Sonntag, 10. Mai 2009

Mauerfall - 9. November 1989

Mein 9/11
Der 9.11.1989 war ein Donnerstag, damit einer der üblichen 12-Stunden-Arbeitstage in Preschen. Ich vermute, daß von 10.00 - 16.00 Uhr geflogen wurde, mithin sah der Zeitplan für das ITP vor: 6.25 Uhr zum Arbeitsbeginn und 18.00 Uhr zum Arbeitsende "Antreten". Da wir jedoch zum Verdruß der "FID-Abteilung" des Geschwaders - die nicht zu Unrecht "verkürzte" Nachflugkontrollen vermuteten - stets schneller waren, war ich wahrscheinlich bereits 18.00 Uhr zu Hause: Ausziehen, waschen, etwas Abendbrot, Flimmerkiste an.

Im DDR - Fernsehen wurde live eine Pressekonferenz übertragen. Gegen Ende der einstündigen Sendung, kurz vor 19.00 Uhr, verkündete Günter Schabowski u.a., daß eine Regelng zur ständigen Ausreise aus der DDR getroffen sei und diese es möglich mache, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen. Da ich nicht die Absicht hatte, die DDR dauerhaft zu verlassen - gegen einen Ku'damm - Besuch hätte ich naheliegend nichts gehabt - interessierte mich die Aussage nicht weiter und ich ging ins Bett. Am nächsten Tag war allgemeiner 8-Stunden-Arbeitstag, hier: "Technischer Dienst" angesagt, denn Samstags wird wieder geflogen ....

Als ich am nächsten Morgen aufstand und in der Küche "Jugendradio" anschaltete, hörte ich Berichte von Rückkehrern aus Westberlin und dachte mir noch: "Ach, so war das gemeint!" Erst viele Jahre später wurde mir bekannt, daß sich die Möglichkeit von bloßen Besuchsreisen aus dem von Schabowki vorgelesenen Text herleitete: "Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen ..." Zudem wird berichtet, daß die vier Offizieren des MdI bzw. MfS, welche diese Worte formulierten, den ursprünglichen Text zur "ständigen Ausreise", um die Möglichkeiten von Besuchsreisen selbständig ergänzt hätten.

Natürlich wäre weiterhin zum Verlassen der DDR, als ständige Ausreise oder Besuchsreise, ein gültiges Visum im Reisepaß oder als Übergangsregelung eine entsprechende Genehmigung durch die Paß- und Meldeämter der Volkspolizei notwendig gewesen. In dieser Mitteilung waren diese Selbstverständlichkeiten lediglich nicht explizit ausgeführt. Die Regelung sollte auch nicht "sofort", sondern erst am folgenden Freitag um 04.00 Uhr in Kraft treten und im Laufe des Vormittags bekannt gemacht werden. Damit sollte den zuständigen Stellen - von Volkspolizei bis Grenztruppen - Gelegenheit gegeben werden, sich auf die neue Situation vorzubereiten. Mit den ersten größerem Ansturm bei den Paß- und Meldeämter wurde ab Montag gerechnet und einem geregelten Reiseverkehr ab den Vorweihnachtstagen des Jahres 1989. Der entsprechende Sperrvermerk wäre von Egon Krenz - nach den Autoren Blasius und Loth - "ohne es überhaupt zu merken", nach Schabowski mit den Worten: „Gib das bekannt. Das wird ein Knüller für uns.“, nach Krenz mit den Worten: „Das ist doch die Weltnachricht.“, aufgehoben worden. Ziel der Regelung, war zweifellos eine "Ventillösung", womit der erst einmal "Druck vom Kessel" genommen werden sollte.

Das ist nun gänzlich schief gelaufen. Warum?

Das Vorspiel:
Nun, es war nicht die erste "Ventillösung" im Zusammenhang mit der Krise in der DDR. So fuhren im Herbst 1989 mehrfach Züge mit insgesamt 17.000 Flüchtlingen von Prag über die DDR in die BRD, da die Botschaft gleich mehrmals neu besetzt worden war. Im BRD- Fernsehen wurde über diese und andere neue "Ausreisemöglichkeiten" ausführlich und fast drängend berichtet. Ministerpräsident Stoph hatte Innenminister Friedrich Dickel bereits am 19. Oktober - nur ein Tag nach Bekanntgabe des Rücktritts von Erich Honecker - beauftragt, ein neues Reisegesetz zu erarbeiten. Weitere fünf Tage später, wurde bekannt gegeben, dass es "in der Zukunft allen DDR-Bürgern erlaubt sein wird, ohne Behinderungen zu reisen". Problematisch war vor allem das Fehlen einer freikonvertierbaren Währung, die DDR war außerstande genügend westdeutsche "DM" zum Reisen bereit zu stellen.

