Mittwoch, 18. Juni 2008

Reparationen Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg

Da das Thema u.a. bei den Ursachen des "17. Juni 1953" eine nicht unbedeutende Rolle spielt, dazu einige Informationen zur Kenntnis:

Vorab eine notwendige Definition des Begriffs "Reparationen": "Geld-, Sach- und Dienstleistungen, die dem Besiegten eines Krieges meist im Rahmen eines Friedensvertrages zur Wiedergutmachung der von den Siegerstaaten erlittenen Verluste und Schäden auferlegt werden" © 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG. Dazu gehören demnach nicht Plünderungen, Restriktionen, um eine erneute Rüstungsproduktion zu verhindern, absichtliche Zerstörungen, um die Wirtschaft des - immer noch - Feindes generell zu schädigen, Gebietsabtretungen etc. Ebenso sind Kriegsfolgelasten, wie innerstaatlicher "Lastenausgleich" und "Zahlungen an den erst 1948 gegründeten Staat Israel", keine Reperationen.

Mangels eines Friedenvertrages mit Deutschland, gibt es keine offizielle Aufstellung der durch Deutschland geleisteten Reperationen. Das heißt nicht, daß es keine Informationen gäbe. Vorsorglich: Der sog. 2+4-Vertrag "gilt" lediglich als Friedensvertrag. Sein Hauptmangel besteht darin, daß nur die 4 "großen" Sieger mit den deutschen Nachfolgestaaten an einen Tisch saßen und die Frage der Reparationen nicht geklärt wurde.

Da sich die Siegermächte bereits nach Kriegsende nicht über einen Modus der Reperationszahlungen des besiegten Deutschlands einigen konnten, kam es zur pragmatischen Abmachung zwischen den Alliierten, daß jede Besatzungsmacht seine Reparationen vorerst aus der von ihm jeweils besetzten Zone einzieht. Natürlich blieb die Reparationsschuld eine Schuld Gesamtdeutschlands.

Nun begann der "Kalte Krieg" und es kamen drei Dinge zusammen:

1. Die UdSSR hatte mit Abstand die höchsten personellen und materiellen Verluste im Weltkrieg. So wurden 1.710 Städte, 70.000 Dörfer, 32.000 Industriebetriebe und 65.000 Kilometer Eisenbahnstrecke zerstört. Im Ergebnis forderte sie nachvollziehbar auch die höchsten Reparationszahlungen aller Alliierten.
2. Die verhältnismäßig kleine SBZ hatte diesen großen Brocken alleine zu zahlen, so wurden aus der laufenden Produktion erhebliche Mengen abgezogen und zwischen 2.000 und 3.000 Betriebe demontiert und in die UdSSR verbracht.
3. Die wirtschaftlich ebenfalls am Boden liegende UdSSR konnte nicht auf diese Reparationszahlungen verzichten. Die westlichen Allierten konnten dagegen alsbald nach dem Krieg auf weitere Reparationszahlungen Deutschlands (also aus den drei Westzonen) praktisch verzichteten.

Folge:

* die Höhe der von den Westzonen (später BRD) erbrachten Reparationen wurden von der I.A.R.A. mit 517 Mio. $ (1938) beziffert = 2,1 Mrd. DM (1953). Die I.A.R.A. (Interalliierte Reparationsagentur) existierte von 1946 - 1968 in Brüssel und war eine Einrichtung der West-Alliierten.
* Die Höhe der von der Ostzone (später DDR) erbrachten Reparationen wurden 1985 vom Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen mit 66,4 Mrd. DM (1944) beziffert = 99,1 Mrd. DM (1953)! Ostdeutschland hat damit 98% der 101,2 Mrd. DM (Wert 1953) an Reparationen bezahlt, wobei aus dem "sowjetischen Topf" auch zumindest Polen bedient wurde. Auf die Einwohnerzahl von 1953 (Abschluß der Reparationen) umgerechnet, hat jeder DDR - Bürger das 130fache an Reparationen aufgebracht!

Über die Berechnung und Einbeziehung / Bewertung verschiedener Positionen gibt es unterschiedliche Auffassungen, nicht über die Dimensionen, .... Zahlen nach WENZEL "Was war die DDR wert?" sowie dem Weissbuch "Unfrieden in Deutschland - Enteignung der Ostdeutschen".

BRD-Angaben

Übrigens entsprechen diese Zahlen - in Bezug auf Reparationen - auch der Antwort der Bundesregierung auf die entsprechende Frage des Abgeordneten Martin Hohmann, CDU/CSU. Diese Antwort ist m.W. nur über das "Ostpreußenblatt" online. Der geneigte Leser muß sich zum nachlesen daher über eine unzensierte Suchmaschine selbst bemühen ... Dort nennt die BRD - fröhlich alle Reparationen, Wiedergutmachungsleistungen und Globalentschädigungsabkommen, einschließlich "Vorkriegsschulden des Reiches" (sic!) aufsummierend - ca. 140 Mrd. DM. Die Leistungen der DDR werden dagegen auf Reparationen (bis 1953) und damit die von mir genannten 66,4 Mrd DM (Wert 1944) beschränkt. Dieses fröhliche Aufsummieren, vor allem ohne Umrechnen der Werte auf einen einheitlichen Zeitpunkt ist der "technische" Hauptmakel dieser Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage eines Parlamentariers.

