Donnerstag, 7. November 2013

Erlebnisberichte-Folge VI











Vorbemerkung:  
Heute eine neue Folge aus der Serie ERLBNISBERICHTE. In Vorbereitung des Buches "43.Fla-Raketenbrigade 'Erich Weinert'-Fakten und Geschichten" hatten wir eine Vielzahl von Erlebnisberichten zusammengetragen, die aber letztlich den Rahmen des vorgesehehenen Umfangs sprengten. Es war daher nicht möglich, alle Beiträge in das Manuskript aufzunehmen-wir hätten zwei Bücher daraus machen können! Es wäre schade, auf diese interessanten Erlebnisse und Erfahrungen zu verzichten. Sind sie doch ein Teil menschlicher Biographien und Beschreibung von Zeitgeschichte. Deshalb haben wir uns entschlossen, diese unveröffentlichten Beiträge auf die Seite SANITZ als Thema ERLEBNISBERICHTE-FOLGEN zu stellen und zusätzlich u.a. in einer DVD "Aus der Geschichte der 43.FRBr" zu erfassen. Diese DVD, genauso wie das Buch, kann über das TRADI SANITZ, Tel. Nr.: 038209-799 bezogen werden. Nach Dieter Bertuch über seine Erlebnisse an der Wiege der Fla-Raketentruppen der NVA-in Ulan-Ude am Baikalsee und dem ersten Teil des Beitrages von Jochen Bössenrodt in ERLEBNISBERICHTE-Folge V, dessen Laufbahn im FRR-18 Sanitz begann und als Leiter FRID im FRR-13 Parchim endete, nun der kurze abschließende Teil seines persönlichen Erlebnisberichtes. Der Erlebnisbericht Folge VI ist charakterisiert durch den weiteren Weg von Jochen Bössenrodt:

Mein Weg führte mich diesmal aber nicht zurück in mein Regiment nach Sanitz ...

, das inzwischen 43.Fla-Raketenbrigade „Erich Weinert“ hieß, sondern nach Parchim in das Fla-Raketenregiment 13 zu Oberst Pedde. Dort war die Stelle als Oberoffizier Ausbildung Nutzung zu besetzen. Die Arbeit hat mir viel Spaß gemacht, konnte ich doch die gerade erworbenen Kenntnisse mit dem persönlichen Schwerpunkt Raketenleitstation (RLS) nutzbringend und erfolgreich anwenden. Mein weiterer Dienstweg sollte aber wieder mit der Brigade zusammenhängen, denn mit dem Weggang meines direkten Vorgesetzten Lothar Herrmann als Leiter des Fla-Raketeningenieurdienstes  (FRID) nach Sanitz, übernahm ich dessen Dienststellung bis zu meiner Entlassung im Jahre 1985. Gerade Leiter des Ingenieurdienstes des Fla-Raktenregiments 13 geworden, wurde ich ein weiteres Mal an die Hochschule nach Minsk zu einem sogenannten „Höheren Akademischen Kurs (HAK)“ delegiert. Hier entschied ich mich auf ingenieurtechnischem Gebiet für den Komplex NEWA, weil ich hoffte, das Wissen später einmal verwenden zu können. Traf dann aber doch nicht zu. Während dieser Zeit von 1976 bis 1985 gab es aber immer wieder Begegnungen mit alten Mitstreitern, sei es in Lieberose, auf dem Schießplatz Aschuluk in der Sowjetunion oder auf Konferenzen, Tagungen und Beratungen. 

