
Samstag, 25. Juli 2009
Paris Air Show 2009, Le Bourget - Nachlese III

Wiederbewaffnung in Ost und West
Auch nett, hochoffiziell das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung:
* "Ende 1948 gehörten den Kadereinheiten der Kasernierten Volkspolizei (KVP) 8.000 Mann an. ... Am ersten Jahrestag des Bestehens der DDR (07.10.1950) bestand die KVP aus insgesamt 70.000 Mann, ..."
In der westdeutschen Geschichtsdarstellung werden nicht nur Zeitreihen falsch dargestellt (Juni vor April) oder die Gründung der KVP von 1952 flockig auf 1948 vorverlegt bzw. absichtsvoll mit der Bereitschaftspolizei verwechselt und Phantasiezahlen verwendet, sondern auch penetrant bewaffnete Organe in der BRD unterschlagen:
* Dienstgruppen
* Länderpolizeien
1.) DIENSTGRUPPEN
Zu den "Dienstgruppen" habe ich mir das vermutlich einzige westdeutsche Buch zugelegt. Ziemlich viel Propagandasprache aber immerhin: "Dienstgruppen und westdeutscher Verteidigungsbeitrag" MGFA, Boldt-Verlag,1982.
Die Stärke der westdeutschen "Dienstgruppen" schwankte im Laufe der Zeit. Zu ihrem Höhepunkt hatten sie 160.000 Mann. Für 1950 werden angegeben:
80.000 US-Zone
35.000 GB-Zone
30.000 FR-Zone
-------------------
135.000 Gesamt
Der Vorrat an Ausrüstung wurde allein für die US-Zone als "gut" und allein für 20 Divisionen ausreichend bezeichnet. Im "Ernstfall" sollten die Dienstgruppen auf 200.000 Mann verstärkt werden.
Es ist ja nicht nur, daß die Deutschen in den Dienstgruppen u.a. mit leichten Waffen ausgerüstet und kaserniert untergebracht waren sowie bei Manöver der Westmächte mitliefen, sondern sie hatten auch ihre (noch nur technischen) Bewährungsproben: Während der sog. Berlin-"Blockade" 1948 hatten die "Dienstgruppen" an der Sicherstellung der "Luftbrücke" einen bedeutenden Anteil. Clay war von den Leistungen der westdeutschen Luftbrücken-Einheiten "sehr beeindruckt". Aus diesen Luftbrücken-Einheiten sind später technische Einheiten hervorgegangen.
Leider ist mir die Gesamtstärke der damaligen westdeutschen Polizeikräfte nicht bekannt, nur dieses für 1950: "Die Hochkommission der westlichen Alliierten hat in Anbetracht dieserLage schließlich einer Aufstockung der Polizeikräfte um 30.000 Mann, einer Zentralisierung der deutschen Polizei auf Länderbasis und einer wirksamen Bewaffnung zugestimmt."
Zitiert nach: http://www.polizei.bayern.de/bpp/Geschichte/geschichte1.htm (offline; Abruf 11.11.2003)
Also allein 30.000 Mann mehr ... die westdeutsche Zeitung "Die Welt" schrieb dazu am 10. Februar 1951: "Die Gesamtstärke der Polizei in der Bundesrepublik wird sich nach den Angaben eines Sprechers des Bundesinnenministers auf 90 000 allgemeine Polizei in den Ländern, 10 000 Mann l. Quote Bereitschaftspolizei (die nach den New-Yorker Beschlüssen auf 30 000 erweitert werden wird) und 10 000 Mann Bundesgrenzschutz belaufen."
Zitiert nach: http://www.trend.infopartisan.net/trd0699/t040699.html (online; Abruf 25.07.2009)
Die DDR gab für Anfang 1951 die BRD - Polizeikräfte mit insgesamt 140.000 Mann an. Davon:
* Gemeindepolizei
* Landespolizei
* Bayerische Grenzpolizei
* Bereitschaften
Auch wenn die Gemeindepolizei damals wohl eine bayerische Besonderheit war, werden bei den westdeutschen Darstellungen gerne die eine oder andere Formation ausgeblendet. Natürlich sind auch hier die mit militärischer Verwendungsmöglichkeit in der Minderzahl gewesen.
War unmittelbar zentral aufgebaut. Was daher aus westlicher Sicht angeführt werden könnte:
* die Dienstgruppen unterstanden dem Kommando der westlichen Besatzungsmächte.
Allerdings ist das nichts, was mit einer Unterschrift nicht hätte beseitigt werden können.
Auch zu der Stärke der DDR-Kräfte variieren die Angaben. Anfang 1951 existierten 24 VP-Bereitschaften, die als Schützenregimenter (1.800 Mann) angesprochen werden könnten, d.h. 6 Divisionen zu je 4 Regimentern. Das wäre eine Streitmacht von 40.-45.000 Mann gewesen.
Der exPanzergeneral Graf von Schwerin (Adenauers "Berater in technischen Fragen der Sicherheit" / "Büro Schwerin" / "Zentrale für Heimatdienst", zur geheimen Vorbereitung des Aufbaus westdeutscher Streitkräfte) gab 1950 die Zahl der militärisch einsatzfähigen Volkspolizisten mit 36.000 Mannan, wobei - lt. Dienstgruppen-Buch - die damals von Westdeutschland genannten Zahlen "offensichtlich zu hoch" waren. Jedenfalls war die DDR von der 1950 von Adenauer öffentlich herbeigefaselten »150.000-Mann-Armee in der Ostzone« meilenweit entfernt (vgl.: http://www.jungewelt.de/2002/06-29/012.php).
Selbstkritik:
Ich hatte bisher den Übergang 1956 der KVP zur NVA (pdf) als relativ nahtlos dargestellt, dem war natürlich nicht so. Nicht nur die Einheiten wurden - entsprechend den neuen Aufgaben - umstrukturiert und neu aufgestellt, sondern auch die Verpflichtungen des Personals erloschen. Viele nutzten die Gelegenheit ihren Dienst zu beenden.
Beide Seiten haben sich bei der Wiederbewaffnung inoffiziell nicht groß Unterschieden. Lediglich bei der "Luftwaffe" hatte die DDR die Nase vorn, das lag an mangelnder Logistik und fehlendem Kaderstamm. Die Bundesluftwaffe hat dann 1955 voll mit Ritterkreuzträgern und sowas "zugeschlagen".
Donnerstag, 23. Juli 2009
Ausstellung "50 Jahre Garnisonsstandort Sanitz"

