideal und unmittelbar hinter der RB-66, das Feuer eröffnen konnte. Das wirft dann natürlich auch ein neues Licht auf das unerwartete Treffen im 35. JFR mit dem legendären Oberkommandierenden K. A. Werschinin, als Chef der Flieger, das I. Pstygo in seinem Buch „Arbeiter am Himmel“ beschreibt. Denn irgendjemand muss nach der vorübergehenden Suspendierung die Entlassung eines verdienten Staffelkommandeurs aus der Armee angeordnet haben."


Leutnant Protopopov, 1964

Uwe Behrndt, 2020 mit Ergänzung 2026

Link für weitere Informationen:
https://home.snafu.de/veith/rb-66.htm