Nach der Entlassung 1989 wurde es dann diesbezüglich sehr ruhig, man hatte den zivilen Alltag zu meistern und andere Sorgen. Mit den Initiativen im Internet sowie den Aktivitäten des Vereins „Ehemalige des Fla-Raketenregiments 13e.V.“ wurden Impulse des Erinnerns für die gesamte Waffengattung gegeben. Dankenswerterweise hat sich hier auch zunehmend meine „alte und erste“ Truppe, die 43. Fla-Raketenbrigade „Erich Weinert“ beteiligt. Seitdem bin ich täglich im Internet und konnte so einige Verbindungen zu alten Kameraden wieder aufnehmen, wenn es auch manchmal unerwünscht ist. Beim Lesen der Beiträge und Namen erinnere ich mich an manche Episode und  Gemeinsamkeiten, wenn diese auch damals klein und banal waren. Es stimmt auch traurig, wenn ich sehe, dass Mitstreiter aus gemeinsamer Studienzeit an der Offiziershochschule bereits verstorben sind. Umso schöner ist es, wenn sich die noch Lebenden zu Wort melden und Erinnerungen wach halten ! Ich grüße die Ehemaligender 43. Fla-Raketenbrigade  und hier besonders die vom „alten“ Standort Retschow wie z.B. Friedrich „Frieder“ Forkert, Roger Müller, Jürgen Künzel, Klaus Kubicki, Hans-Ulrich „Ulli“ Maynicke oder Ludwig Hümer. Den Herausgebern des vorliegenden Buches möchte ich Dank sagen für ihr Engagement bei der Bewahrung von Geschichte und Lebensläufen, in deren Mittelpunkt immer und ausschließlich der Erhalt des Friedens stand. Dem Buch wünsche ich viel Erfolg und viele Leser ! - Fortsetzung folgt!
 



Samstag, 12. Oktober 2013

An der Verteidigungslinie

»Ein Zeitzeuge berichtet

Am 14. September 2013 tagte im Luftfahrtmuseums in Finowfurt eine Zeitzeugenkonferenz zum Thema „Luftaufklärung und Luftspionage im Kalten Krieg“. Wie in der Vorbereitung der Konferenz zu ersehen war, sollte im Vordergrund eigentlich die Thematik „SR-71 und MiG-25“ stehen. Leider sagte der eingeladene SR-71-Pilot Graham ab. Der frühere Stabschef der in Finow/Finowfurt bis 1989 stationierten MiG-25-Staffel, OSL a.D. Cholod, sprach hingegen als Zeitzeuge über seinen Einsatz in der DDR. Er bezog sich dabei auf das in diesem Jahr erschienene Buch, in dem er im Mittelpunkt steht. Der Titel lautet: „An der Grenze – das Schicksal eines Menschen im Kontext des Kalten Krieges“. Während der Konferenz erfolgte sein erstmaliger Verkauf in Deutschland. Das Buch vereint an sich zwei in einem. Der erste Teil ist in russischer Sprache gedruckt, der anschließende zweite beinhaltet die deutsche Übersetzung. Hauptautor ist der Oberst a.D. Agarew, in der DDR Angehöriger der 82. Selbstständigen Funktechnischen Brigade. Er war z.B. im sowjetischen Funktechnischen Posten auf dem Brocken eingesetzt, der die Vorwarnung für einen SR-71-Anflug gab. Als Dolmetscher fungierte Roland Großer, Generalmajor a.D. (Chef Raketentruppen NVA). Das Buch trägt die ISBN 978-580877-200-0 und erschien 2013 im Verlag „Das russische Wort“. Es dürfte auch über das Luftfahrtmuseum in Finowfurt (16244 Schorfheide, OT Finowfurt, Museumsstraße 1) zu beziehen sein.

Alexander Iwanowitsch Cholod begann seinen Militärdienst 1967. Er flog die Jagdflugzeuge MiG-21, 23 und 25. 1981 wurde er zum Flugplatz in Finow versetzt, Basierungsort des 787. Jagdfliegerregimentes. In dieser Zeit begann die Umrüstung auf die MiG-25, verbunden mit dem Bau großer Flugzeugbunker/-deckungen im südlichen Teil des Flugplatzes. Die Angaben Cholods bezüglich der Anzahl der MiG-25 widersprechen sich dahingehend, ob nur eine oder zwei Staffeln MiG-25 existierten. Der Einsatz auf die SR-71 durch die MiG-25 ist nur allgemein beschrieben und ergibt nichts wesentlich Neues. Auch bei Nachfragen während der Konferenz hielt sich Cholod sehr bedeckt. Aus Sicherheitsgründen näherten sich die MiG-25 einer SR-71 nur bis auf wenige Kilometer. Für eine weitere Annäherung waren nach seiner Auskunft die Geschwindigkeiten zu hoch. In einem mit ihm geführten Interview geht Cholod im Buch auf die Dienstbedingungen, auf das Leben in der Kaserne, auf sein Familienleben während seiner Dienstzeit in der DDR von 1981 bis 1987 ein. Ebenso beschreibt er das für einen russischen Militärangehörigen schwierige Leben nach der Perestroika.