Am 29. Oktober 1989 sprach Schabowski mit dem Regierenden Bürgermeister von Westberlin, Walter Momper, und dessen Senatskanzlei-Chef, Dieter Schröder, von der Absicht die Grenze im Dezember zu öffnen. Thema des Gesprächs waren bereits technisch-organisatorische Fragen. Daraufhin wurde beim Westberliner Senat eine Arbeitsgruppe gebildet, die entsprechende Maßnahmen vorbereitete. Dadurch war vieles mit "Maueröffnung" bereits geregelt und ausreichend Begrüßungsgeld und Begrüßungszeitungen des Westberliner Senates vorhanden. Der erste Entwurf eines neuen Reisegesetzes lag am 31. Oktober vor, wurde am 6. November veröffentlicht und zur Diskussion aufgerufen.

Die DDR konnte ihren Bürgern jedoch weiterhin nicht mehr als die 15,- DM "Zehrgeld" versprechen, die bereits bei Westreisen gezahlt wurden. Daran konnte auch das neue Reisegesetz nichts ändern. Am selben Tag (6.11.1989) treffen sich bereits zum zweiten Mal Schalck-Golodkowski, Seiters und Schäuble. Schalck-Golodkowski bittet zur Lösung des Devisenproblems um einen Sofortkredit i.H.v. 10 Mrd. DM, dh. um ca. 650 DM pro DDR-Bürger.

Der Verfassungs- und Rechtsausschuß und die in der Volkskammer vertretene FDJ lehnen den Entwurf des Reisegesetzes ab. Je ein bis zwei Vertreter des "Neuen Forum", "Demokratie Jetzt", "Demokratischer Aufbruch" und der SDP treffen sich an diesem Tag zu Gesprächen mit dem US-Botschafter in der DDR. In einer Diskussion im DDR-Fernsehen kritisierte der damals der Bevölkerung noch weitgehend unbekannte Gregor Gysi den Gesetzentwurf scharf. Am Abend skandieren Demonstranten u.a.: »In dreißig Tagen um die Welt – ohne Geld!« Die Ablehnung des Entwurfs führte zum Rücktritt der DDR-Regierung, die die Amtsgeschäfte ab dem 7. November nur noch kommissarisch fortführte.
Im "Bericht zur Lage der Nation" vor dem westdeutschen Bundestag am 8. November 1989, entzieht der BRD - Bundeskanzler, Helmut Kohl - nach Rücksprache mit den USA - der DDR jede finanzielle Unterstützung, denn man wolle nicht "unhaltbare Zustände stabilisieren". Gefordert wird eine "grundlegende Reform der politischen Verhältnisse", die "verbindlich festgelegt" werden sollten. Die neue DDR - Führung steht unter "maximalen Druck". Das öffentliche Leben in der UdSSR ist noch von den Feierlichkeiten zur Oktoberrevolution weitgehend lahmgelegt. Gorbatschow erst in den Morgenstunden des 10. November 1989 erreichbar.

Operation "Mauerfall":Als am 9. November 1989, 18:52:40 Uhr, der italienische Journalist Riccardo Ehrman (ANSA; ehem. AP) die - nach eigener Aussage - abgesprochene Frage nach dem Reisegesetz gestellt hatte, stellt der Bundeswehr - Oberleutnant d. R. und damalige BILD-Korrespondent, Peter Brinkmann, die entscheidenden Fragen:
* "Ab sofort? Ab ...?" und
* "Sie haben nur BRD gesagt, gilt das auch für West-Berlin?"

Günter Schabowski erinnerte sich später: "... kamen seine Fragen wie aus der Pistole geschossen." Mit diesen Fragen werden die Probleme einer Lösung zugeführt. Durch die von Schabowski gestammelten Worte "sofort, unverzüglich" und die Bejahung der Ausreise über die Grenzübergangsstellen zu Westberlin werden sie im Sinne der BRD gelöst: Die DDR - Organe haben keine Möglichkeit mehr, sich auf die neue Regelung einzustellen und Berlin, wo sich über die West - Medien innerhalb kurzer Zeit sich eine große Menschenmasse mobilisieren läßt, ist ausdrücklich einbezogen.

Obwohl Riccardo Ehrmann seine Nachricht über die neue Grenzregelung als Erster meldet, bleibt es unmittelbar noch ruhig. Keiner der anwesenden Journalisten wußte mit Schabowskis Ankündigung so recht etwas anzufangen. Sowohl die 19.00 Uhr beginnende "Heute"- Sendung des ZDF als auch die 19.30 Uhr beginnende "Aktuelle Kamera" des DDR-Fernsehens bleiben nahe an der ADN-Meldung und verweisen lediglich auf die Möglichkeit der Ausreise. Es wird hervorgehoben, dass „Privatreisen nach dem Ausland ab sofort und ohne besondere Anlässe beantragt werden können“. Im ZDF rangierte die Meldung sogar erst an 6. Stelle und wurde um 19.17 Uhr gesendet. Walter Momper, der über die geplante Regelung grundsätzlich Bescheid weiß, meint um 19.35 Uhr in der SFB-Abendschau: „praktisch morgen geht es los.“ Trotz der faktischen Aufhebung des Sperrvermerks von Krenz und dem Gestammel von Schabowski scheint alles seinen geplanten Gang zu gehen ...