In Vorbereitung des NVA - Teils dieser Ausstellung, 1962 - 1990, sind die Organisatoren seit geraumer Zeit auf der Suche nach Fotos jedweder Art, Technikteilen, Urkunden, Wimpeln, Unterlagen, DV, Bedienungsanleitungen, Auswertungen, Fotos vom Gefechtsschiessen incl. Reise zum Polygon, Karten, Modellen usw. usw.
Kontaktadressen
Rolf Thiele, e - mail : rlfthl@aol.com
Bernd Kirchhainer, e - mail : bernd@kirchhainer.de
Sonntag, 28. Juni 2009
Paris-Air-Show 2009, Le Bourget - Nachlese II



Das häufige schleppen und bugsieren der Maschinen von und zu den Flugvorführungen war aus verschiedenen Gründen nicht ohne Reiz ... wenn man auf Uniform steht :-D

Die Breitling Super Constellation kennen wir auch von der ILA ... Übrigens, mir hat die Paris-Air-Show (gibt es seit 100 Jahren!) sehr gut gefallen, ich kann aber auch die ILA nun besser ein- und überhaupt schätzen. Vor allem, daß ich in Le Bourget als "Normalo" Start und Landung weitgehend nur auf der Leinwand verfolgen kann, ist in meinen Augen ein großes Manko!
Ein Blick in die Schubdüse des Triebwerkes M88-2 für die Rafale. Erster Probelauf war im September 2009, es soll bei den französischen Streitkräften in 2011 eingesetzt werden .... dieses "Carbon" scheint Affenge*l zu sein, bildete zu meiner Zeit noch nicht die Schubdüsen.

Freund "Google" gab mir Hinweise auf Carbon / Carbon (C/C) sowie kohlefaserverstärkten Kunststoff (CFK) oft in Verbindung miteinander (C/CFK). Das soll Temperaturen zwischen 1.700 und 2.000 °C aushalten. Inwieweit das in der (Militär-) Luftfahrt bereits im (Truppen-) Einsatz ist, weiß ich nicht. "Richtige" SD gab es natürlich auch, wenn auch unnatürlich geputzt:

Offenbar hat die französische Luftwaffe eigene Kadettenschulen!? Die Jungs und Mädchen hatten auf der linken Brust so etwas wie ein Schulabzeichen und scheinen mir fürs richtige Militär noch zu jung (Shot aus Video-Clip):

Aber so eine kleine Militärmaschine (M-346 "Master") hat auch was:
Putzig, oben an folgender Maschine stand "PROTOTYPE" und aufgrund der darin liegenden Puppe mit Wärmehaltefolie, gehe ich von einen "Rettungshubi" der Zukunft aus:
Es gab natürlich auch noch andere innovative Fortbewegungsmittel zu sehen:
Donnerstag, 18. Juni 2009
Paris-Air-Show 2009, Le Bourget - Nachlese
Das Foto wurde unschwer am Dienstag bei Sonnenschein gemacht und ist noch unbearbeitet, da ich zur Zeit noch in der Lobby unseres Pariser Hotels sitze.
Es folgen Fotos von israelischen "Simba", der auf der Show immer als erster fliegen durfte:
Woher der Name kommt, ist nicht schwer zu erraten. Ob die Geld an Disney dafür zahlen? Fair wäre es schon.
Dienstag, 16. Juni 2009
Paris-Air-Show 2009, Le Bourget - 2. Tag
Jedenfalls waren wir 9.15 Uhr am Bahnhof Le Bourget, 2 km Fußmarsch - was nichts gegen die Gesamt-Kilometer-Leistung war und rein ins Geschehen. Das Wetter war gut und wurde immer besser. Am Schluß hatte ich einen Sonnenbrand an den Unterarmen. Wie habe ich die "Plattenbräune" vermisst!?! ;-)
Montag, 15. Juni 2009
Le Bourget- 1. Tag
Wegens des Regens sind wir voranging die Ausstellerhallen abgelaufen: Zu unserer Freude und Überraschung fanden wir gleich die Stände von Suchoi und MiG ... am Ende sogar eine Firma, die heute ihren Platz auf dem Gelände der Flugzeugwerft Dresden ihr Zuhause hat. Da kommen Heimatgefühle auf.
Ab ca. 13.30 Uhr gab es Flugshows und trotz des Regens habe ich gut 40 Minuten gefilmt, mal sehen, wie das zu Hause aussieht. Die neue Video - Kamera macht sich prächtig! Den "alten" Fotoapperat habe ich vor Ort nicht verwendet.
Auf dem Rückweg habe wir preiswert eingekauft. Das Bier und der Wein ist geg. 18.00 Uhr fast alle ;)