Das Buch ist ein Zeitdokument der besonderen Art und daher möglichen Interessenten sehr zu empfehlen. Im Museum Finowfurt konnte es für 20,- EUR erworben werden, wobei die Autoren nach Wunsch eine Widmung dazu gaben.

Sonntag, 29. September 2013

SPAM und Kommentare

In eigener Sache:
 
Aufgrund des z.Z. massiven SPAM-Aufkommens habe ich zeitweise die Kommentarfunktion  für anonyme Besucher gesperrt. Nur noch bspw. bei Google angemeldete Nutzer können damit Kommentare abspeichern.
 
Schade, aber ich hoffe, daß der Spuk damit relativ schnell vorbei geht und wieder für alle diese Möglichkeit freigeschaltet werden kann.

Der 4. "Kanonier" in diesem Jahr online

Die Gemeinschaft der 13er hat mir die Nr. 62 ihrer Verbandszeitschrift mit der Bitte um Veröffentlichung übersandt. Das ist hiermit geschehen:
 
Dieses Mal u.a. mit Neuigkeiten zum neuen russischen FRK - S-350 E “Witjas” (Recke), bildhaften Eindrücken von der MAKS 2013 und Informationen zum Flug von Mathias Rust nach Moskau.

Dienstag, 24. September 2013

Im Sanitzer Amtsblatt, September 2013






 
Vorbemerkung:
In den "Sanitzer Mitteilungen", dem offiziellen Amtsblatt der Gemeinde Sanitz, Ausgabe September 2013, erschien jetzt ein Beitrag zum einjährigen Jubiläum der Ausstellung "50 Jahre Garnisonsort Sanitz". Auf der Gemeindevertretersitzung am 03.09.2013 sagte außerdem die ehemalige Leiterin der Projektgruppe noch mal ein herzliches Dankeschön den Mitorganisatoren für das großartige Engagement bei der Organisation und Gestaltung. Aus der im Frühjahr erschienenen DVD "50 Jahre Garnisonsort Sanitz-eine Ausstellung 2012" wurde mittels Beamer das Kapitel "Eröffnung am 01.09. 2012" an die aufgestellte Leinwand projiziert. Die Gemeindevertreter, geladene Gäste und Zuhörer konnten dabei neben Bildern auch das Interview des NDR-1 Radio MV mit dem Bürgermeister, der Projektleiterin und dem Presseoffizier der Bundeswehr  über diese Ausstellung und über Sanitz & seine Soldaten hören.

Barbara Kirchhainer übergab dann diese DVD und eine Erinnerungskarte an die Mitorganisatoren Herrn OTL Frank Schulz, Kommandeur der FlaRakGrp 21, Herrn Oberstabsfeldwebel a. D. Uwe de Lahr und Frau Astrid Wruck, Lehrerin am Gymnasim Sanitz. Für die Heimatstube erhielt Bürgermeister Joachim Hünecke ein ganzes Paket: DVD & Fotobuch zur Ausstellung, Flyer, Erinnerungskarte. Die Ausstellung 2012 war ein großer Erfolg! Dass Besucher der Ausstellung im September vergangenen Jahres ähnliche Eindrücke und Emotionen hatten, zeigt u.a. ein Brief von zwei ehemaligen Soldaten des damaligen Fla-Raketenregiments 18 der NVA. Rainer Behrendt aus Wittstock und Heinz Knopf aus Gr. Pankow gehörten im Januar 1962 mit zu den "Erstbeziehern" des TA-Objektes Wendfeld. Sie schrieben einige Tage nach ihrem Besuch der Ausstellung, von Gemeinschaftshaus und Kaserne dem Kommandeur der FlaRakGrp 21 einen Brief, in dem sie sich für die gemeinsame Ausstellung von Gemeinde, NVA & Bundeswehr sowie für die Betreuung beim Kasernenbesuch bedanken. Kann man es besser ausdrücken? Was wir am Tag der Gemeindevertretersitzung noch nicht wussten, Herr OTL Frank Schulz übergibt per Monatsende das Kommando an seinen Nachfolger.