Dann meldet die us-amerikanische Nachrichtenagentur "AP" - für die Ehrman mal gearbeitet hat - um 19.41 Uhr überraschend: "Die sensationelle Meldung: Die DDR-Grenze zur Bundesrepublik und nach West-Berlin ist offen". Eine Meldung, die noch nicht einmal im Ansatz - theoretisch und praktisch - stimmt. Noch um 19.05 Uhr hatte AP nicht ganz falsch gemeldet: "Die DDR öffnet nach Angaben von SED-Politbüromitglied Günter Schabowski ihre Grenzen. Dies sei eine Übergangsregelung bis zum Erlaß eines Reisegesetzes, sagte Schabowski". AP - "Agentur Associated Press", ist - nach Aussagen des ehemaligen US-Geheimdienst-Agenten Philip Agee - eine vom CIA unterwanderte Organisation und solle daher besser: "AssoCIAted Press" genannt werden. Die westdeutsche Nachrichtenagentur dpa zieht nur 13 Minuten später, um 19.54 Uhr, mit einer offensichtlichen Übersetzung ins Deutsche nach: "Sensation: DDR öffnet Grenzen zur Bundesrepublik und West-Berlin".

Das "Dumme" daran: Die DDR konnte zwar Reiseregelungen erlassen, wie sie wollte, aber niemals die Grenze nach Westberlin öffnen, da war das Besetzungrecht und das Vier-Mächte-Abkommen über "das betreffende Gebiet" und "Westberlin" von 1972 vor. Eine solche Grenzöffnung hätte nur durch die UdSSR in Absprache mit den anderen Siegern des 2. Weltkrieges vorgenomen werden können.

Dennoch plaziert die "Tagesschau" der BRD um 20.00 Uhr die neue Reiseregelung als Top-Thema und blendet dazu die Schlagzeile "DDR öffnet Grenze" ein. Am Ende der Nachrichtensendung hatten sich tatsächlich 80 Ostberliner an 3 Grenzübergangstellen eingefunden. Bereits hier ist eine Konzentration auf den Grenzübergang "Bornholmer Straße", im dichtbesiedelten Arbeiterbezirk "Prenzlauer Berg", zu beobachten. Um 20.16 Uhr behauptet der US-Amerikanische Rundfunksender in Berlin RIAS: "Die DDR hat ihre Grenzen zur Bundesrepublik mit sofortiger Wirkung für Westreisen und Übersiedlungen geöffnet." In der Halbzeit eines im Westfernsehen übertragenen Fußballspieles, VfB Stuttgart gegen FC Bayern München (Endstand ist dann 3:0), wurde gegen 21.08 Uhr ein ARD - Brennpunkt über die angebliche Grenzöffnung geschaltet. Zeitgleich unterbricht der Deutsche Bundestag eine Abend - Sitzung und intoniert aus Anlaß - der tatsächlich immer noch nicht stattgefundenen Grenzöffnung - das "Deutschlandlied". Die Nachrichten finden ihr Publikum: Zwischen 500 und 1.000 Menschen haben sich am Grenzübergang "Bornholmer Straße eingefunden". Um 21.20 Uhr dürfen die ersten DDR - Bürger mit Stempel auf dem Ausweisfoto an zwei Grenzübergangstellen kontrolliert die Grenze passieren. Noch immer geht alles seinen mehr oder weniger geregelten Gang .... Gegen 21.34 Uhr erklärt der US-Präsident auf einer Pressekonferenz, die Grenze sei geöffnet.

Da nach Ende des o.g. Fußballspiels noch Ausschnitte des Spiels Kaiserslautern gegen Köln gezeigt werden, beginnen 22.42 die ARD - Tagesthemen der BRD mit Verspätung. Der Moderator Hanns Joachim Friedrichs eröffnet launig mit folgenden Worten: "Guten Abend, meine Damen und Herren. Im Umgang mit Super­lativen ist Vor­sicht geboten, sie nutzen sich leicht ab, aber heute Abend darf man einen riskie­ren: Dieser neunte November ist ein historischer Tag: die DDR hat mitgeteilt, daß ihre Grenzen ab sofort für jedermann geöffnet sind, die Tore in der Mauer stehen weit offen." Diese Meldung ist immer nicht wahr, jedoch ....

»... nach den Tagesthemen setzt ein Massenansturm auf die Grenzübergänge ein. Eine von den Medien verbreitete Fiktion ergreift die Massen - und wird dadurch zur Realität« (Chronik der Mauer). Meldung von der "Bornholmer Straße" gegen 23.28 Uhr: „Wir fluten jetzt“.
Lt. Dr. phil. Hans-Hermann Hertle waren die Medien hier "Motor der Geschichte". Nach meinem oben beschriebenen "9/11" hätte ich ausrufen sollen: "Ach, das hat das Westfernsehen daraus gemacht!" Jedoch: Wer hat den Motor angestellt und laufend mit Treibstoff versorgt?

Nichts geschieht in der Geschichte aus Zufall.