Selbst wenn ich diese zu Gunsten der BRD geschönten Zahlen zu Grunde lege und auf die Einwohnerzahlen 1953 umrechne (Achtung! Wollte ich zu Gunsten der DDR schummeln, würde ich die von 1989 nehmen), hätte die BRD von den deutschen Gesamtzahlungen 152 Mrd. DM (statt 140 Mrd DM) und die DDR 55 Mrd DM (statt 66 Mrd. DM) zahlen müssen! Das war den BRD-Beamten offenbar auch klar, denn dann werden systemwidrig "innerstaatlichen Leistungen", wie Lastenausgleich, einbezogen und diese allein mit 755,9 Milliarden DM beziffert. Dabei spielt die "Versorgung nach Art. 131 GG (einschließlich Leistungen nach § 233a SGB VI)" mit 173,6 Milliarden DM eine nicht unbedeutende Rolle = Pensionen an NAZI-Beamte, die aufgrund ihrer Belastung selbst in der BRD nicht weiter verwendet werden konnten. Dann kommt noch ein bißchen Kleckerkram von der Industrie i.H.v. 75,5 Mio. DM ... macht lt. meinen Rechner über eine Billionen DM, wobei die innerstaatlichen Leistungen den Löwenanteil ausmachen, die aber nicht Thema sind.

»So befand sich Westdeutschland 1950 im Besitz einer industriellen Ausstattung, die trotz Luftkrieg und trotz Demontagen um 11 Prozent größer war als die des Jahres 1936« (Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 1998, Heft 1, S. 69; 6,7 MB!). Die DDR verlor dagegen bis 1953 rd. 40 Prozent des nach dem Krieg noch vorhandenen Industriepotentials durch Demontagen (Reparationen und die beiden deutschen Staaten, s.a. Bundeszentrale für politische Bildung).

DDR-Angaben

Alexander Schalck-Golodkowski listete im Jahr 1970 in seiner Dissertation - GVS 210 - 354/70 - penibel die Forderungen der Deutschen Demokratischen Republik gegenüber der Bundesrepublik Deutschland auf Erstattung von der DDR geleisteter Reparationen auf. Dort heißt es u.a.: »Von der DDR wurden insgesamt Reparationen geleistet in Höhe von 4.292 Mio $ ...«

Zudem werden die o.g. 517 Mio. $ der I.A.R.A. nicht in vollen Umfang anerkannt. Nachvollziehbare Begründung: »Übergebene deutsche Handelsschiffe und das beschlagnahmte deutsche Auslandsvermögen sind gesamtdeutsches Vermögen und gehören nicht Westdeutschland allein. Die Leistungen können demzufolge auch Westdeutschland nur anteilig als Reparationen angerechnet werden. Ein anderer Teil ist der DDR als Reparationsleistung zuzurechnen.«

Im Ergebnis kam die DDR 1970 zu folgenden Ergebnis: Deutsche Reparationsleistungen insgesamt 4.809 Mio. $.

Davon entfielen 4.372 Mio. $ (91%) auf die DDR und 437 Mio. $ (9%) auf Westdeutschland. Bezogen auf die damaligen Einwohnerzahlen ergibt sich kein anderes Bild als das o.g.: Die DDR-Bevölkerung hat fast alle auferlegten Reparationen allein getragen, während die BRD mit einem Teil der US-"Kriegsbeute" - Marshallplan genannt - aufgebaut wurde.

Hauptmangel dieser Aufstellung aus 1970 ist ebenfalls die fehlende Umrechnung der Beträge auf ein einheitliches Jahr. Natürlich lies auch die DDR - so wie oben die BRD - es sich nicht nehmen, nicht nur die Reparationen zu benennen, sondern summierte anschließend weitere Kriegsfolgelasten bzw. Lasten des Kalten Krieges auf, wie Kosten des Menschenhandels sowie Beschlagnahmungen von Vermögen und wirtschaftlichen Beteiligungen. Im Ergebnis kam sie auf eine Forderung von 101.930 Mio. DM gegenüber der BRD, wobei Dollarbeträge und DM im Kurs von 1 : 4 umgerechnet wurden. Ein Betrag der sich bis 1990 mit Zinseszinsen auf ca. eine Billionen DM aufsummiert hatte.

Persönlich halte ich neben den Reparationen den Verlust der Deutschen Ostgebiete - auch finanziell - mit Abstand am Bedeutensten. Ein Verlust, der zweifellos die spätere DDR traf ....

Letztes update: 09.12.2012

Kommentare:

  1. Also haben alle Menschen ,welche in der ""DDR""leben mussten,das 13 fache an Reparationen des 2. Weltkrieges gezahlt,gegenüber den Bundesbürgern. Sie bekamen noch durch Marschalplan, Kein Wunder das Westdeutsche Bürger heute und immer vergleichsweise Vermögen und dergleichen anhäufen konnten.Und heute auf die ausgebeuteten (Reparationszahlungen) Ostbewohner von damals runterschauen. Den Ostbewohnern war es nicht möglich ,Vermögen anzuhäufen. Dazu war das ganze System nicht angelegt.(Ausser Funktionären) Wenn wir doch nicht hätten 13 mal soviel zahlen müssen,stände so mncher Mendch der in der "DDR" leben musste, 13 mal besser ,abgesicherter,vermögender da, als die Leute die nicht zahlen mussten.Dafür Eigentum anhäufen konnten. Alles vergleichsweise. Die Westdeutschen sollten dankbar sein,statt so hochmütig auf die vielfach ausgebeuteten Menschen,welche nicht mal Freiheit hatten und noch 13fach dafür bezahlen mussten. Dieses sollte sich jeder, jeden Tag bewusst machen. Nachdenken statt gedankenlos zu reden!!!!