Hier der Beitrag aus "Sanitzer Mitteilungen", Ausgabe September 2013 ...


"Die Ausstellung „50 Jahre Garnisonsort Sanitz“ ist nun ein Jahr her, aber die Nachwirkungen im positiven Sinne sind bis heute zu spüren. Immer wieder erreichen uns Anrufe und Anfragen, Besucher reichen sich die Klinke in die Hand. Am 01. März jeden Jahres ist das TRADI Treffpunkt, da auf Grund der begrenzten räumlichen Möglichkeiten eine Dauerausstellung in der Heimatstube nicht möglich ist. Aber, die einzelnen Ausstellungsteile sind erhalten, so die Militärgeschichtliche Sammlung der FlaRakGrp21 in der Kaserne „SIEBENBUCHE“ und zur 43.Fla-Raketenbrigade „Erich Weinert“ einschließlich Schülerprojekt des Gymnasiums das TRADI SANITZ, Schwarzer Weg 1. Dieses Stück der Ortsgeschichte Sanitz und seine Soldaten ist durch die Ausstellung „50 Jahre Garnisonsort Sanitz“ erfolgreich geschrieben und dokumentiert worden. Die Gemeindevertretersitzung jetzt am 03. September gab den Rahmen und die Möglichkeit, der Gemeinde, der FlaRakGrp 21 und dem Gymnasium nochmals Dank zu sagen für das großartige Engagement als Mitorganisator."

Die DVD "50 Jahre Garnisonsort Sanitz-eine Ausstellung 2012", ein Fotobuch über die Ausstellung sowie auch das Buch & die DVD über die 43. Fla-Raketenbrigade "Erich Weinert" sind beziehbar über das TRADI SANITZ, Schwarzer Weg 1, 18190 Sanitz, Tel.Nr.: 038209-799
 

Donnerstag, 5. September 2013

1. Demener Techniktag

 




Vorbemerkung:

in Demen bei Crivitz, ehemals auch Standort für die 5.Raketenbrigade und die BRTB-5 der Landstreitkräfte der NVA, fand am 31.08.2013 der 1. Demener Techniktag statt. Organisator war der Militärhistorische Verein Demen e. V. in Zusammenarbeit mit EVITA.
Wir hatten eine Einladung erhalten und fuhren dorthin. Nicht zum ersten Mal, denn zur Buchvorstellung von "Raketentruppen der NVA-Landstreitkräfte-Geheimhaltungsgrad aufgehoben" durch den Herausgeber GM a. D. Roland Großer und einige Mitautoren am 09.03.2013 waren wir auch da.

Nach umfangreichen Bemühungen und Überwindung manch einer Hürde, nicht nur bezüglich Ausstellungs-und Lagerbedingungen, ist es dem Militärhistorischen Verein gelungen, Teile "ihrer" ursprünglichen Technik aus dem Depot des Milit.-Hist. Museums der Bundeswehr Dresden nach Demen zu holen. Natürlich auf der Grundlage eines Leihvertrages. Viel Arbeit zum "Aufhübschen" wurde bereits bis zur Eröffnung des 1. Technik-Tages am 31.08.2013 reingesteckt, weitere Aufwendungen sind noch notwendig. Hut ab vor den engagierten Mitgliedern des Vereins!!

Wir waren mit einigen Archivalien aus dem TRADI SANITZ angereist, viel mehr war im kleinen Auto nicht möglich. Beim Aufbau unseres Standes machten die Gastgeber toll mit, wir konnten uns ausbreiten und alles war organisiert ... Auch wenn wir nicht aus derselben Waffengattung wie die Demener stammten, wir wurden als "Raketschikis" bezeichnet und mit viel Interesse wurden vor allem unsere Bücher & DVD's, das Fotobuch & die DVD über die Ausstellung "50 Jahre Garnisonsort Sanitz", einige ausgestellte Dokumente, die Truppenfahne des Fla-Raketenregiments 18/der 43.Fla-Raketenbrigade, die Uniformen der LV und der LSK sowie die acht Poster und die zwei Aufsteller betrachtet.

