Leider hat sich Rußland mit seiner Absicht eine wirkliche Syrien-Konferenz durchzuführen, nicht durchgesetzt. An einer solchen Konferenz sollten insbesondere alle betroffenen Staaten, insbesondere Syrien selbst und der bedrohte Iran, teilnehmen.
Nunmehr fand am 30. Juni 2012 "lediglich" ein Außenminister-Treffen in Genf statt. »Daran nahmen die Außenminister Russlands, der USA, Großbritanniens,
Chinas, Frankreichs, der Türkei, des Iraks, Kuwaits und Katars sowie die
Top-Vertreter der Uno, der Arabischen Liga und der EU-Diplomatie teil«, wie rian.ru berichtete.
Damit nahmen nur Rußland und China als wichtige Veto-Mächte teil, aber nicht der betroffene Staat, Syrien, selbst. Dennoch: »Das Kommunique, mit dem das Treffen zu Ende ging, sieht die Bildung
einer Übergangsregierung in Syrien, an der alle interessierten Seiten
teilnehmen würden, sowie eine Revision der syrischen Verfassung auf der
Grundlage eines landesweiten Dialogs vor.«
Das heißt, es wurde für Syrien beschlossen, daß es seine Verfassung ändern und seine Regierung abdanken soll, ohne daß die über Syrien zusammensitzenden Damen und Herren diesen Staat überhaupt eingeladen hatten.
Wen erinnert dieses Vorgehen noch an das "Münchner Abkommen" vom 30. September 1938?!