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    1. Da hat sich wohl ein kleiner Rechenfehler eingeschlichen. Laut Wenzel: "Was war die DDR Wert" S. 43/44 war es nicht da 13fache sondern das 130fache. Beste Grüße...

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    2. Danke, korrigiert ... das Alter ;-)

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  2. Sorry,

    aber das halte ich für einw sehr pauschale Aussage, dass die Westdeutschen auf die "armen" Ostdeutschen hinunterschauen, weil Sie ja sooooo viel Vermögen anheufen konnten. Als wenn jeder 2. Westdeutsche Millionär währe.
    1. waren die Lebenserhaltungskosten in der BRD um ein vielfaches höher als in der DDR. 2. kann man die Westdeutschen Bürger nicht für den Lauf der Geschichte verantwortlich machen. Ich denke jeder Bürger der damaligen BRD hatte die Widervereinigung herbeigestrebt. Nun, wir wollen nicht darüber reden, wie sie vllt. heute darüber denken. 3. Durch den Solidaritätzuschlag, den die BRD heute zahlt stehen viele Gemeinden und Städte in der ehem. DDR besser da als die zahlenden Westgemeinden und Städte. Zum weiteren ist noch zu erwähnen, dass die Solidargemeinschaft der Westdeutschen, welche bis 1990 in Fonds für Altersvorsorge, Pflege- und Krankenversicherung eingezahlt haben heute die heutigen Rentner aus der damaligen DDR mittragen müssen, da diese bis 1990 nicht eingezahlt haben, was ein Leisungsverlust durch diese Institutionen für den einzelnen zur Folge hat.

    Also bitte Vorsicht mit solchen pauschalen Aussagen.

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    1. Gast und Europäer29. Juli 2012 um 08:24

      Ich habe diesen Blog leider erst jetzt endeckt. Ich stimme Ihrer Enleitung zu.
      Zu 1.: Waren die Lebenhaltungskosten nicht nu.r scheinbar höher? In der DDR wurden vom Staat unglaublich hohe Sozialleistungen und Subventionen gezählt, die natürlich die Lebenshaltungskosten drückten.
      Zu 3.: Den Solidaritätszuschlag zahlen alle Bundesbürger. Somit haben also nicht nur die ehemaligen "westdeutschen" Bundesbürger dazu beigetragen das es in vielen Städten im Osten Deutschlands heute anders aussieht. Hinzu kommt, dass viele Großprojekte durch "Westfirmen" ausgeführt wurden, was sicher einen gewissen Rücklauf von Finanzen in den Westen bedeutet.

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  3. zu 1. Die Gehälter und Löhne waren auch dementsprechend in der damaligen BRD hoch, oder? Beschweren konntet Ihr Euch nicht.
    zu 2. Wenn jeder Bürger der damiligen BRD die Wiedervereinigung wollte und 1990 auch bekommen hat, dann sollten diese Bürger jetzt nicht meckern. Es waren viele dabei, die sich was schönes billiges im Osten ausgemahlt haben. (z.B. Rückführung von Grundstücken, welche enteignet wurden). Ich muss mir also im Vorfeld im Klaren sein, was ich will und natürlich auch mit den Konsequenzen aus meinem Wollen rechnen und die Gemeinschaft, die entstanden ist zu befriedigen.
    zu 3. 1. zahlen nicht die westdeutschen Gemeinden den Soli-Zuschlag, sondern die Bürger
    2. zahlen alle, die Einkommen aus nicht selbständiger Arbeit beziehen, den Soli-Beitrag. Somit auch alle Ossi´s.
    3. hätte ich eine Möglichkeit gehabt, Altersvorsorge, Pflege- und Krankenversicherung als Ossi im Westen zu zahlen und hellseherische Fähigkeiten gehabt, hätte ich keine SV-beiträge in der damaligen DDR eingezahlt, sondern gleich im Westen. Natürlich ohne dort zu arbeiten. Ich hoffe die damaligen Regierungen bzw. Unternehmen hätten das eingezahlte Geld auch dann jetzt für mich genutzt bzw. anerkannt.
    Deine Argumente sind sehr schwach und schlecht erarbeitet. Und das alles nach 20 Jahren Wiedervereinigung. Traurig!!!!!!!!!
    Erst denken, dann schreiben!

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    1. SV-beiträge in der damaligen DDR beinhalteten auch die Altersvorsorge sowie die Pflege- und Krankenversicherung!!
      D.h. also, nicht nur in der "alten" BRD wurden die Abzüge geleistet!
      Ansonsten muss ich dem Artikel voll und ganz beipflichten

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  4. Es gibt aber auch Menschen,die einfach nur
    den Zusammenschluss mit Ostdeutschland herbeisehnten,ohne irgendwelche finanziellen
    Hintergedanken zu hegen,einfach weil Sie
    Ihr Land lieben!
    Ich bin froh das der Osten wieder zu
    Deutschland gehört.