Projekt "Loch-in-der-Grenze":
Am Vormittag des 9. November 1989 läuteten die Telefone in der sowjetischen Botschaft in der DDR pausenlos: Mitarbeiter von Egon Krenz wollten eine Reaktion und Antwort der UdSSR auf die geplante Reiseregelung. In Moskau war jedoch kein Chef zu erreichen. Ein auch in der BRD nicht unbekannter Mitarbeiter im Apparat des ZK der KPdSU, Koptelzew, will dann vorgeschlagen haben: »Man sollte einfach sagen, das liege im souveränen Bereich der DDR, über das Regime ihrer Grenzen zu entscheiden.« Gegen Mittag gab der stellvertretende Außenminister Aboimow, seine Kompetenzen überschreitend, grünes Licht für diese Antwort. Koptelzew scheint sich im klaren gewesen zu sein, daß sich alle Chefs nur haben verleugnen lassen, denn er meinte später: »Und da haben sich alle Höheren mächtig gefreut!«

Als nun der Bundeswehr - Oberleutnant d. R. und damalige BILD - Korrespondent, Peter Brinkmann, o.g. Frage stellt: "Sie haben nur BRD gesagt, gilt das auch für West-Berlin?" und "WESTBERLIN" durch Schabowski bestätigt wird, zeigte sich der Erste Gesandte und Stellvertreter des sowjetischen Botschafters in der DDR Maximytschew enttäuscht, »daß "Krenz und Genossen die mit uns erzielte Absprache so verdreht" und die sowjetische Botschaft über ihre wahren Absichten getäuscht hatten." Allerdings wurde auch weiter nichts von sowjetischer Seite unternommen.

Was für eine "Absprache"?! Der DDR-Außenminister Fischer wollte nach der Ablehnung des Reisegesetzes - in Abstimmung mit dem Innenministerium und der Staatssicherheit - die ständige Ausreise aus dem Gesamtpaket herauslösen und vorab regeln. Die Besuchsreisen sollten später geregelt werden. Am Mittag des 7. November 1989 setzte er den Botschafter der UdSSR in der DDR, Kotschemassow, über die »Drohung der CSSR in Kenntnis, die Grenze zu schließen, wenn die DDR ihr Flüchtlingsproblem nicht mit eigenen Mitteln löse.« Laut dem Botschafter habe Fischer dann über die Einrichtung eines Sondergrenzüberganges für die ständige Ausreise im Süden der DDR zur BRD gesprochen (Loch in der Grenze) und hierfür die Zustimmung der sowjetischen Führung bis spätestens den 9. November erbeten. Die sowjetische Seite sei daher an jenem 9. November davon ausgegangen, daß die Anrufe zur Reiseregelung mit Fischer abgesprochen und sich lediglich auf die BRD bezogen.

Seit 9.00 Uhr dieses 9. November 1989 arbeitete nun aber o.g. 4-köpfige Arbeitsgruppe "im MfS" an einer Regelung, die am Nachmittag fertig wurde und nicht nur die ständige Ausreise, sondern auch Besuchsreisen, sowie die Ausreise über Westberlin zuließ.

Putzig in diesem Zusammenhang das "Entschuldigungs-Telegramm" von Krenz an Gorbatschow vom 10. November 1989: »Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Lage in der DDR war es in den Nachtstunden notwendig zu entscheiden, die Ausreise von Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik auch nach Berlin (West) zu gestatten. Größere Ansammlungen von Menschen an den Grenzübergangsstellen zu Berlin (West) forderten von uns eine kurzfristige Entscheidung. Eine Nichtzulassung der Ausreisen nach Berlin (West) hätte auch zu schwerwiegenden politischen Folgen geführt, deren Ausmaße nicht überschaubar gewesen wären. Durch diese Genehmigung werden die Grundsätze des Vierseitigen Abkommens über Berlin (West) nicht berührt; denn die Genehmigung über Ausreisen zu Verwandten gabes nach Berlin (West) schon jetzt.«
Mal abgesehen davon, daß "Krenz" überhaupt nichts in diesen Abendstunden des 9. November 1989 entschieden hat und eine unkontrollierte Grenzöffnung etwas völlig anderes als ein vereinzelter Verwandtenbesuch ist, stellt sich hier die Frage: Wer hat die unkontrollierte Öffnung der Grenze sowie die Öffnung nach Westberlin vorbereitet und erzwungen? Die Mainstream - Antworten: "das Volk" oder "die Medien als Motor der Geschichte" springen nach meiner bescheidenen Meinung deutlich zu kurz.
Hinweis:
Alles meine Meinung, viele Fakten aus der "Chronik des Mauerfalls". Von DDR-Seite wird die Variante "Loch in der Grenze" bestritten. Allerdings gingen vermutlich sowohl DDR- als auch SU-Vertreter von einer kontrollierten Grenzöffnung aus. Ergänzungen und Korrekturen erfolgen laufend. Das aktuelle Update ist vom 18. Februar 2011.