Es gab viele Fragen, viele Gespräche und auch etliche Buchkäufe. Es war zwar ein anstrengender Tag, aber wir fühlten uns wohl und haben uns gefreut, an der Gestaltung der Veranstaltung mitgewirkt zu haben. Besonders gefreut haben wir uns über Ehemalige der 43.FRBr, die ebenfalls nach Demen gekommen waren, so Lutz Kreuchauf, Hannes Urbaniak und Roger Müller. Neben den Ausstellungsräumen spielte sich das Leben bei mehreren parallel verlaufenden Veranstaltungen ab, so ein Wettbewerb beim Rasentreckerfahren, dann Reiten für die Kleinen, Panzerfahren für die Größeren usw. Die Demener waren mit der Besucherzahl zufrieden, auf ein Neues ...

Anbei ein Auszug zur Vorstellung des Militärhistorisches Kabinetts im EVITA-Forum Demen



"Der „Militärhistorische Verein Demen e. V." hat in dem "Historien-Raum" des EVITA-Forums Demen eine ständige Ausstellung zur Geschichte des ehemaligen NVA-Militärobjektes Demen III bzw. der ehemaligen "Wamow-Kaserne" der Bundeswehr und der in Demen zwischen 1975 und 2006 stationierten Verbände, Truppenteile und Einheiten der NVA und der Bundeswehr gestaltet.

Die Geschichte des Militärstandortes Demen begann mit ersten Rekognoszierungsmaßnahmen im Jahre 1968. 1973 starteten die Bauarbeiten am Kasernenkomplex. 


Der erste Nutzer - die Bewegliche Raketentechnische Basis 5 - zog 1975 in die Kaserne ein. Die Hauptaufgabe dieses Truppenteils bestand in der Gewährleistung des Raketennachschubs u. a. für die Raketenabteilung 8 in Goldberg und die 5. Raketenbrigade der NVA-Landstreitkräfte. Parallel zum Bau der Kaserne wurden ca. 380 Wohnungen für die Armeeangehörigen und ihre Familien am Demener Ziolkowskiring errichtet. Im April 1977 erfolgte die Verlegung der 5. Raketenbrigade aus dem vorpommerschen Stallberg nach Demen. Die Hauptbewaffnung der Raketenbrigade bestand ab 1985 aus 8 Startrampen für das operativ-taktische Raketensystem 9K72 ELBRUS (SS-1c SCUD-B) sowie aus 4 Startrampen für das operativ-taktische Raketensystem 9K714 OKA (SS-23 SPIDER). Beide Raketensysteme galten seinerzeit als Kernwaffeneinsatzmittel, die SS-23 zudem als das modernste Raketensystem dieser Klasse in der Welt. 

Während die SCUD-B Startrampen aus Demen jährlich den Abschluss der Ehrenparade der NVA in Berlin bildeten, wurden die SS-23-Startrampen in Demen so gut versteckt, dass die NATO erst 1990 von ihrer Existenz erfuhr. Die Kerngefechtsköpfe lagerten im Gewahrsam eines sowjetischen Truppenteils in einem Bunkerkomplex nordöstlich von Fürstenberg/Havel. Noch im Frühjahr 1990 wurden die Startrampen auf Weisung der Regierung Modrow mit Ausnahme jeweils eines demilitarisierten Exemplars, das in den Bestand des Militärmuseums in Dresden überging, an die Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte übergeben bzw. unter lebhaftem Medieninteresse in Demen vernichtet.