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    1. Zum Beitrag vom 14.1.2011:
      Das ist Gerede. die meisten Bürger der alten Länder, die ich kenne (das sind nicht wenige), waren vor 1989 nicht in der DDR. Dabei hätten sie die Möglichkeit gehabt. Und jetzt gab es die Sehnsucht nach Vereinigung im Westen. Macht's mal halb lang, das glaubt doch keiner mehr.

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  5. So riesig ist der Unterschied zwischen den Westdeutschen und Ostdeutschen auch nict.

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  6. Naja Ihr wart 40 Jahre unser Feind...
    Uns gings gut bis wir einen Bankrotten Staat dazu bekamen...
    Es wäre besser meiner Meinung nach wenn man euch als eigenständigen Nachbarn jetzt hätte als das man euch dazu zählt.
    Ihr bleibt halt für alle Zeiten OSTdeutsche.
    Ja ja regt euch auf aber jeden ossi den ich bislang kennengelernt hab war für mich ein wandelnder beweis warum euer Wirtschaftssystem zusammenbrach. Faul, Naiv, Ausländerfeindlich... Ausser n russe ist da dem Kriecht man natürlich in den allerwertesten.
    So und nun macht euch über mich her

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    1. Ohne die neuen Märkte (Osten) wäre der Westen nicht erst heute pleite. Im Osten waren die Frauen werktätig, Mütter nicht ausgenommen. Bei den "faulen" Ossis gab es eine gesetzliche Pflicht zur Arbeit.
      Ihr redet, wie der Blinde von der Farbe und hört Euch nicht mal selber zu.

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    2. Zu:"Naja Ihr wart 40 Jahre unser Feind.."
      Auf alle Fälle war die Ausbildung des DDR-Bürgers besser. Wir müssen auch heute noch nicht Bildungsurlaub beim Chef beantragen, um die Bildzeitung lesen zu können. In der Baumschule hatten wir neben Religion noch Klettern als Unterrichtsfach.
      Meine Deutschlehrerin hätte diesem Beitrag sowohl für die Rechtschreibung als auch für die Grammatik ein "fünf" für angemessen gehalten. Der Inhalt: einfach niveaulos.

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    3. Weiß jemand, ob der damaligen UdSSR mit den Demontagen aus der SBZ wirklich geholfen wurde? Wurden die Maschinen aufgebaut, und wo? Dazu brauchte man Fachleute und die technischen Dokumentationen der Geräte. Ich kenne Berichte, wonach Kriegsgefangene in der Gegend von Swerdlovsk Güterwagen mit Maschinen aus der SBZ mit Brechstangen entluden und die Maschinen den Abhang hinunterkippten. Alles war Schrott! Am Neustädter Bahnhof in Dresden stand wochenlang ein Güterzug mit Röntgengeräten aus dem Neustädter Krankenhaus, offen und ungedeckt im Regen. Es war die blanke Zerstörung und Beraubung des noch Übrigen. Kennt jemand ein Buch darüber? In dem Buch "Kolonne ..." von Reimer, Meyer und Kubitzki wird nur über das Abfahren der Züge bis zu den Grenzbahnhöfen berichtet. nicht was am Ziel der Fahrt mit den Gütern geschah.

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    4. Zu "Anonym12. März 2011 um 03:39"
      Wenn man so etwas liest ist es kein Wunder, dass einem als "OSTdeutscher" die Galle überlaufen kann. So etwas Unqualifiziertes nicht nur zu denken, sondern auch noch zu schreiben ist mehrere Meter unter der untersten Schublade!

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  7. Nun, an erster Stelle sollte stehen anzuerkennen, daß die DDR und ihre Bevölkerung fast die gesamte Reparationslast Deutschlands allein geschultert hat. Das wird nämlich weiterhin geleugnet und verfälscht, daß es eine wahre "Freude" ist.

    Als nächstes sollte untersucht werden, inwieweit diese Last den Aufbau einer sozialistischen Alternative für Deutschland behinderte, verzögerte und beeinträchtigte. Der Osten zahlte für die deutsche Kriegsschuld, während die BRD bereits mit dem Marshallplan aufgepäppelt wurde.

    Irgendwo ganz am Ende könnte der geneigte Leser natürlich überlegen, ob der flächendeckende Niedriglöhnsektor Ostdeutschland (65% Westniveau, bei arbeitszeitunabhängigen Gehältern 80%) Ergebnis einer verfehlten Politik der DDR oder der nunmehr ungebremsten Kapitalverwertung und so nebenbei seine eigene Zukunft oder Gegenwart ist.

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    1. "Spiegel" vom 12.03.1990
      »Professor Arno Peters hat auf die Mark genau ausgetüftelt, was die Bundesrepublik der DDR samt Zins und Zinseszins schulde, weil die Ostdeutschen sozusagen für die Westdeutschen Reparationen mitbezahlt haben: Er kam auf 727 165 791 041 Mark.«
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13498035.html

      Also rd. 727 Mrd. DM (Stand 1990).

      Aus heutiger Sicht ist die Wertung des "Spiegels" fast lustig: »Es sind Zahlen der Art, die jedem Normalbürger Schwindel verursachen, so irreal sie sein mögen.«, siehe: enkrise - Das Geld ist nicht weg, nur woanders .