Links:
http://www.deutschegeschichten.de/zeitraum/themaplus.asp?KategorieID=1007&InhaltID=1629&Seite=2
* "Das Geschenk: Die DDR im Perestroika-Ausverkauf. Ein Report" von Eberhard Czichon und Heinz Marohn
* "Chronik des Mauerfalls - Die dramatischen Ereignisse um den 9. November 1989"
* "Undercover - Der BND und die deutschen Journalisten" von Erich Schmidt-Eenboom

Bücher unter Mitwirkung von Philip Agee:
* "Unheimlich zu Diensten. Medienmißbrauch durch Geheimdienste"
* "CIA Intern. Tagebuch 1956-1974"

Am Rande:
*Der alliierte Grenzübergang "Checkpoint Charlie" wird in jener Nacht von West nach Ost gestürmt. Und das ist spannend: Westliche Militärfahrzeuge sind in der Hauptstadt der DDR auf Erkundungsfahrt, deren freien und ungehinderten Durchlaß muß die GÜST unter allen Umständen gewährleisten. Gleichzeitig bestürmen tausende Westberliner die GÜST. Die Rollgitter mußten heruntergelassen werden, niemand kommt durch ... die 50 oder 100 Mann von der Ostseite selten hier kein Problem dar, aber was wäre passiert, wenn die Alliierten von ihrer Fahrt zurückgekommen wären? Die Öffnung der GÜST wäre zwingend gewesen, der "Checkpoint Charlie" wäre auf jeden Fall gefallen. Eine Notvariante?
*An der Erstürmung der Bornholmer Straße" war wohl auch Herr Eppelmann dabei, er will sogar einen Schlagbaum mit angehoben haben.
*Die Besetzung und Schändung des "Brandenburger Tores" lt. Hertle - dem Symbol der Grenztruppen - sei in dieser Nacht von Westberlinern erfolgt, die über die Friedrichstraße vom Osten her vorgedrungen seien.
* [10. November 1989, morgens, eine Arbeitsgruppe des NVR] "Plötzlich öffnete sich die Tür. Es kam ein großgewachsener, kräftiger Mann herein, den man nur selten sah. Alexander Schalck-Golodkowski, den meisten lediglich als Staatsekretär bekannt. »Big Alex« hielt eine Liste mit Vorschlägen in der Hand, wo weitere Grenzübergänge nach Westberlin geöffnet werden könnten, um den Besucherstrom besser kanalisieren zu können, wie er sagte. Ich stutzte. »Das muß doch mit den Behörden drüben abgesprochen werden.« Schalck verzog die Mundwinkel. »Es ist.« Ich weiß bis heute nicht, wann und wo und mit wem das in Westberlin beraten wurde. Daß es aber geschehen war, scheint mir unstreitig." Generaloberst Baumgarten in "Erinnerungen", Autobiographie des Chefs der Grenztruppen der DDR, 2008, S. 199, 2. korr. Auflage 2009 (Hervorhebung von mir)
*Zwischen dem 21.08. und 17.11.1989 fanden im Rahmen der obligatorischen Herbstübungsserie der NATO - Streitkräfte weltweit 81 Übungen mit ca. 600.000 Mann statt. Im Übungsraum Europa / Atlantik / Kanal nahmen Streitkräfte mit folgendem Bestand teil: 400.000 Mann, 11.750 Gefechtsfahrzeuge, 2.920 Kampfflugzeuge, 700 Schiffe und Boote.
Der "Mauerbau" ist ebensowenig aus der Berlin-Krise 1958 - 1963 herauszulösen, wie der "Mauerfall" aus den Transformationsprozessen 1987 - 1991.




Kommentare:

  1. Der Artikel ist ein von Veith (ungewohnt) politisch-unemotional dargestellter Zeitraffer durch die Ereignisse im Herbst '89. Es ist schön, nicht nur die Leute vor seinem inneren Auge zu haben, die im November des denkwürdigen Jahres mit tränenbefüllten Brillen in die Fernsehkameras riefen "28 Jahre ham wa auf den Tach jewartet!", aber andererseits muss man rückblickend auch eingestehen, dass wohl jeder so seine (schwierigen) Emotionen hatte und irgendwie im Zaum halten musste. Gerade unsereins als Offizier der NVA, die ja das militärische Rückgrat der DDR und - Dank unsere Klassenauftrages - insbesondere der SED war, fiel es in diesen Tagen schwer, politisch bei klarem Verstand zu bleiben.
    Im November war die angehende Umwälzung der DDR ja schon lange zu spüren, zumindest aus der tagtäglichen Menschensicht, auch wenn sich mancher Geschichtslehrer fragen wird, was wohl 3 Monate in der Menschheitsgeschichte denn wohl bedeuten. Bereits seit Juli tummelten sich Tausende DDR-Bürger in Ungarn und machten sich zunächst "irgendwie", später halbwegs legal, auf den Weg in den Westen; Österreich/Ungarn machte es möglich. Dann kam Prag, wo sich das Ganze zuspitzte und auf Grund der gar nicht respektierlich zurückhaltenden Proteste der zukünftigen Ex-DDR-Bürger die DDR-Regierung in ein politisches Dilemma brachte. Wie sollten wir als Offizier damit umgehen? Unser Weltbild kam ins Wanken; die DDR als Hort der Menschenfreundlichkeit, als Heimstatt und begehrenswertes gesellschaftspolitisches Ziel jedes demokratisch und fortschrittlich denkenden Menschen, sie wurde in Größenordnungen unbeliebt; dass es Feinde der DDR gab, war nicht neu - aber die paar hundert, die der gute Kommunist vermutet hätte, wären wohl "irgendwie" aus ihrem gesellschaftlichen Einfluss entfernt worden. Aber nun waren es ZEHNTAUSENDE! Irgend etwas ging gewaltig schief... Wir saßen auf einer großen, instabilen tönernen Plattform, die auf einer Kugel ruhte, die wohl von einer taumelnden Schildkröte getragen wurde... oder wie man das ganze Staatsgefüge darstellen möge; es war instabil, und wir Staatsdiener und SED-Genossen saßen ganz oben und versuchten, die Balken in Waage zu halten. Unter uns sägten die dissidenten Ungarn-Urlauber, Prag-Besetzer, Leipziger und Dresdener and den Stützen des Staates und stürzten unseren Glauben an die Unfehlbarkeit der DDR. Der Verlust unserer politischen Leitlinien, unserer politischen Vorbilder (die es trotz aller Meckerei und Witze irgendwie waren), ist eine gewaltige Herausforderung an unsere politische und moralische Standhaftigkeit gewesen. Vor unseren Augen hatten wir noch die Ereignisse in Peking. Tausende Tote nach den Unruhen kamen wohl einem (begrenzten) Bürgerkrieg gleich; obwohl per se die Ordnung wieder hergestellt wurde, war doch ein Stachelö geblieben. Ein solches Blutbad war unvorstellbar in unserer Nähe; würde man nun auch in der DDR darauf zusteuern? Nach den Zehntausender-Demonstrationen in der DDR konnte keiner wissen, wie die Regierung der DDR darauf reagieren würde, ob es nicht zu einer ähnlich massiven bewaffneten Auseinadersetzung käme (die wohl in allererster Linie Polizeiarbeit gewesen wäre, das Militär nur notfalls). So recht konnten wir nicht damit umgehen. Insgeheim war natürlich jedermann auch in unseren Reihen froh, dass es im Grunde friedlich abging und es zumindest keine Auseinadersetzungen a lá Barrikadenkampf gab. Nach Wochen der "Gewöhnung" scherzte man schon über den allmontäglichen Ausflug zu irgend einer Demo. Die Leute von "Wir sind das Volk!" vertraten zwar trotzdem nicht unbedingt unsere Identität, aber wir akzeptierten sie als wesentlichen und wichtigen Bestandteil der Bevölkerung, der so einiges bis zum Hals stand. Rückblickend muss man sich auch vor Augen halten, was eigentlich Begehr der Aufbegehrenden war: zuerst stand da nicht(!) der Ruf nach der BRD oder Vereinigung, sondern der Drang nach bevölkerungsnaher Politik - demokratischer eben, weg von der in den letzten 3 Dutzend Jahren gewachsenen Selbstbeweihräucherung der SED-Führung, die sich im eigenen Pseudo-Erfolg sonnte und massive Missstände im Lande übersah. Engpässe in der materiellen Versorgung, sowohl in der Produktion als auch in den tagtäglich notwendigen (oder gern gewollten) Gütern. Sicher: verhungert ist in der DDR niemand, aber die Erkenntnis, das 20,30,40 Jahre nach dem Krieg mehr zum befriedigten Lebensinhalt gehört als Nicht-Hungern und eine teilweise magere Behausung, kam wohl vielleicht irgendwann irgendwie ganz oben an, aber die Beseitigung dieser Zustände überforderte die Möglichkeiten der DDR immens. Kurz und gut: auch als Berufssoldat trug man im September und Oktober die Gedanken von "Wir sind das Volk!" mit, auch wenn wir keine rechte Vorstellung davon hatten, wie das Ganze wohl ausgehen würde. Die Lage spitze sich zu, da einerseits die Demonstranten immer "frecher" (in übertragenem Sinne) wurden, andererseits die DDR-Regierung in keiner angemessenen, also verändernden Weise darauf reagierte. Zu allem Ärger stand nun auch noch der 7.Oktober bevor, der 40 Jahrestag unseres sozialistischen Vaterlandes. Stets ein offizielles Bekenntnis zur DDR, zu ihrer Politik, ein Feiern der sozialen Erfolge und ein Schulterklopfen gleich neben endlosen plakativen, teilweise primitiven Losungen (diesen Teil gesteht man aus heutiger Sicht ein!) - so vermittelten uns die Medien der DDR den Nationalfeiertag. Klar, dass in einer solchen Situation die "Konterrevolution" aufkochen musste, gereizt bis zum Äußersten. Nun konnte sie zuschlagen und war sich ihrer Wirkung an zentraler Stelle und in der Weltpolitik bewusst... wir warteten regelrecht auf irgendein Ereignis, ein Fanal, insbesondere anlässlich der Militärparade. Unbeirrt zog die DDR-Führungsriege ihr Programm durch, keinen Millimeter Abweichung von bewährten Programmm der letzten Jahre. Und natürlich nicht die Spur eine auch nur homöopatischen Menge an Reaktion auf die aktuellen Unruhen im Lande.
    Der Umsturz des Landes am 7.Oktober blieb zwar aus, hatte aber nichts von der Spannung im Lande nehmen können. Es knisterte regelrecht an jeder Ecke. Wir NVA-Angehörigen machten unseren Dienst nach Vorschrift weiter; was hätten wir auch sonst tun sollen? Im Großen und Ganzen waren wir ja außerhalb des Geschehens; einzelne Einheiten, die anlässlich des Ereignisse an verschiedenen konterrevolutionären Schwerpunkten in Einsatzbereitschaft standen, kamen glücklicherweise nicht zum Einsatz - alles blieb beim Alten. Bis auf das Knistern eben. Irgendwann musste das Pulverfass explodieren und alles wegfegen! Genau 11 Tage steigerte sich die explosive Stimmung; wann wollte irgend jemand reagieren, in unserer Alt-Herren-Riege? Am 18.10. endlich ein Signal: Erich Honecker war nicht mehr Staats- und Parteichef! Nun trat E.Krenz die Nachfolge an, natürlich ein Mann der SED... DIE Butter konnte sich die SED auch nicht vom Brot nehmen lassen! Aber nun gab es Änderungen, Dialog. Tagtäglich neue Meldungen im Fernsehen, das wohl selten so bereitwillig wie damals gesehen wurde (natürlich meine ich das DDR-Fernsehen :-) ). Die fuchtelnde Hand ("Krenz-Geste") und "...steht zur Disposition" hätten in jenen Tagen ohne weiteres die Auszeichnung als "Wort des Jahres" verdient, wäre dergleichen verliehen worden. Klar, für viele war diese Änderung nur ein Anfang, ein kleines Zeichen aus Berlin, aber noch nicht das Endziel ihres politischen "Feldzuges". Aber: mit dem Zugestädnis, dass sich überhaupt etwas ändern muss, mit der offziellen Kenntnisnahme von aufbegehrender Bevölkerung, indem diese nicht einfach zu einer unterdrückenden konterrevolutionären Zelle gestempelt wurden, kam der Prozess der Wende in Gang. DAS war die wahre Wende!
    Der 9/11 steigerte natürlich das persönliche Wohlbefinden der meisten, konnten sie doch nun nach dem Westen fahren (oder gehen). Aber den meisten Menschen war trotzdem daran gelegen, die DDR zu verändern, und ihr nicht den Rücken zu kehren. Die Wende, also ein Öffnungs- und Demokratisierungsvorgang in der DDR war wesentlich wichtiger als die Reisegeschichte, und wurde wohl von den allermeisten Menschen in der DDR, auch uns Berufssoldaten mitgetragen. Die emotional-politische Spannung, in der wir Berufssoldaten lebten, fiel regelrecht ab. Mit dem Einleiten der Wende verringerte sich die Gefahr einer bewaffneten Eskalation oder wie genau man es nun bezeichnen mag. Kein Peking!
    Den sachlich korrekten Ausführungen zum zeitlichen Ablauf kann man kaum etwas hinzufügen. Erlebt haben wir die Sachen zwar bewusst und unübersehbar, aber doch ein wenig am Rande (zumindest die meisten von uns Berufssoldaten), da ein wenig Skepsis schon in unseren Gedanken mitspielte. Ich sehe noch die riesigen Schlangen vor dem Brandenburger VPKA, die sich am Morgen des 10.11. um das Gebäude wanden. Zahlreiche Menschen hatten sich wahrscheinlich schon kurz nach den Vorabend-Nachrichten auf den Weg gemacht, um ihren Stempel in den Ausweis zu bekommen. Aber trotzdem: viele fuhren in den Westen und kamen tatsächlich zurück!