Ab April 1991 wurde in Demen das Instandsetzungsregiment 80 bzw. 14 der Bundeswehr aufgestellt. Zum Auftrag der in Demen stationierten Einheiten des Regiments gehörte zunächst u. a. die Instandsetzung von allgemeinem Wehrmaterial für das Wehrbereichskommando VIII/die Panzergrenadierdivision 14 "Hanse". Nach der Zusammenführung von Nachschub-, Transport-und Instandsetzungskräften im Logistikregiment 14 diente der Standort Demen vor allem der Ausbildung junger Rekruten für den Instandsetzungsdienst. Im Dezember 2002 wurde das Logistikregiment 14 inaktiv gestellt, die "Warnow-Kaserne" aber noch bis 2006 weiter für die militärische Ausbildung genutzt (u. a. durch Einheiten aus der "Moltke-Kaserne" in Dabel). Schon frühzeitig begann die Gemeinde Demen vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Aufgabe des Militärstandortes Demen durch die Bundeswehr mit Unterstützung von Bund und Land Konzepte für eine zivile Nachnutzung des Kasernenkomplexes zu entwickeln. Ab 2008 erfolgte schließlich die Umwandlung des einstigen Militärobjektes in den "Gewerbepark Demen".

Die Ausstellung im EVITA-Forum will diese Entwicklung von einer Raketenbasis aus der Zeit des Kalten Krieges hin zu einem der erfolgreichsten Konversionsobjekte in Mecklenburg-Vorpommern nachvollziehen. Damit soll keine Nostalgie gepflegt, sondern u. a. das öffentlich gemacht werden, was selbst Einwohner des nahen Dorfes Demen zu DDR-Zeiten nicht erfahren durften. Dabei geht nicht nur um Politik. Die von den Vereinsmitgliedern des "Militärhistorischen Vereins Demen e. V." zusammen getragenen Exponate berichten von dem zu NVA-Zeiten harten Leben der Armeeangehörigen. Teile von Raketen und Startrampen liegen neben den typischen Utensilien der "Entlassungs-Kandidaten". 

Die Ausstellung zeigt in einer kompakten und gut geordneten Übersicht die Vielfalt der militärischen Tätigkeit in Demen. Neben Vermessern, Funkern, Instandsetzern und Pionieren haben auch Meteorologen ihren Platz in der Ausstellung gefunden. Daneben wird selbstverständlich umfangreiches Wissen zur Raketentechnik vermittelt. "Stimmt es, dass die russische SCUD-B von der deutschen V-2 aus dem Zweiten Weltkrieg abstammt?" Auf diese und viele andere Fragen erhält man während der sachkundigen Führung durch die Ausstellung eine Antwort!
Die Ausstellung kann Samtags in der Zeit zwischen 09:00 und 12:00 Uhr oder nach vorheriger Anmeldung besucht werden."




Samstag, 3. August 2013

Buchbasar am 18. Juli 2013 in Warnemünde






Vorbemerkung:

Am 20.06.2013 wurde in einem Artikel in der "Ostsee-Zeitung", Ausgabe Rostock, eine geplante Veranstaltung unter dem Motto "Autoren und Verlage unterm Leuchtturm" vorgestellt. " ... An fast drei Dutzend Ständen feiern Autoren & Verlage am 18.Juli im Rahmen der Stephan-Jantzen-Tage das Buch. Unterm Leuchtturm heißt es dann 'Warnemünde liest' ...". Ein Buchbasar der Veranstaltungsagentur "Kulturmeer" mit Publikationen, die einen Bezug zu Rostock, zur Ostsee, zur Seefahrt oder zu Mecklenburg-Vorpommern haben. Wir wandten uns an unseren Verlag, den Steffen-Verlag, und machten den Vorschlag, auch mit einem Stand präsent zu sein. Im Verlagsprogramm gibt es viele Bücher, die diesen regionalen Bezug haben. Natürlich auch Bücher aus der Militärbuchreihe des Steffen-Verlages, ob über die Volksmarine oder auch unser Buch "43.Fla-Raketenbrigade "Erich Weinert"-Fakten und Geschichten", deren Standorte entlang der Ostseeküste der DDR von der Insel Poel bis Dranske/Lancken reichten. Wir stießen auf offene Ohren und so begann für uns als Laien das Abenteuer am Leuchtturm ...