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  8. Bei der ganzen Sache muss man auch in Betracht ziehen, dass die ehemalige DDR an Bodenschätzen nur Kies, Braunkohle und Kali hatte. Was sie aber in grossem Masse hatte, war geistiges Wissen, Fleiss und menschlicher Zusammenhalt. Vieles was in Labors und in ingenieurtechnischen Instituten erforscht wurde, musste verkauft werden, weil die technischen Möglichkeiten zur Verwertung nicht vorhanden waren. Dieses Wissen wurde leider nach der Eingliederung in die BRD dem Verfall preisgegeben.

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  9. Speiglein, Spieglein...
    Willkommen im Club - auch Ihr wart 40 Jahre unser Feind...
    Uns gings auch gut, bis zu dem Zeitpunkt kurz nach der - von gerade mal 2,5% der DDR-Bevölkerung aktiv angestrebten - Wiedervereinigung, ab welchem eiligst neu gebildete Organe (Treuhand) und Lobbyisten alles daran setzten, das Volksvermögen der DDR zu verschleudern sowie Wirtschaftszweige, die eine Konkurrenz für WESTdeutsche Unternehmen bedeuten konnten - und heute auch sein würden - , unter Duldung der Kartellaufsicht und der Politik mit illegalen Mitteln vom Markt zu drängen oder in Heuschreckenmanie abzuwickeln. Siehe auch
    http://www.sueddeutsche.de/politik/ddr-treuhand-anstalt-ausverkauf-der-republik-1.137266
    Es wäre besser meiner Meinung nach wenn man euch als eigenständigen Nachbarn jetzt -immer noch - hätte und damit auf kapitalistisch-imperialistische Systemeffektimporte wie z.B Arbeitslosigkeit, Hartz4, umweltfeindliche sowie ökologisch und ökonomisch desaströse Wegwerfmentalität ebenso wie auf die derzeitige verschärfte Kluft von Armut und Reichtum verzichten hätte können.
    Und: Wenn ihr eure Einstellung zu GESAMT-Deutschland nicht ändert, bleibt ihr halt für alle Zeiten BESSERWESSIS.
    Ja ja regt euch auf aber VIELE Wessis, die ich bislang kennengelernt hab waren für mich ein wandelnder beweis warum dieses Bild von den OSSIS : Faul, Naiv, Ausländerfeindlich... existiert: Sie wissen über die DDR ausser von den in den Medien verbreiteten Darstellungen GAR NICHTS. Ist ja auch keine Zeit dazu, sich in unabhängigen Quellen zu informieren: erstens interessiert es sowieso nicht, zweitens muss man dem schon immer gelebten Kommerzzwang frönen und sich drittens über die Politik/er(innen) aufregen - ohne den A... in der Hose zu haben, mal ernsthaft DAGEGEN auf die Strasse zu gehen. (Keine Angst! Die DDR-Stasi gibs nicht mehr - im Westen wird die Organisation anders genannt...)
    Ach ja, wäre mir auch neu, dass jeder OSSI einem Russen in den allerwertesten kriecht. Soll der Ossi dem Wessi in den A... kriechen? - Geht nicht, der ist noch verkrustet vom vielen Zucker, den die Alliierten reingeblasen hatten.
    Und: Ich kenne auch eine Menge Leute aus den alten Bundesländern, die die neuen Bundesländer mal eben nicht nur oberflächlich kennengelernt haben, und von denen ich erfahre, dass fast alles positiv anders ist als sie erwartet haben. Vor allem die Freundlichkeit und Menschlichkeit sowie der freundschaftliche Zusammenhalt der Menschen, den sie erlebt haben, wäre in den alten Bundesländern kaum zu finden und sehr erstrebenswert.

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  10. Die BRD ist gezwungen, sich derzeit gerichtlich gegen Reparationszahlungen zu wehren, siehe:
    F.A.Z. vom 12.09.2011

    "Lustig", daß sich die BRD ausgerechnet auf den "Grundsatz der Staatenimmunität" beruft, der in letzter Zeit de facto und bald auch de jure abgeschafft ist, s.a.:

    Aufhebung der Staatensouveränität im Jahr 2005 durch die UN (Sudan / Dafur)

    WD des Bundestages zur Staatenimmunität noch im Jahr 2009

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  11. Ja.Ja und was hats gebracht (80 ptozent Ostentlohn und Hon u Schimpfe wir sollten doch erst mal Arbeiten lernen ) was denken die eigentlich Das diese Werte einfach so uns ossis in den Schoß gefallen sind.
    Da sind ja noch die ungereimtheiten mit der Abwicklungsbehörde die Firmen platt gemacht hat für ne Symbolische 1,-DM.
    Wer das mal ernst nimmt solle sich mal fragen wie das mit der Eurorettung wird.

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  12. Gern wärmt man sic an den Lagerfeuern sozialistischer Erinnerung im damals größten Freilichtmuseum Europas

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  13. Es bleibt der Fakt: Die DDR-Bevölkerung hat für den zweiten, großen verlorenen weltkrieg fast alle auferlegten Reparationen der Sieger allein getragen, während die BRD mit einem Teil der US-"Kriegsbeute" - Marshallplan genannt - aufgebaut wurde.