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  2. Schabowskis stottern

    Das unrühmliche Bild, welches Herr Schabowski an diesen Abend abgab, gibt immer wieder Anlaß zur Spekulation. Nach lesen des Buches von Herrn Hertle, dem Film "Schabowskis Zettel", der SZ vom 08.11.2004 und dem Interview zwischen Herrn Schabowski und Tom Brokaw von der NBC vom selben Tag, stellt sich die Sachlage für mich wie folgt dar:

    - Schabowski weiß, daß eine Reiseregelung zur ständigen Ausreise in die BRD kurzfristig und unbürokratisch getroffen wird und dazu eine Arbeitgruppe etwas ausarbeitet.

    - Schabowski weiß vermutlich nicht, daß diese Arbeitsgruppe selbständig auch Privatreisen und Westberlin hinzufügen. Sein alter Kenntnisstand entspricht auch in etwa dem der sowjetischen Botschaft.

    - Schabowski fehlt im entscheidenden Zeitraum auf der Tagung des ZK.

    - Schabowski will nach seinem hingeschmierten "Fahrplan" die neue Reiseregelung - im Unfang seines Kenntnisstandes - am Schluß verkünden und so Rückfragen vermeiden.

    - Schabowski kommt nicht dazu, denn kurz vorher wird er von Ehrmann dazu gefragt. Ehrmann wurde vorher mit hoher Wahrscheinlichkeit von seinem "Bekannten" Schabowski (oder dem ADN-Chef) auf die Neuregelung - alter Kenntnisstand - aufmerksam gemacht. ADN liegt inzwischen die gedruckte
    Reiseregelung (neu) vor.