Der Stand war gebucht, das Werbematerial per Post bereits auf den Weg gebracht-nur vom Verlag konnte keiner kommen: es war Urlauszeit und "Notbesetzung" in Berlin. Also mussten wir versuchen, es alleine zu stemmen. Wer sich auskennt in Warnemünde Richtung Leuchtturm, der weiß, nicht nur dort sind Parkplätze eine Rarität. In der Urlaubszeit sowieso. Wir gingen auf Nummer sicher und fuhren am Vorabend nach Warnemünde, um die konkreten Örtlichkeiten und Möglichkeiten des Auspackens der schweren Bücherkisten in Augenschein zu nehmen. Die Pavillons am Leuchtturm waren schon aufgebaut, am liebsten hätten wir gleich alles dort verstaut. Das ging natürlich nicht. Dafür stand aber für uns fest: am nächsten Morgen sind wir spätestens um 09.00 Uhr vor Ort, auch wenn ab 10.00 Uhr erst die die Stände aufgebaut werden können und ab 11.00 Uhr die offizieller Eröffnung des Buchbasars erfolgen wird. Das Auto wurde gepackt, die Broschüren mit dem Herbstprogramm 2013 des Steffen-Verlages, die Flyer und Werbeprospekte des Verlages, Preisschilder, Exemplare aller bisher erschienenen Bücher zu den Fla-Raketentruppen der LV, das Fotobuch & die DVD über die Ausstellung "50 Jahre Garnisonsort Sanitz" usw. in Kartons gestapelt, dazu eine zusammenklappbare Sackkarre, Getränke ...

Die Idee wurde zur materiellen Gewalt: direkt an der Straße zum Leuchtturm ergatterten wir buchstäblich den letzten freien Parkplatz, sogar mit direkten Blick auf den Eingang der Pavillons. Einen besseren "Stand" hätten wir gar nicht haben können. Aber bereits nach ca. 10 min. sahen wir eine Frau mit Taschen und einem "Einkaufswägelchen" an den Zelten stehen, die sichtlich an einem Einlaß interessiert schien. Langsam kam dann Bewegung auf, Stehtische und Werbebanner wurden gebracht und aufgebaut, die Pavillons wurden geöffnet, auch wir gingen nun schnurstracks dorthin und meldeten uns. Der Veranstalter meinte, wir kämen genau richtig, er hätte gerade das Schild für den Steffen-Verlag in der Hand. Uns wurden zwei Tische zugewiesen und los ging es mit dem Ausladen der Bücherkisten und Utensilien, dem Aufbau des Standes: blau-weiße Tischdecke, auf der nun alles geordnet verteilt wurde. Neben uns der Hinstorff-Verlag Rostock, ein bekannter Verlag in der Region. Zunächst hatte jeder mit sich selbst zu tun, aber im Verlaufe des langen Tages gab es reichlich Gelegenheit, über den eigenen "Tellerrand" zu schauen und mit den Vertretern der einzelnen Verlage und auch mit anwesenden Autoren ins Gespräch zu kommen. Elf Verlage und Autoren waren gekommen und wir waren dabei!

Es war ein heißer Tag, ein windiger Tag, ein anstrengender Tag, aber ein Tag mit vielen Erlebnissen und Erfahrungen. Wir kamen mit Besuchern ins Gespräch, einige staunten, dass hier NVA-Bücher ausgestellt wurden, viele schauten auf die Titelfotos, etliche blätterten und einige nahmen Flyer und die Broschüren mit dem Herbstprogramm des Verlages mit. Militärbücher sprechen nicht jeden an, aber das Interesse war erkennbar und für uns wichtig. Der Buchbasar war ein erster gelungener Versuch, die Buchmeile in der Rostocker "Kröpi" aus DDR-Zeiten wiederzubeleben. Im nächsten Jahr soll es wiederholt werden ... Obwohl wir ja Laien sind, wir wurden als Verlag angesehen und behandelt, auch von den anderen Teilnehmern. Für die "Rückreise" nach Berlin wurde uns alles Gute gewünscht, in einem Artikel in der NNN steht Barbara als "Verlags-Vertreterin"! Da müssen wir uns ja einigermaßen gut geschlagen haben ...

Unser Fazit: " ... Ich finde an Buchbasaren besonders gut, dass Menschen sich wieder mal ein Buch in die Hand nehmen, bei dem es sich nicht um ein Sparbuch handelt."