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  14. @ Peter Veith:

    Richtig ist, dass der Wiederaufbau der jungen Bundesrepublik natürlich unterstützt wurde - ebenso wie im gesamten westl. Europa. Ist nach 10 Stunden Monopoly nur noch ein Gewinner übrig, ist das Spiel beendet. Übersetzt: Die Marktwirtschaft beruht auf Fertigung, Verkauf und Handel. Um Absatzmärkte zu erhalten bzw. wieder neu zu schaffen, war ein forcierter Wiederaufbau unabdingbar. Der Marshall-Plan war dazu nur ein Instrument. Jeder investierte Dollar floß so doppelt zurück. "Was", so ist zu fragen, ist daran schlecht? Der Leipziger oder Rostocker hätte sich das gleiche gewünscht, wenn er gekonnt hätte. Er hätte auch gern nach 1961 das Land verlassen, das ihn einsperrte. Es ist auch nicht so, dass Altvorderen Kommunisten der DDR so sozialistisch waren, wie man es heute gern sieht. Entschädigungen an enteignete Juden bzw. Reperationen nach Israel gab es nicht. Im Gegenteil litten Juden auch in der Nachkriegs-DDR unter Repressalien. In der juristischen Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches stand nicht allein deshalb die Bundesrepublik. Die stalinistische Doktrin klebte an Ulbrichts Sohlen nach über Stalins Tod hinaus. "Vom großen Bruder lernen heißt ..." Schlechte Lehrer = schlechte Schüler. Das ist nicht die Schuld der Schüler, sondern bedingt durch die Umstände. Man muss es aber nicht schönreden.

    Zipangu

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    1. Richtig ist, daß der Marshall-Plan auch ein großes Geschäft war. Aber politisch dazu diente, Westeuropa an die USA zu binden, wie zuvor GB mit dem Lend-Lease-Act. Daß das die UdSSR und die wenigen überlebenden Kommunisten in Osteuropa (und einige deutsche Patrioten) nicht wollten klar.

      Da Deutschland mit Israel keinen Krieg geführt hat, konnte es aus faktischen Gründen keine "Reparationen" geben, siehe Ausgangstext.

      Richtig ist weiterhin, daß die DDR fast die gesamte Reparationslast Deutschlands allein geschultert hat.

      Im Übrigen ist die BRD _nicht_ (Rechts-) Nachfolger des Deutschen Reiches, sondern mit ihm identisch. Hisichtlich seiner territorialen Ausdehnung jedoch nur teilidentisch, vgl. BVerfG vom 31.07.1973 - 2 BvF 1/73 -.

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  15. Gehts eigentlich noch? Das ist ja der Wahnsinn wie ihr euch gegenseitig fertig machen wollt. Und jeder tut so als sei sein *Staat* der bessere. Ihr solltet euch mal zuhören. In JEDEM Land gibt es Volldeppen. Im Osten wie im Westen! Hab auch hier im Westen schon reichlich kennengelernt, was nicht ausschließt das es auch depperte Ossi´s gibt.
    Ich arbeite mit Ossi´s zusammen, und ganz ehrlich meine Chefin kommt auch von da! Aber sie ist: "Die beste Chefin wo gibt"...
    Wir Wessi´s haben uns schon so einiges Gutes vom Osten abgeschaut - ich sag nur Kinderbetreuung! Wobei auch die Ossi´s den Wessi´s was abschauen konnten.

    Das größte Problem mit Ost und West haben meiner Meinung nach eh nur die "Alten"....
    Die Jüngere Generation gibt sich doch mit so nem "Geschichtszeugs" nicht mehr ab.

    Vielleicht solltet ihr euch hier, die sich über die Wiedervereinigung so ärgern einfach mal überlegen was das jetzt noch bringt.

    Aber naja egal 1. ändern tut sich ja eh nichts mehr und 2. wenn das wirklich eure einzigsten Probleme sind na dann Prost Mahlzeit. Wer sonst keine hat, der macht sich halt welche. Hihi
    Dann haben hier so einige Ossi´s und Wessi´s was GEMEINSAM........:P

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    1. Zitat:
      >Die Jüngere Generation gibt sich doch mit
      >so nem "Geschichtszeugs" nicht mehr ab.

      Schon wenn die "Jüngere Generation" das erste Mal vergleichend in ihre Lohntüte schaut und feststellt, daß sie im Osten flächendeckend und dauerhaft nur 65% des westdeutschen Lohnes erhält, dann wird sie sich hoffendlich mit dem "Geschichtszeugs" abgeben.

      Es bleibt eigentlich nur die Frage, ob sie auch zur "richtigen" Antwort kommt. Und diese hat letztlich auch etwas mit dem Thema "Reparationen" zu tun.

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  16. Wenn man all diese Kommentare ließt, könnte man nur noch Heulen.

    Wir alle sollten froh sein, dass unser Land wieder vereinigt ist-denn wir waren bis 1945 Bürger eines Landes und wurden erst nach dem 2. Weltkrieg aus bekannten Gründen getrennt.

    Ich bin froh, dass dieser kalte Krieg mit all seinen Widrigkeiten vorbei ist. Statt uns gegenseitig unsachliche Vorwürfe zu machen sollten wir voneinander Lernen und aufeinander zugehen.