    - Schabowski stottert seinen alten Kenntnisstand herunter. Aufgrund von Nachfragen, läßt er sich die (neue) Reiseregelung geben und er liest sich komplett vor. Er ist m.E. selbst verblüfft und beantwortet die Fragen von Brinkmann folgenschwer. Brinkmann ist nach eigener Aussage von Westberliner Senat gebrieft (alter oder neuer Kenntnisstand?!)

    - Schabowski hat es immer noch nicht begriffen, denn im Interview anschließend, wiederholt er seinen alten Kenntnisstand.

    - Schabowski äußert sich nach Maueröffnung wiederholt dahingehend, daß er die neue Reiseregelung vorher nicht gelesen hätte. Er begreift schließlich, daß er damit der "Dödel der Nation" ist und behauptet in Folge das Gegenteil und ein Wettlauf der "Maueröffner", Krenz inklusive, setzt ein.

    Verwirrung breitet sich aus, Theorien entstehen .....

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  3. Übrigens, wer sich an dem Abend an den wichtigen Brennpunkten alles getummelt hat und haben will:
    * Brinkmann beim Stoßtrupp "Brandenburger Tor"
    * Jan Carpentier, Potsdamer und bereits mit elf99 in Leipzig, ohne sein Team vorm Brandenburger Tor
    * Aram Radomski, heimlicher Kameramann für die ARD seit 1988 und "legendärer" Leipzig-Filmer, will sich zum Sprecher der Massen vor der Bornholmer gemacht und mit dem GÜST-Personal verhandelt haben
    * Rainer Eppelmann, verhinderter Bundeswehr-Pilot und Spatensoldat der NVA, will in der Bornholmer mit einen Schlagbaum geöffnet haben.

    Spannend das.

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  4. Ja, die ach so tolle DDR!
    Wie wurde es weiter oben noch genannt: "Unser Weltbild kam ins Wanken; die DDR als Hort der Menschenfreundlichkeit, als Heimstatt und begehrenswertes gesellschaftspolitisches Ziel jedes demokratisch und fortschrittlich denkenden Menschen", was für Idioten haben das denn geglaubt? Wahrscheinlich nur SED-ler!
    Meiner Meinung nach sollte jeder, der geholfen hat, dieses System aufrecht zu erhalten eingesperrt werden! Hat man doch mit den NS-Leuten auch so gemacht! Und für mich seid Ihr nichts besseres!

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    1. Ich schließe mich an.
      Es ist sehr bedauerlich, daß solche Leute, die immer noch ein dermaßen menschenverachtendes Gedankengut entweder unreflektiert oder bewußt bösartig vertreten, von denen ernährt werden, die sie zu bekämpfen suchten.

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    2. wenn alle eingesperrt werden dann ist die ehemalige ddr ein einziges Gefängnis...

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  5. Wie ist das Wetter in Afghanistan?!

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  6. Und was ist heute?
    Auch kapitalistische Sch.... stinkt und das
    oft gewaltig.
    An deinen Ausführungen merkt man "wes Geistes Kind du bist"...

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  7. Ich war selbst von 1975 bis 1990 Berufssoldat (Offizier) der NVA und habe dann bis 92 noch als "Weiterverwender" in der BW dienen dürfen. Habe praktisch auch alle Ereignisse des Wendeherbstes
    bewusst und voller Angst, aber auch mit einer gewissen Freude
    erlebt.
    Die Angst vor dem Befehl zu einer "Chinesischen Lösung" war schon da. Und die Freude dann darüber, dass es so nicht kam auch.
    Dass die DDR menschlich, wirtschaftlich und politisch kaputt war, erkannten meine Kameraden und ich natürlich erst später.
    Uns jedoch, wie obige letzte Kommentatoren sich wünschen, einzusperren und mit Nazis zu vergleichen, ist gelinde gesagt eine Frechheit.
    Meines Wissens war die NVA die einzige Armee in der deutschen Geschichte, deren Soldaten nie mit der Waffe in der Hand den Boden eines anderen Landes betreten haben.
    M.T.

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    1. Auch als "Wessi" kann ich den zweitletzten Satz Ihrer Ausführungen gut verstehen und freue mich über die Reflexion, die sich in den ersten Absätzen ausdrückt.

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    2. Naja, wir wollen doch nicht die "Militärberater" in den "sozialistischen Bruderstaaten" unterschlagen? die Unterstützung linksterroristischer Organisationen, allen voran der RAF, durch die NVA, oder dass die 7. Panzerdivision (NVA) und die 11. Mot-Schützendivision nur um Haaresbreite einer Beteiligung der Invasion der CSSR 1968 entgangen sind? Stricken Sie mal schön weiter an der Legende der "Friedfortschkeit" der DDR. Zu den Angriffsplanungen des Warschauer Paktes will ich mal gar nicht erst was sagen. Ein Blick in das Buch von Siegfried Lautsch genügt. Stichwort Blüchermedaille. Stichwort Listen von BRD-Bürgern, die im Falle einer "Befreiung" der BRD eingesackt und liquidiert werden sollten. Stasi-Einsatzkommandos in Westdeutschland. Widerlich, diese Doppelstandards.

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  8. Was weint ihr der Zone nach? Sie ist doch nur größer geworden, freut euch doch ihr Politbüro-Getreuen! Horrido und Freundschaft und sonstiges Geflügel

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