    Was mich aber auch heute noch wurmt, ist die Tatsache, dass wir Ossis von den Wessis als faul, ungebildet und als Meckerköpfe dargestellt werden. Das ist einfach unwahr und sehr verletzend. Es mag solche Menschen geben, aber die gibt es auf beiden Seiten.

    Ich z. B., habe 45 Jahre ununterbrochen gearbeitet und war Alleinerziehende. Ich gehöre auch zu denen, die zu DDR-Zeiten wenig verdienten( wie alle DDR-Bürger)und die Reparationszahlungen mittragen mussten. Wir wurden nicht gefragt, ob wir das möchten, die Entscheidung darüber trugen uns allen bekannte Politiker. Somit konnten die Spareinlagen von ehemaligen DDR-Bürgern auch nicht hoch sein, bzw. wir hatten nicht die Möglichkeit, genug Vorsorge fürs Alter zu tragen, wie es im Westteil üblich war.

    Seit Einführung des Solibeitrages, wird auch von jedem Arbeitnehmer in den neuen Bundesländern der Solibeitrag durch den Arbeitgeber automatisch einbehalten und abgeführt. Also, was soll das alles-wer stöhnt hier und verweist auf Ungerechtigkeit.

    Für die Zukunft wünsche ich mir, dass das Lohnniveau im Osten dem des Westens angepasst wird und die ungerechten Entlohnungen abgeschafft werden. Vielleicht schafft dieser Schritt dann mehr Respekt und Achtung untereinander.

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    1. Vorab:
      Danke für Deinen sachlichen Beitrag. Dennoch ein paar Anmerkungen. Du schreibst:

      >dass unser Land wieder vereinigt ist

      Das ist so nicht korrekt. Zum einem waren BRD und DDR nie ein Land (Staat) und zum anderen "fehlen" am Deutschland vor 1945 etwa 1/3 Landmasse. Das ist m.E. auch gut so, historische Ergebnisse insoweit anzuerkennen, jedoch ist der Begriff "Wiederbereinigung" doch nur ein Propagandabegriff.

      Weiter schreibst Du:
      >dass das Lohnniveau im Osten dem des Westens
      >angepasst wird

      Wer soll es anpassen? Die Angleichung des Lohnniveaus stagniert seit spätestens 1999, vgl.:
      Die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands zwischen 1991 – 1999
      Deutsche Bank, 2013, PDF, 2 MB

      Die Gründe sind natürlich andere, als sie die Deutsche Bank nennt. Um es mit folgenden unsterblichen Worten auszudrücken:
      "Am 09.11.1989 haben wir mit der Maueröffnung auch die Abrissbirne gegen den Sozialstaat in Position gebracht. Hartz V bis Vlll werden demnächst folgen. Es ist Klassenkampf und es ist gut so, dass der Gegner auf der anderen Seite kaum wahrzunehmen ist" (Michael Rogowski, damals BDI - Chef, am 16.12.2004 auf PHOENIX). UND "Wir müssen, nachdem der Sozialismus der DDR überwunden wurde, den westdeutschen Sozialismus überwinden, damit wir die Zukunft gewinnen können" (Norbert Walter, Deutsche Bank, am 07.02.2005 im MDR 1, Radio Sachsen-Anhalt).

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  17. Ansehen:
    Unser Wirtschaftswunder - Die wahre Geschichte (ARD-Mediathek

    Aus einem Blog-Kommentar dazu: »Ziemlich interessante TV-Dokumentation zum Wirtschaftswunder.

    Und wodurch die Basis für den Wirtschaftsaufschwung wirklich gelegt wurde ... Wir Deutschen glauben nämlich, dass der Wiederaufstieg Deutschlands vor allem auf harter Arbeit mit ein wenig Unterstützung durch die D-Mark und die soziale Marktwirtschaft zurückgeht. Und sonst nichts.

    OK, dass der Marshallplan etwas dazu beigetragen hat, hat sich rumgesprochen. Aber dass der Schuldenschnitt nach dem 2. Weltkrieg massiv geholfen hat, ist schon weniger bekannt.

    Der Film hat direkt eine Reihe Augenöffner ... Ein gehöriger Teil des Wiederaufschwungs beruhte darauf, dass aktiv Ingenieure aus dem Ostteil nach Westdeutschland geholt wurden (illegal über die Grenze geschmuggelt).« (Braindrain)

    Oh, ha.

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    1. Es tut mir leid, von Deinem Zustand zu lesen. Wenn Du aber dennoch etwas inhaltliches zum Thema beizutragen hast, bist Du herzlich eingeladen dies hier zu hinterlassen.

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  19. Nur wenigen bekannt. Aussage von F.J. Strauss zu den Reparationszahlungen der BRD.
    Hier der Auszug aus seinem Buch:
    Auszug aus dem Buch „Die Erinnerungen“ von Franz Josef Strauß
    Seite: 257


    Bei allen Beratungen über den Deutschlandvertrag war von vornherein klar, daß dies kein Friedensvertrag sein konnte und durfte. Ein Friedensvertrag hätte nur von einer gleichberechtigt am Verhandlungstisch sitzenden gesamtdeutschen Regierung geschlossen werden können. Hinzu kam eine weitere wichtige Überlegung, die ich persönlich schon in den Gesprächen mit Josef Müller unmittelbar nach dem Krieg entwickelt hatte und die auch Konrad Adenauer nicht aus dem Auge verlor. Wenn wir einen Friedensvertrag schließen, dann verlangt man von uns Reparationen.

    Da wir aber nicht bereit und nicht in der Lage sind Reparationen zu zahlen, wollen wir auch keinen Friedensvertrag.

    Die höhere und die niedere Mathematik der Politik trafen hier zusammen – das Offenhalten der deutschen Frage und das Vermeiden gigantischer Reparationszahlungen.

    Sicherlich stand im Vordergrund die Überzeugung, daß ein Friedensvertrag nur mit dem ganzen Deutschland geschlossen werden könnte. Aber das handfeste Argument, daß mit dem Beginn von Friedensverhandlungen das Gespenst der Reparationen auftauchen mußte, wog ebenfalls schwer.

    Angesichts dessen, was durch deutsche Kriegs­handlungen und deutsche Kriegspolitik an Schäden entstanden war, hätten Reparationen den wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik um Jahre zurückgeworfen, ja unmöglich gemacht,

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  20. Ein Mensch mit ostpreußischem Hintergrund

    Hallo,
    bin zufällig hier hereingeschneit und muss sagen, die Alliierten würden sich vor Lachen auf die Schenkel klopfen, wenn sie mitbekämen, wie hier Ossis und Wessis sich gegenseitig diskreditieren und eine Menge vorrechnen!
    Ja, wenn man vorher gewusst hätte, dass man als Ossi 130 x mehr Reparationen zu bezahlen hat, dann hätte man doch den Storch nach dem Westen umdirigiert, aber dann wäre man vielleicht einer von den überheblichen Idioten geworden....
    Nein, nein, so funktioniert das Leben nicht!
    Wir sind ein uraltes Volk, das den Römern schon das Gruseln gelehrt hat, wir waren nur 40 Jahre getrennt und sollten uns jetzt auf das besinnen, was uns eint: Unsere Geschichte, die Sprache, die Kultur, ich denke dabei an Goethe, Schiller, Bach, Mozart, die Gebrüder Grimm, Immanuel Kant, Nikolaus Kopernikus u. v. mehr. Jeder Volksteil musste sein Schicksal tragen und jetzt heißt es nach vorne schauen und gemeinsam uns den heutigen Herausforderungen stellen und mit positiver Energie das beste schaffen. Wir sind ein Volk und sollten auch selbst daran glauben, dass wir von innen wieder eins werden können, also vom Herzen her. Das musste mal gesagt werden.
    Der vorgehende Beitrag ist sehr aufschlussreich, aber die Wirklichkeit ist viel komplizierter, denn was wir an Reparationen für den 2. Weltkrieg bezahlen, heißt heute nur anders, nämlich Wiedergutmachung. Wenn man im Netz ein wenig stöbert, erfährt man, dass diese Zahlungen bis 2020 gehen. Die Kriegsgeneration ist dann so gut wie ausgestorben!!!
    Diese Zahlungen sind eigentlich wenigstens teilweise recht bekannt, denn sie gehen an jüdische Familien, hauptsächlich in Amerika, an den Staat Israel und als Folge davon auch an die Palästinenser, die eher unsere Freunde sind und die unser Mitgefühl haben, geht es ihnen doch gar nicht so viel besser als den Juden im Warschauer Ghetto.
    Alles in allem kann man sagen, dass wir Deutsche die Schuld auf uns genommen haben, und die Nachkriegsgeneration braucht nicht mehr im Büßergewand durch die Welt schleichen, und sich ständig auf die Brust schlagen und "mea culpa" murmeln. Das sollte vorbei sein. Da fehlt es uns an Selbstbewusstsein.
    Man sollte bei Putin lernen und sagen. So machen wir's und soll die Welt denken, was sie will, wir zahlen keinen Cent mehr, die Kriegsgeneration ist ausgestorben, es gibt keine Schuldner mehr!!!
    Vielleicht kommen die Alliierten auch mal auf den Gedanken, dass sie selbst auch genug Schuld auf sich geladen haben. Diesen Tag wünsche ich mir und dass sie mit Schamesröte im Gesicht uns die anderen verlorenen Teile freiwillig zurückgeben, alles was vor dem Versailler Vertrag deutsch war. Es wird kommen, Frage ist nur wann......

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    1. Ich möchte Deinem Beitrag vollumfänglich, insbesondere dem Tenor, nicht zustimmen. Aber, darum geht es beim Thema "Reparationen" auch nicht.

      Dennoch möchte ich zu einem Teilaspekt etwas schreiben. Du meinst:
      > Wir sind ein uraltes Volk, das den Römern schon das Gruseln gelehrt hat, ...

      Du weißt schon, wo der römische Limes stand, oder? Und die germanischen Stämme hatten es sich westlich dieser Grenze unter römischer Besatzung jahrhundertelang sehr gemütlich gemacht. Selbst Arminius war "lediglich" ein Offizier in römischen Diensten gewesen. So nebenbei siedelten die germanischen Stämme nur bis zur Elbe. Alles östlich war unbesiedelt oder slawisch. Die brutale Eroberung der slawischen Siedlungsräume erfolgte unter dem Label "Christianisierung".

      Du hast in einem Punkt Recht:
      > die Wirklichkeit ist viel komplizierter

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